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Bin Laden – über die Toten nur Gutes.

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Nachdem man von mir schon oft forderte, über die Toten nur Gutes zu berichten und mir das bei einigen widerlichen Schweinen nicht wirklich gelingen mag, möchte ich es nun bei Osama bin Laden versuchen.

Was also lässt sich über bin Laden Gutes berichten.

Wenn wir annehmen, dass Osama bin Laden den Krieg der Bevölkerung Afghanistans gegen die UDSSR maßgeblich finanzierte und strategisch begleitete, so ist er wenigstens einmal in seinem Leben für die Befreiung eines ganzen Volkes verantwortlich gewesen. Mehr als viele Menschen und erst Recht die meisten (westlichen) Politiker von sich sagen können.

Wenn wir annehmen, bin Laden sei wirklich der strategische Planer der Anschläge auf das World Trade Center in New York, dann hatten diese Anschläge (9/11) neben den äußerste bedauernswerten Todesopfern doch viele gute Folgen.

Zunächst einmal wurde den USA bewusst, dass sie als Staat nicht außerhalb der Welt existieren sondern innerhalb einer Welt. Den USA und Ihren Bürgern klarzumachen, dass es auch außerhalb ihres Landes Menschen geben könnte, die verzweifelt, entschlossen und mutig genug sind, die USA anzugreifen war sicher ein heilsamer Schock für viele US-Amerikaner und einen beruhigende Erkenntnis für die Welt. UNter obiger Prämisse ist das ein wichtiger Verdienst Osama bin Ladens.

Dann wurde der Welt bewusst, wie die USA auf mögliche Angriffe zu reagieren bereit sind.

Mit G.W.Bush hat ja nicht irgendein Amerikaner Lügen in die Welt gesetzt, um zuerst Afghanistan und dann den Irak völkerrechtswidrig militärisch anzugreifen. Es war der Inhaber des höchsten Staatsamtes in den USA und gleichzeitig deren oberster Repräsentant. Nach Bill Clinton („I had no sexual relationship with that woman“) machte damit der zweite US-Amerikanische Präsident in Folge weltweit klar, Wahrheit und persönliche Wahrhaftigkeit ist keiner der Werte, für die die USA als Staat stehen. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst von 9/11 und unter obiger Prämisse Osama bin Ladens.

Darüber hinaus griffen die USA zur Einrichtung von Foltercamps wie Abu Ghraib und Guantanamo, um vermeintliche Feinde zu terrorisieren. Damit machten Sie klar, internationale Übereinkommen wie die Antifolterkonvention der Vereinten Nationen sind den USA absolut schnuppe. Die Achtung der Menschenrechte ist kein Wert für den die USA als Staat stehen, sit die Botschaft, die die US-Präsidenten Bush und Obama täglichen an die Welt sandten und senden. Dies allen lebenden Individuen auf der Erde vor Augen zu führen ist ein Verdienst des 9/11 und unter obiger Prämisse Osama bin Ladens.

Schließlich setzten die USA unter dem sogen. „Patriot Act“ auch innerhalb ihres Landes den Rechtsstaat weitgehend außer Kraft. US-Bürger und Ausländer, die sich in den USA aufhalten dürfen unter den Regelungen dieses Acts behandelt werden, als seien für sie sämtliche US-Gesetze und auch die Verfassung der USA nicht gültig. Ja sie dürfen sogar unter Strafandrohung gezwungen werden über Gesetzesverstöße der US-Behörden ihnen gegenüber zu schweigen und nicht rechtlich dagegen vorzugehen. Damit schließlich haben die USA klargestellt, die USA als Staat stehen nicht für den Wert des Rechtsstaates. Dies allen lebenden Individuen offen vor Augen zu führen ist ein Verdienst des 9/11 und unter obiger Prämisse Osama bin Ladens.

Schließlich wurden die Wahlen, die G.W.Bush ein zweites Mal ins Amt beförderten, wie schon vor Beginn seiner ersten Amtszeit in einigen Staaten der USA so manipuliert, dass der Gegenkandidat keine Chance hatte. Namentlich in Kalifornien, Ohio und Florida um das Mindeste zu nennen, gebärdete man sich dabei so, dass internationale Wahlbeobachter diese Wahlen nicht als regulär oder demokratisch hätten bezeichnen können. Wie wohl die Tatsache, dass die USA keine internationalen Wahlbeobachter zuließen schon in der Lage wäre für sich zu sprechen. Umso mehr ist die Wahlmanipulation zu Gunsten von G.W.Bush ein Signal an alle lebenden Menschen auf der Welt, die USA stehen nicht für Demokratie. Dies ist ein Verdienst des 9/11 und unter obiger Prämisse Osama bin Ladens.

Selbst im Tod war Osama bin Laden offenbar noch in der Lage, den USA eine weitere Larve von der hässlichen Fratze zu reißen. Aktuellen Meldungen zu Folge versenkten US-Soldaten den Leichnam Osama bin Ladens auf offener See an unbekanntem Ort. Dieser Umgang mit einem Toten, seinen Leichnam einfach im Meer verschwinden zu lassen erinnert mich an die Militärjunta in Chile und Argentinien. Das ausgerechnet ein weltweit in „westlich orientierten“ Staaten als Heilsbringer gefeierter US-Präsident bereit ist, sich durch das Handeln seiner Soldaten mit Videla und Pinochet auf dasselbe (a)moralische Niveau zu begeben sagt letztlich, dass selbst Humanismus, Christentum und „westliche Werte“ nicht sind, wofür diese USA als Staat stehen. Dies aller Welt noch im Tode vor Augen zu führen ist vielleicht der letzte Verdienst Osama bin Ladens.

Osama bin Ladens Verdienste lassen sich also zusammenfassen in dem Fazit, die USA stehen als Staat für KEINEN der (westlichen) Werte (Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokatie, Humanismus und Christentum) für die sie in Ihrer Selbstdarstellung so gerne stehen würden. Dies konnte vor 9/11 jeder wissen, der es wissen wollte. Am Todestag Osama bin Ladens kann nun schließlich niemand mehr leugnen und wie nach 1945 in Deutschland üblich behaupten, er „habe von nichts gewusst“.

Man kann das auch so ausdrücken…


Written by emden09

02.05.2011 at 12:51

Merkels Fall Guillaume (Der Spion der aus der FDP kam)

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Die USA unterwanderten 2009 durch einen Spion aus den Reihen der FDP die Koalitionsverhandlungen der schwarz-gelben Koalition – wie der Spiegel in seiner gestern Abend erschienenen Ausgabe berichtet. Die Erkenntnisse des Spiegel stammen aus der Durchsicht US-Amerikanischer Botschafts-Depeschen, die Wikileaks gleichzeitig zu veröffentlichen beabsichtigt.

Dort heißt es aus der Feder der Mitarbeiter des US-Botschafters Murphy „ein junger aufstrebender Parteigänger“ der FDP habe ab dem 7.10.2009 die US-Botschaft regelmäßig mit internen Papieren aus den Strategiesitzungen der FDP-Verhandlungskommision und aus den Koalitionsverhandlungen selbst beliefert. Der FDP-Spion saß dabei selbst als Protokollant für die FDP in einer der Arbeitsgruppen bei den Koalitionsverhandlungen.

Nun scheint es ganz einfach zu werden.

Während einige gerne Phillip Rössler (1979) als Spion für die US-Amerikaner outen wollen, ist doch eher die Quelle Spiegel selbst aufschlussreich. Schon am 6.10.2009 berichtete SPON über die Liste der Teilnehmer in der Arbeitsgruppe „Außenpolitik, Verteidigung, Europa…“. Dies dürfte am Ende die Arbeitsgruppe gewesen sein, in der es unter anderem, wie  vom FDP-Spion an die USA berichtet, um die verbliebenen US-Amerikanischen Atomsprengköpfe in Deutschland ging.Es ist dagegen kaum anzunehmen, dass Rösslers Arbeitsgruppe „Gesundheit/Pflege“ die US-Amerikaner großartig interessiert haben könnte.

Die Mitglieder, die die FDP in diese Arbeitsgruppe „Außenpolitik“ der Koalitionsverhandlungen entsandte waren: Birgit Homburger (FDP), Wolfgang Gerhardt (FDP), Hellmut Königshaus (FDP), Michael Georg Link (FDP) und Florian Toncar (FDP). Während die vier erstgenannten alle zwischen Anfang 40 und Mitte 60 sind, fällt aus dieser Arbeitsgruppe nur einer als „jung“ und „aufstrebend auf: Florian Toncar (1979).

Während Botschafter Murphy sich in einem Interview mit dem Spiegel nicht etwa schämt, einen Vertrauensbruch begangen zu haben, indem er einen Spion in die Koalitionsverhandlungen eines, wie er selbst sagt „wichtigen Verbündeten“ einschlesute, kann er sich dennnoch echauffieren. Für Murphy ist nicht etwa das Verbrechen Landesverrat, dem er durch Abschöpfen seiner FPD-Quelle Vorschub leistete, was in wütend macht. Er glaubt stattdessen das Vertrauensverhältnis zwischen der BRD und den USA würde durch die Veröffentlichung seines Verbrechens gestört und ist nur deshalb „stinksauer“.

Tja verratene Verräter trifft es dann halt besonders hart.

Warum allerdings der Spiegel selbst nicht Ross und Reiter oder eher Rössler oder Toncar beim Namen nennt, darf gefragt werden. Auch wenn die US-Amerikaner Ihren FDP-Spion als „Quelle – unbedingt schützen“ markierten, stand doch seinerzeit gerade der Spiegel nicht an, mit Günther Guillaume den DDR-Spion im Kanzleramt zu entlarven.

Merkels Fall Toncar oder Fall Rössler oder wie auch immer er am Ende heißen wird, wird sich m.E. zu Merkels Fall Guillaume entwickeln.

Eine Koalitionärsrunde in Spe, die sich von einem fremden Geheimdienst abschöpfen lässt, sollte politische Verantwortung für diesen Fauxpax übernehmen. Willy Brandt jedenfalls hatte seinerzeit den Anstand, mit weniger als zwei Wochen Frist nach Entdeckung des Spions im Kanzleramt zurückzutreten. Von Merkel und der heutigen Politikergeneration darf soviel politischer Anstand und Gefühl für die Würde des verratenen Amtes wohl kaum noch erwartet werden.

Written by emden09

29.11.2010 at 13:22

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