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Archive for the ‘Innenpolitik’ Category

Fluchtursachen bekämpfen – am eigenen Leib!

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Menschen, die in Deutschland oder allgemein in der EU leben glauben also, sie selbst hätten nicht massiv profitiert, als die Fluchtursachen in Asien, Afrika und Südamerika geschaffen wurden.

 

Wenn Sie es ernst meinen mit dem Denken, darf ich Sie bitten, schauen Sie sich um.

 

Welches der Geräte, die Sie benutzen, um diese Nachricht zu lesen, ist Ihr Eigentum oder wird Ihnen unentgeltlich zur Verfügung gestellt? Wissen Sie oder können Sie sich vorstellen, wie viele der Arbeiter*innen, welche die Rohstoffe für diese Geräte fördern, diese Geräte zusammenbauen, testen, verpacken und bis zu Ihnen befördern wenigstens den in Deutschland üblichen Mindestlohn erhalten? Der letzte, Ihr Paketbote – in der Mehrzahl der Fälle vermutlich auch nicht. Ja, das gilt auch, wenn Sie das Gerät in einem Ladengeschäft erworben haben.

 

Schauen Sie an sich herab. Welches der Kleidungsstücke die Sie tragen wurde inkl. der Fasern in Deutschland – oder einem anderen Land produziert von Menschen, die wenigstens den Deutschen Mindestlohn erhalten, nach hiesigen Sozial- und Sicherheitsstandards arbeiten oder wohnen?

 

Was haben Sie heute gefrühstückt? Was hatten Sie gestern zum Abendessen? Sind Sie sicher, dass keine Ihrer Mahlzeiten Menschen in den o.g. Kontinenten ausbeutet oder aus Deutschland stammende Nahrungsmittel (z.B. Milchprodukte) hier nur deshalb so billig sein können, weil wir die landwirtschaftliche Rohstoffproduktion (z.B. Milchwirtschaft) in den Ländern, aus denen Menschen fliehen ruinieren? Woher kommt das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“?

 

Warum funktioniert die Infrastruktur, Busse, Bahnen, Rettungs- und Pflegedienste um Sie herum? Ja, weil wir deren Aufbau „mit unseren Steuergeldern finanziert“ haben. Aber warum haben unsere Steuergelder ausgereicht, um all das zu finanzieren? Richtig, weil unsere Bundeswehr oder Armeen anderer Ländern zu unserem Nutzen in den Herkunftsländern der Geflüchteten seit Jahren Kriege führen oder Stellvertreterkriege unterstützen, damit Rohstoffe (z.B. Erdöl, Lithium) für diese Art von Wohlstand billig produziert werden. Keine*r der Arbeiter*innen, die diese Rohstoffe fördern, veredeln und bis zu uns befördern, arbeiten für den Deutschen Mindestlohn unter den in Deutschland üblichen vergleichsweise sicheren Arbeitsbedingungen und mit der hier üblichen sozialen Absicherung.

 

Wenn Sie glauben, Sie hätten es verdient, all diese Menschen auszubeuten oder durch Unternehmer für sich ausbeuten zu lassen, weil Sie hier in Deutschland geboren sind, ist dieser Artikel nicht für Sie geschrieben. In dem Fall sind Sie einer der rechten Vollidioten, die einfach weitergehen sollten und auf meinen Blog nichts zu suchen haben. Aber auch in diesem Fall gehören Sie natürlich zu den Ausbeutern, den Profiteuren und Förderern der Fluchtursachen und müssen sich eingestehen, dass Ihr relativer Reichtum, ihre relative Sicherheit, im Vergleich zur Armut der Menschen in den Herkunftsländern der Geflüchteten nur existiert, weil Sie die Fluchtursachen mitverursachen.

Written by emden09

13.07.2018 at 08:55

Edit Life

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Was mich heute Nacht nicht schlafen lässt sind die positivsten möglichen Folgen von Gene-editing mittels CRISPR/cas9. (Lest bitte selbst nach, was das ist – einfach Googeln).

Auch wenn die bisheriger Entwicklung der Menschheit gezeigt hat, dass sie in der Lage ist, aus jeder neuen (technischen) Möglichkeit zunächst einmal eine maximal mögliche Katastrophe zu machen, will ich diesen Teil der Betrachtungen, also jede Form denkbarer Kriege, Verbrechen, ethnischer Säuberungen etc. durch Gene-editing zunächst außen vor lassen.

Auch die Tatsache, dass wieder einige ungebildete Konservative glauben werden, sie könnten Gene-editing verbieten oder sonstwie verhindern, werde ich hier außen vor lassen. Wenn ihr zu denen gehört, die das glauben, denkt oder lest kurz nach. Jeden nicht all zu dummen Gedankengang dazu werde ich gerne in den Kommentaren beantworten. Nein, auch einzelne Individuen werden auf Dauer nicht die Wahl haben, ob ihre Gene-editiert werden oder nicht.

Das „positivste“ denkbare Ergebnis von Gene-editing wird entsprechend die Ausrottung sämtlicher Krankheiten innerhalb der nächsten wenigen Jahrzehnte sein. Nach dem Krankheitsbedingten Tod von Menschen wird Gene-editing als nächstes den Altersbedingten Tod von Menschen verhindern. Bei diesem Gedankengang gehe ich davon aus, dass sich auf der genetischen Ebene längst erwiesen hat, dass Alter ausschließlich ein Phänomen fortschreitend mangelhafterer Zellteilung ist. D.h. die technische Möglichkeit „ewigen Lebens“ steht kurz bevor. Mit kurz, meine ich wenige Jahrzehnte. Die Probleme aber werden wesentlich früher beginnen.

1. Rente

Bereits eine kurzfristige Erhöhung der Lebenserwartung um wenige Jahre (10?) durch Gene-editing wird sämtliche finanzmathematischen Modelle kippen, die heute unserer Altersvorsorge zu Grunde liegen. Rente – egal ob staatlich oder privat finanziert wird lange vor 2050 abgeschafft werden. Wer „ewig lebt“, wird ewig arbeiten müssen. Dass er gesund genug sein wird, um ewig arbeiten zu können, wird aus diesem Szenario vorläufig ein wenig den sozialen Druck herausnehmen. Dennoch müssen wir uns bereits heute damit befassen, wann der Zeitpunkt gekommen sein wird, Renten abzuschaffen und die Reintegration ins Arbeitsleben der dann bereits bestehenden Rentnergeneration anzugehen. Und damit meine ich vor allem, wir müssen die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen und die Menschen darüber aufklären, dass es dazu kommen wird. Wer heute unter 40 ist, wird kein nennenswertes Rentnerdasein mehr erleben.

2. Recht auf Geburt

25.000 Menschen sterben aktuell in Deutschland pro Jahr durch Unfälle. Wir müssen davon ausgehen, dass Gene-editing Unfälle über kurz oder lang zur einzigen Todesursache machen wird. Aktuell gibt es in Deutschland ca 800.000 Geburten pro Jahr. Das bedeutet im „Endstadium“ (ewiges Leben) von Gene-editing einen jährlichen Überschuss von über 775.000 Menschen pro Jahr alleine in Deutschland. Die daraus entstehende Überbevölkerung wird binnen kurzem nicht hinnehmbar sein. D.h. wird werden nur noch wenigen Menschen (nach heutigem Stand bestenfalls 25.000 pro Jahr) das Recht auf Geburt einräumen können. Wann wollen wir die rechtlichen Grundlagen dafür schaffen. Wann die Philosophischen Grundlagen? 97% aller heutigen Geburten müssen zukünftig verhindert werden. Durch Zwangssterilisation? Durch massenhafte Abtreibung?

3. Recht auf Tod

Gene-editing wird menschliche Körper bei ewiger Jugend unsterblich machen. Doch für welche maximale Lebenserwartung ist eigentlich die menschliche Psyche die menschliche Seele bereit? Wann werden die ersten 100 jährigen im wahrsten Sinne des Wortes des Lebens müde sein und entscheiden wollen bei bester Gesundheit und Jugend zu sterben? Können wir das hinnehmen? Im Sinne der vorhergehenden Überlegungen zur Überbevölkerung wäre es vielleicht nicht schlecht, Menschen das Recht auf selbstbestimmtes Sterben einzuräumen. Aber mit zunehmendem Alter wird ein Gene-editierter also gesunder und jugendlicher Mensch für die Gesellschaft immer wertvoller werden. Sein sprichwörtlicher Erfahrungsschatz wird ihn „unverzichtbar/unbezahlbar“ machen. Oder anders ausgedrückt, die Gesellschaft wird sich nicht erlauben können einfach allen lebensmüden Alten das Sterben zu erlauben. Wenn wir es nicht „allen“ Alten erlauben können, wie wird das Recht auf Sterben erworben werden können?

4. Recht auf Bildung

In der Vergangenheit mit einem zeitlich begrenzten menschlichen Leben und entsprechenden Alterserscheinungen bzgl. der Lernfähigkeiten, war Bildung einer kurzen Phase in der Jugend vorbehalten. Schon in den jetzt vergangenen Jahrzehnten verlangte der Arbeitsmarkt von Menschen „lebenslanges Lernen“. Durch die altersbedingt abnehmenden Lernfähigkeit (bzgl. bestimmter Inhalte zumindest) wurde das immerhin bisher noch begrenzt. Ein Gene-editierter Mensch hingegen wird zukünftig für immer in gleicher Wiese jung und lernfähig sein. Was zunächst wie ein Segen klingt: keine dummen Menschen mehr, wird bei genauerer Betrachtung schließlich zum Fluch werden. Jeder wird zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben beliebig viel Zeit haben, um beliebige Lerninhalte aufzunehmen. Eine Menschheit, die spätestens in 100 bis 200 Jahren nur noch aus Individuen mit Universalbildung auf professoralem Niveau bestehen wird, dürfte mit bisherigen Gesellschaftssystemen nicht in Einklang zu bringen sein. Immerhin beruhen all diese Gesellschaftssysteme immernoch (trot Demokratie) auf Hierarchien. Im demokratisch verfassten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, werden die Hierarchien vor allem durch Kapital einerseits und Bildung andererseits geschaffen. In einer Gesellschaft, in der jeder, zu jedem Zeitpunkt beliebige Bildung beliebiger Qualität erwerben kann und gleichzeitig beliebig lange Kapital ansammeln kann, dürften diese Hierachien zerfallen. Ist also der Anarchismus für eine solche Gesellschaft das einzig mögliche Sozialsystem? Wo sind die Philosophen, die Sozialsysteme für eine solche Gesellschaft entwickeln? Werden wir jedem erlauben, jegliche Bildung und in jeder beliebigen Reihenfolge zu erwerben? Welche Bildung wird vorrangig zu erwerben sein? Wieviel Bildung werden Menschen überhaupt erwerben dürfen? s.u.

5. Recht auf Arbeit

Durch immer intelligentere Maschinen schaffen wir aktuell die Mehrzahl aller klassischen Berufe ab. In der gleichen Zeit werden wir (s.o.) Rentnern wieder erlauben müssen, durch Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen – sie ins Arbeitsleben reintegrieren müssen. Aber welche Arbeit soll das dann noch sein? Die Antwort der Zeit vor Gene-editing war: „Sozialberufe“. Da waren vor allem Alten-/Krankenpflege einerseits und andererseits Kindererziehung (Kindergarten, Schule, Sportvereine) gemeint. Mit Gene-editing werden auch diese Berufe über kurz oder lang der Vergangenheit angehören. Pflegebedürftige Alte oder – Kranke wird es nicht mehr in nennenswertem Maß geben. Kinder (s.o.) wird es nicht mehr in nennenswertem Maß geben dürfen. Was also sollen die Menschen arbeiten? JA, Nahrung wird ein Problem werden. Aber wie wollen wir Universalgelehrte auf professoralem Niveau dazu bringen in der Landwirtschaft zu arbeiten. Zumal auch dort durch Gene-editing von Pflanzen und Tieren einerseits und immer intelligentere Maschinen (bis hin zu Nanorobotern, die jede einzelne Pflanze und jedes Tier versorgen) andererseits binnen kurzem keine Arbeitsplätze mehr existieren dürften. Psychotherapie? Wie viele mehr Menschen als heute werden durch ewiges Leben psychisch krank werden? Werden sich psychische Krankheiten nicht ebenfalls weitgehend mittels Gene-editing verhindern oder gar beseitigen lassen? Wird Psychotherapie und vor allem Psychiatrie der eine, wesentliche Beruf der Zukunft werden?

6. Recht auf körperliche Unversehrtheit / Individualität

Edititerte Gene sind nicht im eigentlichen Sinn Genmanipulationen. Nichts unterscheidet sie im lebenden Organismus von zufälligen Mutationen. Bleiben wir beim positivsten möglichen Szenario. Nehmen wir an Gene-editing wird ausschließlich zur Verbesserung der Menschlichen Gesundheit eingesetzt werden. Dann werden wir uns nicht mehr erlauben können, dass Menschen körperlich krank werden. Wir werden uns körperlich Kranke Menschen in unserer Gesellschaft schlicht nicht mehr leisten können. Wenn jede Krankheit mit einem Gene-edit zu beseitigen sein wird, wird es ein Recht auf körperliche Krankheit für die Mehrzahl der Menschen nicht geben können. Die Mehrzahl der Menschen wird sich körperliche Krankheit, die durch Gene-editing zu beseitigen ist, einfach nicht leisten können. Ein Gene-edit bei bestehender körperlicher Krankheit wird also früher oder später für jeden zur Pflicht werden.

Das Recht auf körperliche (Un-)Versehrtheit ist damit bereits heute – in eben jenem Jahr in dem gezieltes Gene-editing möglich wurde – in einer absehbaren Zukunft beerdigt. Ändern wir also gefälligst unser Grundgesetz dahingehend, bevor wir Fakten schaffen und sie erst nachträglich ins Gesetz schreiben.

Durch Gene-editing wird jede einzelne Zelle des lebenden menschlichen Organismus veränderbar. Heute bereits verändern sogen. Gene Hacker damit ihre eigenen Zellen. Irgendwann wird klar werden, dass es „infektiöse“ Gene-edits gibt. D.h. bestimmte Gene-edits werden nicht im Körper des Individuums verbleiben, in dem sie vorgenommen wurden. Ähnlich wie bei jeder Virusinfektion, nein schlimmer ähnlich wie bei BSE werden sich bestimmte Gene-edits nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern zusätzlich über die Nahrungskette in jeden einzelnen Menschen manifestieren.

Selbst wenn wir im bestmöglichen Szenario bleiben, in dem Gene-edits ausschließlich Gesundheit verbreiten, wird mit dem schwindenden Recht auf Krankheit und der Möglichkeit der infektiösen Übertragung von Gene-edits über kurz oder lang kein genetisch individueller Mensch mehr existieren. Binnen weniger Jahrhunderte werden sich bestenfalls wenige, schlimmstenfalls eine einzige durch Gene-editing optimierte menschliche DNA in den ewig lebenden Individuen manifestieren.

So, jetzt geh ich wieder schlafen. Warum nur fällt mir Aldous Huxley ein?

Written by emden09

23.12.2017 at 06:24

Homophobie? Homophobie!

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Da sind dann, auch in meiner Umgebung Menschen, die zunächst mal behaupten, sie hätten ja gar nichts gegen LGBT (such Dir was aus). Aber, …

 

Ja, Ihr Lieben und weniger Lieben, genau das ist Ausdruck von Homophobie.

 

„Aber … im Moment werden ja nur noch Gesetze für LGBT gemacht“, ist eine der gängigen Stammtischparolen. Tatsächlich? Hat die CDU/CSU es mit ihrer Dauerverweigerungshaltung zur gleichberechtigten Ehe für Alle geschafft, bei Euch diesen Eindruck zu erwecken? Wie auch immer, er ist FALSCH.

 

Es wurden Jahrhundertelang Gesetze gemacht um LGBT zu diskriminieren, zu jagen, zu foltern und zu töten! Ja, es wäre nur ein Federstrich notwendig, um die einfach mal so eben alle zu beseitigen. Es besteht in Deutschland sogar die gesetzliche Notwendigkeit ALLE LGBT diskriminierenden Gesetze aufzuheben:

 

Einfach mal die Artikel 2, 3 und 4 des Grundgesetzes zusammen mit den zugehörigen Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes (z.B. vom 7.7.2009 ) zu dem Thema in Ruhe auf sich wirken lassen liebe CDU/CSU.

 

Jesus steht NICHT im Grundgesetz!

Christentum steht NICHT im Grundgesetz.

Weder Jesus noch Christentum sind die Grundlage des Zusammenlebens in dieser Gesellschaft!

Das DISKRIMINIERUNGSVERBOT steht im Grundgesetz und ist GRUNDLAGE des ZUSAMMENLEBENS in dieser Gesellschaft!

 

Oder wie es das Bundesverfassungsgericht vor nunmehr bald 8 Jahren schrieb:

 

Der allgemeine Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) gebietet, alle Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln […] Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft ist verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt.

 

Heute am 18.5. ist internationaler Tag GEGEN HOMOPHOBIE.

 

Wär es das nicht trotz des dümmlichen Wahlkampfgetöses von Schäuble doch vielleicht ein guter Tag, einfach mal zu sagen: wir beseitigen heute noch ALLE gesetzlichen und sonstigen rechtlichen Regelungen, die LGBT diskriminieren und beenden damit diese Jahrzehntelange, von ach so liberal denkenden Christen mit fast missionarischem Eifer betriebene Diskussion für immer?

 

Nein, auch das Argument „das ist widernatürlich“ ist schon länger widerlegt, als die meisten, die es vorbringen existieren.

 

Unsere gesamte Existenz heute ist in stärkerem Maße widernatürlich, als es LGBT jemals sein könnten. Was außerdem widernatürlich (und dennoch menschlich und human) ist, sind die Herzschrittmacher, künstlichen Knie, Schultern und Hüften, versteiften Wirbelsäulen und Rollstühle (Herr Schäuble) all der Menschen, die solch dümmliche Argumente gegen LGBT vorbringen.

 

Und wenn Christen und solche die sich gerne so nennen ein neues missionarisches Betätigungsfeld suchen, Herr Schäuble: ZINSEN sind wirklich wider den Christlichen Glauben! Mindestens dort wo es um Notkredite geht.

 

 

Written by emden09

18.05.2017 at 10:13

Die Deutsche Multi-Kultur

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Evtl. sollte ich den ganzen Unfug, den der Bundesinnenminister seine Ministerialen hier zusammenschmieren ließ komplett ignorieren. Schließlich wurde als Medium zur Veröffentlichung die Bild-Zeitung gewählt, über die schon Max Goldt sagte: „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“ Dass also bereits Max Goldt erkannte, dass die Positionen unserer Bundesinnenministerialen gesellschaftlich absolut inakzeptabel sind, sollte eigentlich als Fazit genügen.

 

Dennoch denke ich man kann das auch differenzierter betrachten und Punkt für Punkt darlegen, warum die Positionen des Herrn Der Misere in unserem Bundesinnenministerium selbst dann gesellschaftlich völlig inakzeptabel wären, wenn sie nicht in der Bild-Zeitung veröffentlicht worden wären.

 

Der hirnrissige Gedanke Leitkultur

 

Während des sogen. Jugoslawien-Krieges konnte allen Deutschen die es wollten, sehr schnell bewusst werden, welchen Wert der deutsche Föderalismus für den Frieden in unserem Land hat. Im selben Maß, in dem sich Serben, Bosnier, Slowenen, Kosovaren, Montenegriener und Kroaten in jenem Krieg bekriegten, führten noch bis vor wenigen Jahrzehnten Bayern, Preussen, Badener und andere Deutsche „Volksstämme“ gegeneinander Krieg. Seit 1949 sind diese erstmals friedlich, freiwillig und ohne Obrigkeitsstaatlichen Druck zur Bundesrepublik Deutschland zusammengeschlossen.

 

Der wichtigste Teil dieses Deutschen Föderalismus ist: völlige Selbständigkeit der Bundesländer in kulturellen Fragen (GG Art. 23.6). Dies schließt nicht aus, dass sich in Bayern die Niederbayern, Oberbayern, Schwaben und Franken weiterhin in einer gewissen kulturellen Rivalität gegenüberstehen. Das gleiche dürfte für alle Bundesländer gelten. Ob es Kölner und Düsseldorfer (als innerrheinländischen Konflikt) oder dann Westfalen und Lipper in Rivalität zu den Rheinlanden in Nordrheinwestfalen oder Schwaben und Badener in Baden-Württemberg betrifft.

 

Diese kulturelle Rivalität innerhalb der Länder ist aber offensichtlich nicht so groß, dass sie in den letzten bald 70 Jahren nicht innerhalb der Zuständigkeit der Bundesländer zu klären gewesen wäre. Wir dürfen hier also von einem gewissen ausgewogenen Gleichgewicht der kulturellen Interessen aller Menschen in der Bundesrepublik Deutschland ausgehen.

 

Dennoch vereint diese BRD mehr als 16 Landes-Kulturen zu einem Bundesstaat, ist also schon aufgrund der Kulturhoheit der Länder ein Multikultureller Staat. Ob dieser nun durch eine Japanische Gemeinschaft in Düsseldorf, eine starke Ttürkisch-stämmige Gemeinschaft in Teilen von Berlin und Köln oder eine eher Italienisch-stämmige Gemeinschaft in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg um wenige zusätzliche kulturelle Aspekte bereichert werden, halte ich dabei für vernachlässigenswert. Wesentlich ist die Feststellung: Die „Deutsche Kultur“ gibt es nicht! Es gibt bestenfalls eine „Deutsche Multikultur“, bestehend aus mehr als 16 Landeskulturen – wenn man genau hinschaut sicher aus mehr als 50 Regionalkulturen. Wie kann ein Mensch, der klaren Verstandes ist, aus diesen mehr als 50 Kulturen eine (seine) herausgreifen, um sie zur Leitkultur zu erklären?

 

Diskriminierungsverbot

 

Während die vom BMI zitierte „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ noch als Teil der Präambel des Grundgesetzes genannt wird, muss doch festgestellt werden, dass die Worte „Christ“ oder „christlich“ in diesem Grundgesetz keine Rolle spielen. Also spielte offenbar die Art der Religion für die Einigung aller Deutschen auf dieses Grundgesetz, als Grundlage des (kulturellen) Zusammenlebens keinerlei Rolle. Gleichzeitig spielt aber die Freiheit nicht nur des Glaubens eine wesentliche Rolle in diesem Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (GG Art 3.3) Ja, weiterhin halten wir „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses … [für unverletzlich]“ (GG Art 4.1)

 

Gleichzeitig erlauben wir uns in diesem Land per Gesetz Menschen zu diskriminieren, die Behindert sind.Wir sondern Sie aus. Weisen sie zwangsweise in Heime ein. Ganz zu schweigen von einer Inklusion Behinderter in unseren Schulen. Diese ist nicht einmal soweit gediehen, dass die Mehrzahl der allgemeinbildenden Schulen bereit oder in der Lage wäre, mit den vorhandenen Personal- und Sachmitteln Behinderte und Nichtbehinderte Gleichermaßen zu beschulen. Im Gegenteil werden bereits Menschen mit ADHS heute leichthin für „unbeschulbar“ erklärt und von allgemeinbildenden Schulen verwiesen. Von Menschen mit weitergehenden körperlichen oder geistigen Behinderungen müssen wir also ganz schweigen. Wir verhöhnen hier den letzten Satz des Art 3.3 unseres Grundgesetzes.

 

Wenn wir, wie mehrheitlich die CDU/CSU weiterhin LGBT wegen Ihres Weltanschauliches Bekenntnisses die Ehe, heterosexuellen Menschen andererseits die Eingetragene Lebenspartnerschaft verweigern, verhöhnen wir auch Art 4.1 unseres Grundgesetzes. Berufen wir uns dabei wie zuletzt der Bundesfinanzminister auf den christlichen Glauben, verhöhnen wir wohl auch dessen Namensgeber Jesus Christus aufs Äußerste.

 

Deutsche Sprache Und Patriotismus

 

Das Grundgesetz vermeidet aus gutem Grund Worte wie Vaterland, Patria, Patriot oder Patriotismus. Wie also können diese Begriffe im Bewusstsein eines Bundesinnenministers, der sich auf das Grundgesetz beruft, irgendeine Rolle spielen. Ebenso wundert man sich über den Bezug zur Amtssprache Deutsch. Auch die Sprache Deutsch wird vom Grundgesetz nirgends erwähnt. Es dürfte sehr fraglich sein, ob die Festlegung der Amtssprache Deutsch mit dem Diskriminierungsverbot anderer Sprachen, welches im o.g. Art 3.3 des Grundgesetzes sehr wohl erwähnt wird, vereinbar ist: ob nicht gar die Festlegung der Amtssprache „Deutsch“ Menschen Deutscher Sprache gemäß Art. 3.3 verfassungswidrig bevorzugt, gleichzeitig Menschen anderer Sprachen entsprechend verfassungswidrig benachteiligt. Gerade ein Bundesinnenminister sollte, besonders im Wahlkampf hier die benötigte Sensibilität an den Tag legen. Dass er dies nicht tut, zeigt nur, dass es mit seiner eigenen Verfassungstreue so weit nicht her sein kann.

 

Hand geben, Gesicht zeigen

 

Laut Aussage des Bundesinnenministers gehört es zur Deutschen Kultur, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Welch hanebüchener Unsinn, den die Ministerialbeamten Ihrem Minister da in sein Pamphlet geschrieben haben. Was ist mit jenen Medizinern, die nicht erst seit der folgend zitierten Feststellung der WHO von vor 10 JAHREN, eine „No-Hands“-Politik betreiben? Sind die keine Deutschen. Haben die keine Kultur? Oder evtl. eine Kultur, die der unseres Bundesinnenministers weit überlegen ist: „Nach einer 2007 publizierten Übersichtsstudie scheint das Händeschütteln […] der wichtigste Übertragungsweg für Infektionen […] zu sein.[3] Das Infektionsrisiko wird durch den Umstand erhöht, dass Menschen, ohne sich dessen bewusst zu sein, sehr häufig mit den Händen Mund, Nase und/oder Augen berühren. Auf diese Weise können Krankheitserreger von einer Person auf die andere übertragen werden.“ ( CDC (Centers for Disease Control and Prevention) und WHO 2007). Nein, das Händeschütteln gehört wohl nur zur Randkultur jener, die sich über Infektionskrankheiten und deren häufigste Übertragungswege keine Gedanken machen.

 

„Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot“, schreibt der Minister weiter. Dass dieses Vermummungsverbnot nur für die Teilnehmer der Demonstration (also die BürgerInnen, die ihr Grundrecht wahrnehmen) gilt, nicht aber für jene BeamtInnen, die Demonstrationen zum Teil auf Befehl zu unterdrücken haben. Diese „glänzen“ neben schwerer Passiv- und Aktivbewaffnung eben auch durch Vermummung und sind z.B. bei der Begehung von Straftaten (während der Einschränkung von Grundrechten) unkenntlich. Das vergisst der Minister vorsichtshalber zu erwähnen. Dass er selbst es war, der sich gegen eine Kennzeichnung von PolizeibeamtInnen z.B. bei Demonstrationen ausgesprochen hat, lässt der Herr gleich ganz unter den Tisch fallen. Ja, wir sind eine offene Gesellschaft. Ja, wir zeigen unser Gesicht. Es sei denn wir sind PolizistInnen, die eine Demonstration unterdrücken sollen oder sitzen im Beichtstuhl oder sind Freier in der Peepshow oder PolitikerInnen hinter den schwarzen Scheiben unserer Dienstlimousine. Dann zeigen wir unser Gesicht wohl nicht so gerne. Dann sind wir offenbar gerne Burka – wie der Minister die Vollverschleierung in Verkennung bekannter Tatsachen einfach mal populistisch nennt. Dennoch ist die Nichtbestrafung von Beichtgeheimnissen und Freiern offenbar ein so wichtiger Bestandteil der Deutschen Kultur, dass diese Gesetzesrang genießen.

 

 

Die Allgemeinbildung

 

Dass der Minister bei seinem Plädoyer für Allgemeinbildung sicher nicht für die ganze Gesellschaft spricht, dürfte spätestens dann klar werden, wenn man die Differenzierung der Sekundarstufen I und II anschaut. Dort finden sich neben Allgemeinbildenden Modellen wie Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen (wie sie in NRW heißen) und allgemeinbildende Gymnasien, weiterhin auch technische Gymnasien, Musische Gymnasien, Sportgymnasien, Berufskollegs und nicht zuletzt rein Prüfungserfolgsorientierte Abendkurse. Auch die Fachhoschule oder die Universität (mindestens bis zum Bachelor) legt auf Allgemeinbildung nur noch wenig wert. Beide dienen nahezu ausschließlich der vorberuflichen Spezialisierung der Bildung. Eine vom Minister als Kulturbestandteil postulierte Allgemeinbildung ist zu ihrem Besuch keine Voraussetzung.

 

Die Leistungsgesellschaft

 

Zum Stolz auf unsere Leistungsgesellschaft, die den Minister wohl ob eigener Mangelleistung in den letzten Jahrzehnten, allzu sehr erfasst hat, zitiere ich nur mal aus TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland 2012: „2011 wurden bundesweit 59,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Das ist ein Anstieg um mehr als 80 Prozent in den letzten 15 Jahren.“

 

  • Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen von Burnout betroffen
  • Fast zehn Millionen Tage waren Erwerbstätige wegen Burnout-Symptomen in 2010 krankgeschrieben. Das heißt: Rund 40.000 Arbeitskräfte fehlten über das ganze Jahr im Büro oder an der Werkbank, weil sie sich ausgebrannt fühlten.
  • Ein Burnout verursacht nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Schnitt 30,4 Krankheitstage pro Jahr.
  • 20% aller Erwerbstätigen erleben Burnout-ähnliche Phasen = jeder 5.
  • Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt.
  • Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt.
  • Fachleute beziffern den Produktionsausfallkosten und verlorene Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro.
  • 41 Prozent aller Neuzugänge zur Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit waren auf psychische Störungen zurückzuführen.
  • Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen. Das Durchschnittsalter lag bei 48,3 Jahren.“

 

Auf diese Art Leistungsgesellschaft sind wir also stolz Herr Minister? Diese Art Leistungsgesellschaft können wir uns „leisten“? Sorry, aber ich glaube Sie haben den Knall nicht gehört. Ist das schon Arroganz der Macht oder endgültige Ohnmacht der Arroganz, was Sie da an den Tag legen?

 

 

Israel und der Nationalsozialismus

 

 

Wenn der Herr Minister das Wort Nationalsozialismus vermeidet und stattdessen von den „tiefsten Tiefen unserer Geschichte“ faselt, weiß ich nicht recht was das soll. Können wir nicht klar sagen, dass die Herrschaft Nationalsozialistischer Patrioten dem Deutschen Nationalismus und dem Deutschen Patriotismus für immer die Fratze des Biedermann heruntergerissen hat und ihn als das Monster entlarvte, als das die Welt ihn bis heute begreift?  Können wir wirklich nicht klar formulieren, dass die 12 Jahre Nationalsozialistischer Deutscher Schreckensherrschaft über große Teile Europas und Afrikas eben zu dem gehören, was einen Deutschen Patriotismus und Nationalismus auf alle Zeit desavouiert und für denkende Menschen unmöglich macht?

 

Und zuletzt: es war natürlich der Holocaust, der die Gründung des Staates Israel mehr oder weniger unausweichlich machte. Aber begründet das wirklich ausschließlich ein besonderes Verhältnis Deutschlands zum Staat Israel? Was ist mit den Menschen, die in Folge des Deutschen Holocaust an den Juden Europaa aus dem heutigen Israel vertrieben wurden? Was ist mit der Deutschen Verantwortung für einen Staat Palästina? Was ist mit der UN-Resolution 70/15 zur Zweistaatenlösung? Ist es nicht diese zu der Deutschland eine mindestens so besondere Beziehung haben sollte, wie zum Staat Israel? Kann es wirklich sein, dass ein Minister nur zu eindimensionalen Gedanken fähig ist und ausschließlich in der Lage ist solche eindimensionalen Gedanken zu äußern?

 

 

Bach und Goethe

 

Wollen wir wirklich den Thomaskantor des 18. und den Dichterfürsten des 19. Jahrhunderts 200 bis 300 Jahre später herausgreifen, wenn wir auf Deutschland als Kulturnation blicken? Was ist mit Albert Einstein, Hans Bethe und Otto Hahn, die der Welt die Atombombe brachten? Waren die keine Deutschen? Thyssen, Krupp, den Waffenproduzenten Carl Walther, Heckler & Koch, Sig Sauer, Airbus, EADS, Rheinmetall, Jenoptik und Kraus-Maffei  Wegmann, um nur ein paar der Unternehmen zu nennen, die Deutschland im Jahr 2016 bei den Kriegswaffenexporten auf Platz 3 weltweit gehievt haben? Sind diese Unternehmen, die der Welt mit ausdrücklicher Zustimmung der Bundesregierung den Krieg bringen, nein sogar den Krieg erst ermöglichen, nicht auch Teil der Deutschen Kultur? Was ist mit Volkswagen und Daimler, die sich weiterhin vehement weigern, ihr Know How im Bereich ultradreckiger Diesel-Verbrennungsmotoren aufzugeben zu Gunsten eines Know How-Vorsprungs im Bereich Elektromobilität? Und: hat Deutschland wirklich nur klassische Musik und Dichtung hervorgebracht? Oder gibt es weltweit bekannt auch Deutsche Musiker, Dichter und Denker, die der Herr Minister nicht so kennen mag, wie z.B. Stockhausen, Edgar Froese, Florian Schneider, Kurt Tucholsky, Hannah Ahrendt, Habermas, Meinhof, Horkheimer und Adorno. Ja, die entsprechen alle nicht der konservativen Denkrichtung des Herrn Minister und seiner Beamten, deren Musik- und Denk-Kulturelle Allgemeinbildung offenbar im 17./18. Jahrhundert stecken geblieben ist.

 

 

Religion als Kitt der Gesellschaft?

 

 

Tatsächlich versteigt sich der Minister dazu, die christliche Religion als Kitt unserer Gesellschaft zu bezeichnen. Tatsächlich hat Deutschland ungefähr genauso viele Menschen  (30%) die sich keiner Religion zuordnen, wie Menschen, die der katholischen (34%) oder protestantischen Glaubensrichtung (29%) zugeordnet werden. Dabei dürfen allerdings die zig Millionen „Buch-Christen“, die bestenfalls noch Ostern, Weihnachten und zur Kommunion/Konfirmation die Kirchen besuchen, nicht vernachlässigt werden. Bereits 2010 kam die katholische Kirche auf gerade mal 12,6% aktive Christen (Kirchgänger). 12,6% (aktive Christen) von 30% (Katholiken an der Gesamtbevölkerung), das sind gerade mal noch 3 Millionen aktive Katholiken von über 80 Millionen Menschen im Land. Für das Jahr 2015/2016 hat man auf diese Statistik auf katholischer Seite lieber ganz verzichtet.

Unterstellt man, dass die Zahlen bei den Protestanten, die auf eine Veröffentlichung aktueller Zahlen ebenfalls gerne verzichten, nicht wesentlich höher liegen dürften, dann kommen wir auf aktuell 6 Millionen aktive Christen in Deutschland oder um es anders zu sagen: weniger als 8% der Bevölkerung. Die restlichen 50 Millionen Buch-Christen haben doch, wenn wir es realistisch betrachten, außer der Kirchensteuer mit dem Christentum nichts mehr am Hut. Die 7,5% Restchristen in der Bevölkerung sollen also wirklich der „Kitt der Gesellschaft“ sein? Sehr geehrtes Bundesinnenministerium: Setzen. Sechs! Neu nachdenken und evtl. eine andere Begründung liefern. Und als Tipp soviel: Der Artikel 137 des GG liefert eine Menge Text zum Thema Religion, Freiheit, und Ferne der Religion zum Staat, den weder Katholiken noch Protestanten bis heute adaptiert haben, geschweige denn das Bundesinnenministerium.

 

Dass im Artikel 138.1 des GG noch erwähnt wird „Die Grundsätze dafür stellt DAS REICH auf“, dürfte zeigen aus welch dunkler Zeit dieser Teil des Grundgesetzes stammt und welchen Geistes er entspringt. Selbst die „Väter des Grundgesetzes“ und alle Verfassungsrechtler bis heute, hatten an dieser Stelle wohl keinen Grund, auch nur einen Gedanken an etwas anderes als „Copy & Paste“ zu verschwenden. Copy & Paste ist also der Kitt unserer Gesellschaft? Ich hoffe nicht!

 

Und mit dem Vorrang des Rechts vor religiösen Regeln ist es dann in der BRD auch nicht so weit her. Wenn hochsubventionierte kirchliche Arbeitgeber, die bis über 90 Prozent Ihrer Personalkosten vom Staat erstattet bekommen (wie z.B. Kindergärten) eine katholische Kindergärtnerin entlassen dürfen, weil sie sich scheiden ließ, aus der Kirche austrat oder in einer LGBT-Beziehung lebt. Dort haben die religiösen Regeln weiterhin Vorrang vor dem Recht. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn die exorbitanten Gehälter katholischer Bischöfe vom Staat bezahlt werden. Dass gerade der Bundesinnenminister diese rechtlichen Sonderregeln für die katholische Religion nonchalant unter den Tisch kehren möchte, leistet seiner Glaubwürdigkeit nicht gerade Vorschub.

 

 

Ehre und Gewalt

 

 

„Wir verknüpfen Vorstellungen von Ehre nicht mit Gewalt“, faselt der Minister in den Worten seiner Beamten. Dennoch habe ich nie von einem Deutschen Fußballspieler gehört der für seine zarten Schüßchen geehrt wurde. Den „Bomber Gerd Müller“ hingegen kennen und Ehren wir alle. Das gleiche gilt für Vorbilder in allen sportlichen Disziplinen: im Boxen, im Radfahren (Altigs gewaltiger Antritt), um wenige Beispiele zu nennen. Sehr geehrter Minister, wir verknüpfen unsere Vorstellungen von Ehre sehr wohl mit Gewalt. Sämtliche Vorbilder, die wir unserer Jugend präsentieren sind solche, die durch Kraft, Mut und gewaltige Anstrengungen zu Ruhm und Ehre gelangt sind. Weder Sie, noch die Riege der CDU/CSU-Politiker vor Ihnen, frönen dem Gewaltlosen Widerstand Gandhis. Sie setzen Ihre politischen Ziele rücksichtlos mit dem Gewaltmonopol des Staates durch und fördern Krieg in aller Welt durch den Export Deutscher Waffen. Die Rücksichtslosigkeit sowohl der Raser, als auch der Dauerlangsamfahrer auf Deutschen Straßen nimmt immer stärker zu, die Politik schaut tatenlos zu. Die „Zivilgesellschaft“ in der immer weniger, immer stärker überforderte Richter und Staatsanwälte mit schalen Kompromissen (Vergleiche und Deals) eher Unsicherheit über das Recht, denn Vorstellungen von Ehre verbreiten, ist doch nur ein hauchdünner Firnis auf dieser weitestgehend gewaltbereiten, gewaltverherrlichenden Gesellschaft.

 

Ausgegrenzt als Deutscher unter Deutschen

 

Ich, als von Deutschen Eltern und Deutschen Großeltern abstammender, in Deutschland geborener Deutscher Herr Minister, fühle mich durch all die Leitkulturellen in Karnevals- und Schützenvereinen tatsächlich ausgegrenzt. Durch Menschen, die in diesem Vereinen ihrem Drogenkonsum und Alkoholismus ein zu Hause geben. Ihre Realitätsflucht in (sogen.) legale (weil süchtig machende) Drogen wie Alkohol und Zigaretten suchen. Offizielle Zahlen ihrer Ministerkollegin aus dem Bundesgesundheitsministerium belegen: ca 121.000 Drogentote Raucher pro Jahr, ca 70.000 Drogentote Alkoholiker pro Jahr, bei einer weit höheren Dunkelziffer, das ist die Leitkultur der Schützen- und Karnevalsvereine, das ist die Leitkultur der deutscehen Stammtische! Herr Minister, Karnevals- und Schützenvereine sind keine Leitkultur, das ist der Ungeist gesellschaftlich geförderten Drogenmissbrauches, den dieses Land überwinden sollte. Schnellstmöglich. Das sind darüber hinaus die Löcher, aus denen Patrioten, Nationalisten und schließlich Stammtischnazis aus Pegida und AfD weiterhin gekrochen kommen.

Eine Leitkultur lädt nicht ein! Sie fühlt sich überlegen. Sie fühlt sich Bevorrechtigt. Beides entgegen dem Grundgesetz! Eine Leitkultur ist deshalb vom Grundgesetz nicht vorgesehen, weil die Väter des Grundgesetzes und wir alle (außer Ihnen Herr Minister und Ihre für sie schreibenden Beamten) eine offene Gesellschaft wollen. Deshalb sind im Grundgesetz alle Kulturen gleichberechtigt ermächtigt einzuladen und keine Kultur ist berechtigt Integration zu fordern.

 

Fazit

 

Fassen wir zusammen. Das Grundgesetz bevorzugt weder die Deutsche Sprache, noch eine bestimmte (regionale) oder (Leit-) Kultur, es bevorzugt weder Schützenvereine noch Karnevalsvereine noch eine bestimmte Religion. Ein Minister, der fordert, dass eine bestimmte Religion, eine bestimmte Sprache oder eine bestimmte Kultur als Leitkultur anderen die Hand zur Integration reichen dürfe, während er das selbe anderen Kulturen verweigern möchte bzw. diese in der Integrationspflicht sieht, steht entsprechend nicht nur außerhalb des Grundgesetzes. Ein solcher Minister und Beamte, die ihm solch unsinnige Texte schreiben, machen sich gemein, mit als Patrioten verbrämten Nationalisten und Nationalsozialisten im ganzen Land und fischen am ganz rechten Rand des politischen Spektrums nach Stimmen, die sicherlich weder Demokratie noch die kulturelle Vielfalt des Grundgesetzes wollen. Die Einfalt des Herrn Ministers ist ein willkommenes Einfallstor für solche Einfallspinsel. Dass ausgerechnet die den Innenministerien unterstellten „Verfassungsschutzbehörden“ maßgeblich für den Rechtsterrorismus u.a. des NSU verantwortlich zu sein scheinen, wundert nach einem solchen Text niemanden mehr. Rechtsterrorismus als Leitkultur eben.

Postfaktisch – selten so gelacht.

with one comment

Wir reden von „Postfaktisch“. Damit ist dann wohl der Zustand „nach“ (post) einem anderen gemeint. Welche Vergangenheit also bedauern die Erfinder dieses Begriffes? Es gab offenbar eine Zeit, welche diese Leute für „faktisch“ halten. „Faktisch“ also Fakten-bezogen. Wann soll diese Zeit gewesen sein?

 

Nun vor der Post-Faktischen wohl. Welche Zeit lag denn nun vor der sogen. „Post-Faktischen“.
Ich erinnere mich an eine Zeit vor den sozialen Medien. Eine Zeit vor dem Internet. Damals hatte eine kleine Gruppe von Menschen die Macht über die Fakten. Politiker und Journalisten waren damals die Menschen, welche die „Fakten“ kontrollierten, die veröffentlicht wurden.

 

Mir fällt da gerade ein Beispiel ein. 1983 gingen wir in Bonn auf die Straße. Damals gab es den sogen. „Nato-Doppelbeschluss“. Der bestand im Wesentlichen darin, dass die USA neue Raketen mit nuklearen Sprengköpfen (Atomraketen) sogen. „Pershing“ in Deutschland stationieren wollten. Die Flugzeiten dieser Pershing-Raketen bis Moskau lagen deutlich unterhalb der Flugzeiten der Russischen SS20-Raketen bis Washington oder New York. Es war also möglich mit diesen Pershing einen Atomaren „Enthauptungsschlag“ zu führen. So nannte man zu der Zeit die Möglichekit, die Atomwaffenabschussbasen des Gegners zu zerstören, bevor dieser in der Lage war das eigene Territorium (die USA) mit Nuklearwaffen zu verwüsten.

 

Helmut Schmidt, Bundeskanzler der SPD hatte diesen Nato-Doppelbeschluss gegen den Widerstand seiner eigenen Partei durchgedrückt. Er hatte auch die propagandistische „Sprachregelung“ der Bundesregierung „erfunden“, welche die „Pershing“-Raketen im Gegensatz zu den „Enthauptungsschlag“-Fakten als „Verteidigungswaffen“ apostrophierte. Gleichzeitig bedachte Schmidt die SS20 der Sowjetunion wahrheitswidrig mit dem Begriff „Angriffswaffen“. tagesschau, tagesthemen, heute, heute-journal. Springer, Zeit, FAZ, nein, alle deutschen „Qualitätsjournalisten“ übernahmen seinerzeit diese „Sprachregelung“ der Bundesregierung. Fakten sprachen und sprechen bis heute eine andere Sprache als der „Qualitätsjournalismus“ der 80ger Jahre. Aber Umfragen aus der damaligen Zeit zeigen, dass die staatlich gelenkte Propaganda, welche mit Hilfe der „Qualitätsjournalisten“ verbreitet wurde, trotz ihrer faktischen Unrichtigkeit das Meinungsbild in der deutschen Öffentlichkeit zum Nato-Nachrüstungsbeschluss innerhalb weniger Monate drehte.

 
Damals also hatten „Qualitätsjournalisten“ und Regierung die Deutungshoheit über die „Fakten“. Diese ist ihnen heute abhanden gekommen. Also kein Post-Faktisches sondern ein Post-Regierunsgpropagandistisches und ein Post-Profimedien-Propagandistisches Zeitalter?

 

Ein Beispiel nur? Natürlich. Wie viele diese Beispiele wollen Sie? Nur die prominentesten? Kohls „blühende Landschaften“, die er selbst inzwischen als Propagandalüge entlarvte? Schröders, Fischers (inkl. SPD und Grüne) Zustimmung zum Balkankrieg, auf Beweisen beruhend, die Scharping später selbst als „plumpe Fälschung“ entlarvte? Strucks „Verteidigung der Freiheit Deutschlands am Hindukusch“? Obamas Friedensnobelpreis und Obamas folgende tägliche Todesurteile ohne rechtstaatlichen Prozess durch Drohnenangriffe weltweit? Die ausgedachten Zahlen mit denen Bundeninnenminister De Maiziere im Staatsrundfunk bis heute ungestraft behauptete, Flüchtlinge würden von Ärzten zur Abwendung der Abschiebung krank geschrieben? Lächerlich. Nein, das sind keine Einzelfälle. Das ist die Realität. Politiker betreiben Propaganda. Unabhängig von Fakten. Professionelle Journalisten greifen diese Propaganda Tag für Tag bereitwillig auf und verbreiten sie durch abschreiben – einer vom anderen weiter. Nur selten kommt eine kritische Stimme und widerlegt die Propaganda. Natürlich schreibt keiner, der vorher die Propagandalüge verbreitete hernach die Gegendarstelung, die Wahrheit, die Fakten erneut ab. Dadruch würden sich diese „Medienschaffenden“ ja selbst der Lüge überführen.

 
Gleichzeitig glauben in Deutschland 22,3 Mio evangelische und 23,7 Mio katholische Christen an die „Schöpfungsgeschichte“ und die (vielfach protokolliert) gefälschte Geschichte des sogen. „Neuen Testamentes“. Weitere 6 Millionen Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften (Muslime, Orthodoxe Christen, Juden usw.) glauben offenbar ebenfalls an einen Schöpfergott. Diese Mehrheit der religiösen Menschen in Deutschland ignoriert also bis heute die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Physik zur Entstehung des Universums, der Biologie zur Evolution und der Enstehung der Menschen auf der Erde. Ja tatsächlich glaubt eine noch größere Mehrheit der Menschen in Deutschland an die „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse der Pharmazie, welche fast ausschließlich durch die pharmazeutische Industrie und deren Wirtschaftliche Interessen gelenkt manipuliert werden.

 
Und in dieser Zeit, die tatsächlich, was die Fähigkeit der meisten Menschen zum Erkenntnisgewinnung betrifft, weiterhin eine PRÄ-FAKTISCHE ist, schwingt sich ein wissenschaftlich mehr als fragwürdiges Gremium* auf und erklärt den von Politik und „Qualitätsjournalismus“ erfundenen Propagandabegriff „post-faktisch“ zum Wort des Jahres? Sorry, Leutz, einmal Gehirn einschalten und dann: selten so gelacht. Muahahahhhaaaa.

 
Nein! Das alles rechtfertigt nicht die dümmlichen Propaganda-Erfindungen der Nazis aus AfD, Pegida und „besorgte Bürger“ über Einwanderer in den sozialen Medien! Nein, es rechtfertigt auch nicht, dass die CSU große Teile dieser Propagandalügen ungeprüft übernimmt. Es rechtfertigt auch nicht, dass ganz Deutschland (samt seiner „Qualitätsmedien“) seit Wochen ausschließlich über eine Vergewaltigung in Deutschland (Freiburg) diskutiert. Laut Kriminalitätsstatikstik eine von über 40.000 Vergewaltigungen von denen rund 90% durch DEUTSCHE Tatverdächtige begangen werden.

 
Sie haben diesen Blogpost bis hierhin gelesen? Dann haben Sie gute Chancen, den Fakten näher zu kommen. Aber Post-Faktisch sind wir als Gesellschaft allgemein damit noch lange nicht!

 

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*Die Gesellschaft für Deutsch Sprache  welche dieses „Wort des Jahres“ jährlich kürt ist natürlich nicht umsonst ein Verein aus Wirtschaftsvertretern, politischen Beamten und parteinahen Institutionen sowie nicht zuletzt von „Qualitätsjournalisten“. Ja, wir dürfen über diesen armseligen Haufen Lord-Siegelbewahrer einer vergangenen Epoche an dieser Stelle erneut herzhaft lachen. Vergangen ist aber sicher nicht die „faktische“ Epoche.

Written by emden09

16.12.2016 at 11:49

Veröffentlicht in Allgemein, Innenpolitik

Vergewaltigung, Mord, Freiburg

with 4 comments

Ich möchte gerne unten eingefügter Videobotschaft Christian Streichs, des Trainers des SC Freiburg noch einen Gedanken hinzufügen. Oder wie Ihr mich kennt vielleicht auch zwei.

Was mich gerade besonders umtreibt, ist wie Nazis und rechter Pöbel unter Zustimmung einer schweigenden „bürgerlichen“ Mehrheit mit dem Mord an Maria L. aus Freiburg und der vorhergehenden Vergewaltigung umgeht.

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Wow, nun muss ich als kleine nachträgliche Ergänzung feststellen, dass ich zum ersten Mal im Leben mit Christian Pfeiffer einer Meinung bin (wird der Mann etwa altersweise?)

Laut polizeilicher Kriminalstatistik (also ohne Berücksichtigung von Dunkelziffern usw.) gab es am selben Tag statistisch betrachtet in Deutschland acht (8!) weitere Tötungsdelikte („Straftaten gegen das Leben“) davon vier weitere „Morde“. Tatverdächtig waren dabei in sechs Fällen Deutsche und in zwei Fällen (einer davon in Freiburg) „nicht Deutsche“. In jeweils 1-2 Fällen könnten Frauen die Täterinnen gewesen sein in  den restlichen Fällen Männer.

Aus der selben Quelle können wir entnehmen, dass es am selben Tag statistisch betrachtet 126 „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ davon 34 unter Gewaltanwendung und 19 als „Vergewaltigung“ eingestufte gab. Tatverdächtig und später als Täter überführt waren in weit über 90% aller Fälle Männer. Bei den Sexualmorden (Morde im Zusammenhang mit Sexualdelikten) führen übrigens deutsche Männer (jährlich) mit zehn zu eins gegen nichtdeutsche Tatverdächtige!

Sitzen wir jetzt also dem geistigen Kurzschluss auf, den Nazis von AfD, Pegida und „besorgten Bürgern“, rechtem Pöbel aus CDU und CSU und der „schweigende bürgerliche Mehrheit“ vertreten? Die „Logik“, dass ein afghanischer Tatverdächtiger Vorurteile und Vorverurteilungen aller Menschen, die aus Afghanistan zu uns kommen rechtfertige. Was gilt dann für Männer?

Ja, richtig, ich lasse völlig außer acht, dass kein Tatverdächtiger“ schon ein überführter „Täter“ ist. Das obwohl uns ein Fall wie der von Jörg Kachelmann lehren sollte, dass jede Vorverurteilung von Tatverdächtigen erhebliche Gefahren für die Beurteilung der geistigen Zurechnungsfähigkeit (und Reputation) derjenigen mit sich bringt, die zu solchen Vorverurteilungen neigen.

Gerade der stern, der seine Vorverurteilung eines aus Afghanistan eingereisten Tatverdächtigen zum Anlass nahm, die tagesschau anzugreifen hat mit den „Hitlertagebüchern“ bereits einmal gezeigt, wie es um die geistige Zurechnungsfähigkeit seiner offenbar krankhaft Sensationsgeilen Redakteure bestellt ist. Ausgerechnet dieses Drecksblatt schließt sich jetzt der rechten Hetze an? Pfui!

Ich habe NULL (in Ziffern: 0) Verständnis für jeden, der so undifferenziert denkt (und handelt), wie die Redaktion des stern. Ebenso wenig Verständnis habe ich für alle, die sich der „tagesschau-Kritik“ in diesem Fall anschließen. Ich kann dagegen einer feministischen Richtung, welche die rechte Ausländerhetze zum Anlass nimmt, (wenn auch oft scherzhaft verpackt) mit der selben Logik „Ausweisung aller Männer“ zu fordern, nicht viel entgegensetzen, das einen Gedanken wert wäre. Außer eben das was der rechten „Logik“ insgesamt entgegenzusetzen ist – die Unmenschlichkeit!

Dass eine Mehrzahl aller Menschen in diesem Land zu einer solch einfachen, logischen Kette nicht all zu komplexer Gedanken nicht mehr fähig scheint, lässt mich an eine Seuche glauben. Solltet Ihr also so denken, wie Afd, Pegida, „besorgte Bürger“, CDU/CSU, stern,m „schweigende bürgerliche Mehrheit“ & Co. lasst Euch doch bitte dringend auf geistige Gesundheit untersuchen. Auch auf die Gefahr hin, dass Therapieplätze in Zukunft noch schwieriger zu bekommen sein werden als heute schon.

 

Written by emden09

09.12.2016 at 16:16

„Mehr Geld für unsere eigene Bevölkerung“? That’s easy! Next?

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Da hat also der Herr Vizekanzler Gabriel mehr Geld für unsere eigene Bevölkerung gefordert.

Ich habe mir mal erlaubt zu skizzieren, wie das nicht nur Aufkommensneutral und ohne sozialistische Gleichmacherei sondern sogar inkl. der Schwarzen Null (aka Schäuble) zu realisieren wäre.

  1. Beweislastumkehr bei Hartz4 Sanktionen – so lange die Behörde ihre Position nicht Gerichtsfest bewiesen hat, darf keine Sanktion erfolgen.
  2. Freier Zugang, Mitgliedschaft und Teilhabe für Hartz4-Empfänger zu ALLEN öffentlich geförderten Veranstaltungen und Einrichtungen (Vereine, Theater, Schulen usw.).
  3. Umstellung der gesamten Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) nach Schweizer Modell. D.h.
    ALLE Welt-Einkünfte,
    ALLER BürgerInnen aus
    ALLEN Einkunftsarten werden
    ohne Höchtsbetrag (Beitragsmemessungsgrenzen abschaffen)
    zur Sozialversicherung herangezogen. ( = „mehr Netto vom Brutto“ für ArbeitnehmerInnen + Sanierung der Sozialversicherung)
  4. Einführung einer Einkommenssteuer von 100% für alle Einkommen oberhalb 1 Mio Euro jährlich.
  5. Einführung einer Vermögenssteuer > 50% für alle Vermögen oberhalb 10 Mio Euro. (Damit sparen wir uns die Diskussion um eine Erbschaftssteuer).*

Kurz, knackig – und vermutlich sogar eine solide Finanzierungsgrundlage für ein BGE.

 

*alles nicht meine Ideen und zum größten Teil keine Forderungen aus dem „linken“ politischen Lager.

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