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Rassismus in Rheda und Gelsenkirchen

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Da glaubt also der Präsident des Gelsenkirchener Fußballvereins Schalke04, das Fortpflanzungsverhalten von Menschen hinge von der Verfügbarkeit von elektrischem Licht ab. Nebenbei bemerkt ist alleine der Blick, den er uns damit auf seine eigene Sexualität gewährt, zum fremdschämen. Sei’s drum. Da er allen Afrikanern unterstellt, ihre Sexualität, ihr Fortpflanzungsverhalten sei genauso verklemmt, pubertär, unterentwickelt, wie seine eigene es offenbar ist, darf diese Äußerung zweifelsohne als „offen rassistisch“ bezeichnet werden.

Fußballspieler mit afrikanischen Wurzeln, welche einst für den Gelsenkirchener Fußballverein spielten und dem Verein bis heute verbunden sind, äußerten sich empört über diese (so wörtlich) „rassistischen“ Äußerungen des Präsidenten Clemens Tönnies.

So „entschuldigte“ sich Tönnies schließlich bei den Mitgliedern des Schalker Fußballvereins, jedoch nicht für seinen Rasssismus sondern für die „Verletzung der Standards des Vereines“. Auch entschuldigte er sich nicht bei seinen Opfern, den von ihm rassistisch beleidigten Afrikanern. Auch nicht bei all den Deutschen, die sich wegen seiner Äußerungen und dem gesamtgesellschaftlichen Umgang damit, für das Land, in den sie leben schämen müssen. Diese „Entschuldigung“ war also eher eine Bekräftigung der rassistischen Äußerungen, die Tönnies zuvor getan hatte, eine Art Signal an seine rassistischen Kumpane, dass er sich seinen Rasssismus nicht verbieten lassen will und dass er sich bei den Opfern seines Rassismus nicht entschuldigen werde.

Nun tagte also gestern ein Gremium, des Fußballvereins. Ein Gremium dessen gesellschaftliche Bedeutung außerhalb des Vereins kaum unterschätzt werden kann: es hat keine! Dieses „Ehrenrat“ genannte Gremium stufte die Äußerungen des Präsidenten als *nicht* rassistisch ein. Daraus müssen wir nun also schließen, dass dieses Gremium selbst offenbar mehrheitlich mit Rassisten besetzt ist. Rassisitischen Beledigungen einzuordnen obliegt ja nunmal nicht den Tätern und ihren Helfershelfern und Wasserträgern in irgendwelchen sogen. „Ehrenräten“. Rassitisch beleigt wurden hier Menschen mit afrikanischen Wurzeln, sie sind die Opfer und können alleine entscheiden, wie sie die Tat einordnen. Wie bereits oben berichten haben hier mindestens Sarpei und Assamoa alles notwendige gesagt.

Den Blick aber jetzt ausschließlich auf den Fußballverein zu richten, greift sicherlich viel zu kurz.

Dieser Tönies ist Milliardär. Ein Milliardär zudem der sich an sogen. Cum-Ex-Geschäften bereichert hat – das nur um seine moralischen Standards außerhalb des Rassismus zu beleuchten. Er ist Milliardär, weil er eine Großmetzgerei seines verstorbenen Bruders in Rheda leitet.

Die gesellschaftliche Frage, die weit über den Gelsenkirchener Fußballverein hinausgeht muss also heute lauten, welcher Einkäufer bei Supermarktketten und Kaufhausbetreibern ist weiterhin bereit Waren dieses von einem offenen Rassisten geleiteten Betriebes einzukaufen und seinen Kunden zuzumuten, diese ggf. ohne Wissen um die Herkunft zu verkaufen. Wie ich lese sind Marken wie Böklunder, Könecke und Zur-Mühlen betroffen. Welche noch? Wer ist heute noch bereit Waren dieser Marken, an denen sich ein Rassist bereichert, zu kaufen. Das ist eine gesellschaftliche Frage, die in diesen Tagen gestellt werden muss.

Aber auch umgekehrt muss gefragt werden, welche Rinderzüchter und Verkäufer landwirtschaftlicher Genossenschaften sind bereit hier zur Tagesordnung überzugehen und einem, von einem offenen Rassisten geleiteten Betrieb ihre Tiere zur Schlachtung und Verwertung zu überantworten. Also ich würde mit so jemandem keine Geschäfte machen wollen.

Was war das für eine Wirtschaftvereinigung die den „Tag des Handwerks“ veranstaltet, vor der Tönnies diese rassistischen Äußerungen getan hat. Wer war dort verantwortlich dafür, dass Tönnies Rede nicht unmittelbar nach diesem rassitischen Eklat abgebrochen wurde. Wer war überhaupt dafür verantworlich einen Rassisten als Redner zu so einer Veranstaltung einzuladen? Welche Konsequenzen zieht der Veranstalter?

Wenn dieser Tönnies wirklich damit davonkommt, dass er sich selbst eine Auszeit von drei Monaten von seiner Tätigkeit als Präsident des Schalker Fußballverbandes auferlegt und ihn sonst niemand belangt, er sonst keinerlei Konsequenzen ziehen muss, dann ist der Rassismus in diesem Land wieder hoffähig geworden. Politiker, Sportfunktionäre, Staatsanwälte aber auch wir als Verbraucher müssen uns dann fragen lassen: wie können wir sojemanden in unserer Gesellschaft akzeptieren, mit ihm Handel treiben, mit ihm Sportveranstaltungen besuchen und Produkte von Unternehmen kaufen, die er leitet?

Written by emden09

07.08.2019 at 21:18

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Your Baseband is watching you

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So, 3 Jahre alt aber dennoch was für alle Paranoiker unter uns: Dass Ihr unter Paranoja leidet heißt nicht, dass Ihr nicht verfolgt werdet.

Your baseband is watching you. Highlights

Jedes mobile Telefon ( auch Featurephone) ist abhörbar, als Wanze missbrauchbar, ggf. auch im Flugmodus/ ausgeschaltetem Zustand und liefert ggf. auch ohne Akku Metadaten an (auch kommerziell) interessierte Dritte. Das gleiche dürfte für *alle* WiFi- und kabelgebundene Netzwerkkarten gelten.

https://media.ccc.de/v/CC16_-_109_-__-_sub_lounge_-_201605211815_-_your_baseband_is_watching_you_-_dan

Danke dem T-Systems Security-Experten, der aktuell in einem Büro mit mir sitzt und solche Sachen teilt.

PS: teilt dieses Video kräftig und vor allem ladet es herunter. Ich bin gespannt, wie lange das noch online sein darf, wenn es eine größere Öffentlichkeit erreichen sollte.

Written by emden09

06.08.2019 at 21:42

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Die „Frischetheke“ ist das Gammelbecken

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In diesen Tagen musste ich feststellen, dass mir im Kühlschrank meiner dienstliche genutzten Wohnung in Nürnberg zwei Packungen mit ungeschnittenen jeweils ca 250 – 500g großen Käsestücken schimmlig geworden waren noch bevor ich die Packung geöffnet hatte. Ich schaute aufs Mindeshaltbarkeitsdatum und war erstaunt, die eine Packung war schon Anfang Juni „abgelaufen“, die andere erst Mitte Juli.

Nun gehöre ich nicht zu den Leuten, die Massenweise Zeugs kaufen, das sie viele Monate lang nicht essen. Und bei verpacktem Käse mit nicht unterbrochener Kühlkette war ich unbesehen von Mindesthaltbarkeiten von mehreren Monaten je nach Käsesorte ausgegangen. So beschloss ich beim nächsten Besuch im hiesigen Supermarkt genauer nachzusehen. Es ist der real,- Markt in der „Äußeren Bayreuther Straße“ in Nürnberg.

Natürlich bediente ich mich nicht an den großen geschlossenen Kühlschränken, wo ich die weniger frische Ware wähnte. Stattdessen ging ich an die Käsetheke, wo freundliche Verkäuferinnen den „frischen“ Käse verkaufen und ggf. auch in Stücken abpacken. Da gerade keine Verkäuferin anwesend war, schnappte ich mir ein abgepacktes Stück Leerdamer und schaute aufs Mindesthaltbarkeitsdatum: 6.8.2019 stand da. „WHAT?“, dachte ich. „nein, da nimmst Du ein anderes Stück. Das lief dann schon am 7.8.2019 ab. „WTF? Hallo, das ist nichtmal ne Woche“, dachte ich. Habe ich mich so getäuscht, kann man Käse wirklich nur so kurz aufheben. Liegt es vielleicht am extrem heißen Sommer? Nach mehr als 50 Lebensjahren widerspricht das jeder Lebenserfahrung.

Ich hatte entsprechend einen anderen Verdacht: „Ähnlich wie bei Großpackungen in denen sich ja oft die je Mengeneinheit viel teurere Waren versteckt, ähnlich wie bei Luftverpackungen, in denen 20% Luft zusätzlich zur Ware mehr Packungsinhalt vorgaukeln und ähnlich wie bei Abgaswerteangaben von Volkswagen, ist es vermutlich auch bei den sogen. „Frischetheken“. Kann das sein?“, fragte ich mich. Sind die Frischetheken in Wirklichkeit das Gammelbecken des Einzelhandels? Ich ging mit mulmigem Gefühl zu den großen Kühlschränken. Dort griff ich zu einem Stück fertig abgepacktem Maasdamer der real,- Eigenmarke „Tip“. Mindesthalbarkeit 5.9.2019. Fünf Mal so lange wie der vermeintlich „frische“ Käse? „Tip Gouda mittelalt“: 17.10.2019. „Tip Emmentaler“ 17.11.2019.

Es drängen sich drei verschiedene Verdachtsmomente auf.

Der erste und vermnutlich zutreffende weil er zu der Art passt, wie der Handel Verbraucher mit Großpackungen, Abgaswerten und ähnlichem seit Jahren betrügt und verarscht: „An der sogen. „Frischetheke“ wird Ware verkauft, die kurz vorm Vergammeln steht. Die Verkäuferinnen, die offene appetitlich präsentierte Ware und natürlich das überall präsente Wort „frisch“ sollen uns darüber hinwegtäuschen, dass hier geschickte Viehhändler die ansonsten unverkäuflichen Reste als vermeintlich „frisch“ verkaufen“, ist meine Vermutung.

Oder zweitens: die hygienischen Bedingungen in den Käsefabriken beim Verpacken sind soviel besser als jene unter denen der Käse an den Käsetheken behandelt wird, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum statt einer Woche mehrere Monate beträgt. Bäh, das ist in meiner Vorstellung nur noch schlimmer. Verkäuferinnen mit ungewaschenen Fingern und schmuddeligen Käsemessern verpacken den Käse in unter hygienisch zweifelhaften Bedingungen gelagerten Folien? Ich mag mir den Rest der vermutlich schaurigen Wahrheit gar nicht vorstellen.

Oder drittens (evtl. in Kombination mit zweitens, beim Schneiden und Verpacken des Käses an der sogen „Frischetheke“ wird zusätzlich zu mangelhaften hygienischen Bedingungen die Kühlkette unterbrochen?

Wie dem auch sei. In Zeiten, in denen ich möglichst wenig ab Werk in Plastik verpackte Ware kaufen möchte, bin ich entsetzt über so viel Dreistigkeit: unverpackte, vermeintlich frische Ware vergammelt schneller und trägt zur Wegwerfgesellschaft bei?

Wie ist das in Eurem Supermarkt. Ist dort die handverpackte, frische, teure Ware auch die, die laut Mindesthaltbarkeitsdatum zuerst vergammeln wird? Schreibt mir dazu bitte Kommis. Es interessiert mich einfach. Ich werde bei meinem nächsten besuchen in anderen Lebensmittelgeschäften ebenfalls nachsehen und hier berichten. Besonders gespannt bin ich auf Edeka, die lieben ja bekanntlich Lebensmittel.

Nein, ich interessiere mich nicht für Kommentare zu diesem Artikel, die mir die Vorteile eines veganen oder vegetarischen Lebensstils nahebringen wollen. Ich kenne diese Vorteile und kaufe trotzdem Käse und Wurst. Ich esse tatsächlich viel weniger davon, als viele andere Menschen, die ich kenne. Gerade deshalb möchte ich Ware, die ich lange lagern und in kleinen Portionen verbrauchen kann.

Written by emden09

31.07.2019 at 20:33

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Autonomes Fahren Hype und (bittere) Wirklichkeit 2019

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Vorab soviel: Elektrisch fahren macht Spaß ich halte es für vergleichsweise umweltfreundlich und für eine mögliche Verkehrstechnik, um in der nahen Zukunft die Luft in den Innenstädten – trotz motorisierten Individualverkehrs zu entlasten – ich diskutiere hier nicht über den Sinn von (motorisiertem) Individualverkehr. Ja auch ich fahre lange Strecken gerne mit der Bahn.

Stattdessen beschäftigt mich folgendes: Sämtliche Autohersteller sind nach eigenen Angaben kurz davor (Teil-)Autonomes fahren in den Markt einzuführen. Ich habe mir drei Systeme genauer angesehen und vergleiche sie hier. Vorab: Die Schlußfolgerungen sind verheerend und wer wie Tesla den Mund am vollsten nimmt, hat offenbar noch am wenigsten zu bieten und am meisten zu lernen. Am Ehesten scheint es als vorweggenommenes Fazit so, dass die neueren Systeme mit möchtegern Massendaten- und Rechenprozessen derart überlastet werden, dass es aktuell noch zu keiner für den Benutzer (Fahrer) spürbaren Verbesserung gegenüber 2005 führt – aber manche Verschlechterung spürbar wird. Die Internationalisierung (also Fahrten außerhalb des Heimatlandes scheint bei keinem der beiden Hersteller besonders im Fokus zu stehen – aber für die Mehrzahl der unten geschilderten Probleme verantwortlich. Ein Windows 3.11 (das war die Version, die ab Werk das Deutsche Dezimalkomma und den 1000er-Punkt noch nicht kannte) war vergleichsweise gut internationalisiert. Kann es sein, dass sämtliche Hersteller ausschließlich teststrecken in ihrem Heimatland und nach den Verkehrsregeln ihres Heimatlandes beteiben und dort Daten sammeln? Dann würde mich nicht wurndern, was ich erlebt habe.

Aus Anlass meiner Suche nach einem Ersatz für meinen 2005er 5er BMW-touring 335d (Modellbaureighe (E60/61)habe ich mir verschieden Fahrzeuge angesehen. Dazu stellte mir BMW freundlicherweise bereits zu Ostern 2018 für mehrere Tage eine neue 5er Limousine aus der damals neuen 530e Hybrid-Serie zur Verfügung.

Gekauft habe ich schließlich im letzte Monat ein Model3 von Tesla.

Wie gesagt werde ich die drei Fahrzeuge ausschließlich in Bezug auf die Fahrunterstützungssysteme vergleichen. Vorausgeschickt und betont sei, dass ich nicht nur seit 2005 mit einem Abstandsassistenten im eigenen Fahrzeug zu fahren gewohnt bin, sondern einen solchen in der Zwischenzeit auch in einer Unzahl an Leih- und Mietwagen erleben und vergleichen konnte.

Der neue 530e ließ sich auf Deutschen Straßen hervorragend bewegen. Der Abstandstempomat war noch einmal besser als das, was ich bei meinem E60 von 2005 kenne. Vor allem auch, weil die 2005er Version sich nur im Geschwindigkeitsbereich von 30 -180kmh einstellen ließ. Die Version von 2018 konnte dagegen bis zum Stillstand herunterregeln und auch wieder anfahren. Das war im Stau, den wir an Ostern auf dem Weg nach Holland zum Testen kostenlos dazubekamen, 😉 eine sehr angenehme Eigenschaft.

Auch in der Innenstadt – getestet in Neuss, Essen und Amsterdam ließ sich der Abstandstempomat hervorragend bewegen. Auf Deutschen Autobahnen funktionierte auch die Lenkunterstützung klasse.

Geradeausverkehr ist sowieso für keines dieser Systeme heute mehr eine Herausforderung.

Spurwechsel durch Blinkersetzen, beherrschte der BMW einwandfrei. Auch zum Überholen setzte er bei freier linker Spur klaglos an, beschleunigte sauber heraus und legte einen sauberen Überholvorgang hin. Selbst Ausfahrten von einer Autobahn auf die andere (Autobahnkreuz) steuerte der BMW sauber und klaglos.

Bei schnellen Kurvenfahrten auf der Autobahn (ca 130 km/h) allerdings zeigte das BMW-System erhebliche Schwächen. Es wählte eine Kurvenlinie, die kein menschlicher Fahrer (nichteinmal ein unsicherer Rookie, welche langgestreckte Kurven ja oft in mehrere Bögen unterteilen) je so wählen würde. Kurz der BMW eierte durch die Kurven in einer Art, dass einem Angst und Bange wurde und der Lenkradeingriff durch den Fahrer oft nur mit sehr viel Mut zu verhindern war.

Auf den holländischen Autobahnen schließlich klappte dann vieles nicht mehr. Besonders die langgestreckten Autobahnabfahrten der Holländer beherrschte der BMW kaum und Lenkradeingriffe durch den Fahrer ließen sich NICHT vermeiden. Auch holländische Baustellen kann das BMW-System offenbar NICHT (Teil)autonom fahren. Ohnehin verlangt der BMW grundsätzlich mindestens eine Hand am Lenker (das ist wohl durch die Gesetzgebung so vorgegeben). Mehr als ein kurzes Naseputzen mit beiden Händen ist nicht drin, dann schaltet sich das System unter lautem Alarmgetue ab und man muss wieder von Hand weiterlenken. Aber: BMW hat Sensoren eingebaut, bei denen es genügt, den Lenker leicht – z.B. mit lässig eingehängtem Daumen zu berühren. Die später noch zu beschreibende Tesla-Lösung treibt einem dagegen das Grauen auf die Stirn.

Im Stadtverkehr Amsterdam schließlich konnte man die Lenkunterstützung des BMW im Gegensatz zu Neuss oder Essen komplett vergessen. Kreisverkehre beherrscht der Lenkassistent des BMW ungefähr so gut wie 90% der Deutschen Autofahrer: „gar nicht“! Der Abstandtempomat hingegen funktionierte hier weiterhin.

Was gegen den BMW-Hybriden sprach und schließlich gegen eine Anschaffungsentscheidung: BMW hatte zu diesem Zeitpunkt offenbar das Thema elektrisches Fahren immer noch eher auf der Blockadeliste – auf der die deutschen Automobilkonzerne das Thema ja glatte zehn Jahre verpennt haben und erst seit 2019 – zumindest im Marketing – nicht in lieferbaren Produkten – Gas zu geben scheinen. So war im BMW als EINZIGES Ladekabel ein Adapter für Haushaltsübliche Schukosteckdosen. WTF?

Die in Holland, Neuss und Essen in fast jedem Parkhaus zu findenden Ladeplätze mit Menneckes-Stecker ließen sich so natürlich gar nicht benutzen und auf einer mehrtägigen Tour winkten so nur wenige elektrische Kilometer. Dazu machte der Verkäufer keine Hoffnung: Einen „5er touring als Hybrid wird es bei uns nie geben“ war die Aussage des verkäufer der BMW-Niederlassung Düsseldorf aus dem Frühjahr 2018. Trotz fast 15 Jahren BMW musste ich mich also anderweitig umsehen.

Im Januar diesen Jahres dann entschied die Bundesregierung, die Versteuerung für Firmenfahrzeuge mit elektrischem oder teilelektrischem Antrieb zu halbieren. Damit wurde ein Tesla Model 3 plötzlich in der Steuer günstiger als der 5er touring von 2005. Ich griff für die nächsten 3 Jahre kurzentschlossen zu. Abwarten und Tee trinken, was dann kommt. Tesla hat m.E. im Bereich Elektromobilität (gerade auch durch seine Ladeinfrastruktur und die dazu passenden Navigationsempfehlungen) einen Vorsprung, hinter dem die Deutschen Autobauer noch mindestens 10 Jahre hinterherlaufen werden. Den Zusatzaufwand, den der Verkaufsprozess bei Tesla inkl. des Finanzierungsprozesses, die nichts nicht mit dem Geschäftsgebaren zu tun haben, das deutsche Autokäufer und Fuhrparkmanager gewohnt sind, konnte ich unserem Fuhrparkmanager mit Engelszungen abluchsen.

In Sachen (Teil)-Autonomes Fahren und Fahrkomfort war es dann leider auch schon.

Kleines Schmankerl am Rande: Elon Musk ist ähnlich wie die Porsche-Führung es lange Jahre war, der Meinung, dass er seinen Kunden diktieren kann, ob sie ein Head-Up-Display wollen oder nicht. War das Headup-Display bei meinem als Jahreswagen vom Werksangehörigen gekauften E60 BMW seinerzeit noch ein Gimmick, das meine Kaufentscheidung nicht beeinflusste muss ich heute Musk zurufen: „HEY Elon, I MISS THE HEADUP DISPLAY“. War der selbstgefällige Kalifornier doch der Meinung niemand würde das Head-Up-Display angesichts des großen Bildschirms im Cockpit vermissen. Das ist schlicht Blödsinn!

Gerade auf längeren Autobahnfahrten ist der ständige Wechsel der Augen zwischen Anzeige und Straße ermüdend. Egal ob die Anzeige nun direkt unter dem Lenkrad wie beim BMW ist oder rechts daneben wie beim Tesla. Aber vermutlich ist es schlicht eines dieser Internationalisierungsprobleme. Wer sich im eigenen Land bei konstant 80 Meilen (128 km/h) stundenlang nur geradeaus auf US-Amerikanischen Highways fortbewegt, wird evtl. eine Geschwindigkeitseinblendung und weitere Informationen in der Frontscheibe nicht vermissen. Wer hingegen auf Deutschen Autobahnen und innerstädtischen Straßen mit ständig wechselnden Tempolimits zu tun hat, braucht diese Infos einfach öfter. Das kommt offenbar in den auf die USA beschränkten Überlegungen des Kaliforniers Musk nicht vor.

Aber zurück zum (Teil)Autonomen Fahren. Laut Handbuch ist der Abstandstempomat „beta“. Das lässt nichts gutes ahnen. Ist doch die Auffassung US-Amerikanischer Softwarehersteller zum Begriff „beta“ hinlänglich bekannt und entspricht eher dem, was wir unter pre-alpha verstehen würden nämlich grob und unfertig zusammengeschlampt und dem Kunden (im falle Tesla) aufpreispflichtig für 3.100 Eur vor die Füße gerotzt. Konsequent ist der Abstandstempomat laut Handbuch für innerstädtische Fahrten nicht geeignet (Seite 83).

WTF? Elon, my BMW of 2005 is doing this realy well!

Der bremst nicht vor jeder Schikane selbst vor solchen, die man quasi geradeaus durchfahren kann, panisch runter und gibt dem nachfolgenden Verkehr den Eindruck hier säße entweder ein alter Mann über 90 oder ein Fahranfänger am Lenker. Jede vom Fahrer mit äuerster Ruhe und Gelassenheit hingenommene Situation (auch fließender Gegenverkehr, der seine Spur nicht verlässt) bringt den Tesla im Berufsverkehr zuverlässig mehrfach pro Kilometer zu Panikbremsungen. Ich kann daher die Feststellung des Model3 Handbuches, dass der Geschwindigkeitsregelassistent für den Innerstädtischen Verkehr nicht geeignet ist nur vollends unterstreichen. Nichts, was das E60 System von 2005 in der Innenstadt kann, kann der Tesla von 2019 (14 Jahre und Massen an „künstliche Intelligenz“ und Marketinggelaber später!)

Dass der Abstandsassistent im Tesla keine Verkehrsschilder erkennen kann, ist ein großes Ärgernis. Die aktuelle (etwa gleich teure) 5er Baureihe von BMW (s.o.) kann das und sie kann auch die (Geschwindigkeitsregelanlage) GRA an diese Geschwindigkeitsbegrenzungen anpassen. Der Tesla kann beides weder innerstädtisch noch außerhalb. Dazu kommt, dass das Kartenmaterial, das Tesla mitliefert, mindestens in den Innenstädten von verheerender Qualität ist (KEINE 30ger Zone, KEINE Spielstraße ist im Kartenmaterial verzeichnet. Der Tesla geht einfach davon aus, dass in geschlossener Ortschaft ÜBERALL 50 erlaubt ist). Übrigens auch auf INnerstädtischen Straßen auf denen 60, 70 oder gar 80 kmh erlaubt sind). Selbst dort wo auf Autobahnen das Tesla-Kartenmaterial mal zufällig die richtige Geschwindigkeitsbegrenzung gespeichert hat, kann der Tesla die GRA nicht selbständig darauf anpassen. Hier ist ein Eingriff des Fahrers notwendig. Sowohl, wenn es nach Ende eine Geschwindigkeitsbeschränkung schneller gehen soll, als auch wenn die Geschwindigkeit verringert werden müsste. WTF

Elon: Is this autonomous Driving of 2019?

Dazu kommt, dass der Abstandregelassistent auf der Autobahn bei gerade Strecke bereits einen gefühlten halben Kilometer bevor man ein vorausfahrendes Fahrzeug auf der eigenen Spur erreicht, anfängt zu bremsen. Selbst wenn die geringste (1) von sieben Abstandsstufen gewählt ist. Da wir auf Deutschen Autobahnen selbst dieser Abstandassistent weitgehend unbenutzbar. Zumal in Kurven sogar LKW oder gar die Leitplanke dazu führen können, dass der Tesla plötzlich und ohne jeden Grund die Geschwindigkeit verringert. Von einem (Teil)Autonomen Fahrzeug, das sich energiesparend fortbewegen will würde ich in 2019 übrigens erwarten, dass es selbständig einen Überholvorgang einleitet, wenn dieser möglich ist, statt die Geschwindigkeit zu verringern. Das war zumindest das was, dem 2005er BMW och fehlte.

Ansonsten ELON: EVEN THE BMW of 2005 IS DOING BETTER – MUCH BETTER!

Das automatische Wiederanfahren mit dem Tesla bei Stop and Go auf der Autobahn oder auch im Innerstädtischen Verkehr ist für den nachfolgenden Verkehr eine einzige Zumutung. Es vergehen zwischen dem Wiederanfahren des vorausfahrenden Fahrzeuges und dem des Tesla viele, viele quälende Augenblicke: Dabei ist Augenblick in Deutschland ja definiert als: „Die Zeit die vergeht zwischen dem ersten Grün der Ampel und dem ersten Hupen hinter Dir“. Beim Tesla muss man sagen:

Die da hinten hupen zu recht Elon!

Kommen wir zum Lenkassistenten. Der ist in genau einem Punkt besser als das, was man bei BMW 2018 erlebte. Langgestreckte Kurven fährt der Tesla zwar auch mit einer Linie die weit jenseits einer Ideallinie liegt. Aber wenigsten ist eine durchgehende Kurvenlinie erkennbar. Aber jetzt kommt der Knaller. Beim Tesla muss man nicht etwa die Hände Am Lenkrad lassen. Die offenbar fehlenden Sensoren für aufgelegte Hände veranlassen dagegen das System in regelmäßigen Abständen vom Fahrer zu fordern, das Lenkrad „leicht [zu] bewegen“.

Hallo! Wenn ich eine langgestreckte Kurve mit 130 durchfahre werde ich nicht anfangen am Lenker zu wackeln. Zumal das, was der Tesla als „leicht bewegen“ auffasst, stark differiert. Reicht manchmal ein kurzer Lenkeingriff, der kaum zu spüren ist, muss man ein andermal mit erheblichem Widerstand in die aktuell gefahrene Linie eingreifen, um den Lenkassistenten nicht zu „drakonischen Strafen“ für den Fahrer zu provozieren. Bewegt man nämlich dreimal innerhalb eine bestimmten Zeit den Lenker nicht rechtzeitig „leicht“. Wird der Tesla zickig: „Der Lenkassistent ist auf dieser Fahrt nicht mehr verfügbar“ (mit Zickenstimme zu sprechen und ein „Ätschibätsch das hast Du jetzt davon“ dazu zu denken). Selten über so viel Steinzeitpädagogik derart herzlich gelacht. Zumal einen kurzen Stopp mit einlegen der Parkstufe und Wiederanfahren später, der Lenkassistent natürlich wieder in der gewohnten „QUALität“ *auf dieser Fahrt* zur Verfügung steht. Da freut sich dann das Kind im Manne, den bösen Oberlehrer überlistet zu haben.

Was für eine Kinderkacke habt Ihr Euch den da ausgedacht ELON?

Spurwechsel. Setzt man den Blinker bei eingeschaltetem Lenkassistenten soll der Tesla die Spur wechseln. Was im BMW von 2018 in 29 von 30 Fällen in beide Richtungen funktioniert, funktioniert beim Tesla in 3 von vier Fällen nach rechts NICHT. Nach Links habe ich den Tesla zu genau einem Überholvorgang auf 450km weitgehend (stau)freier Strecke bei zig Versuchen bewegen können. Alle anderen notwendigen Überholvorgänge fing der Tesla trotz fehlendem Nachfolgendem Verkehr gar nicht erst an oder brach sie mittendrin unter lautem Gemotze („Sofort die Lenkung manuell übernehmen“) und auf halber Strecke in der Überholspur bremsend (das ist Verkehrsgefährdung ELON!) ab. Ausfahrten, wie im Handbuch beschrieben kann der Tesla gar nicht fahren. Zumal er auf der Verzögerungsspur die Geschwindigkeit nicht verringert. Alles vermutlich lediglich Internationalisierungsprobleme. Wer seine künstliche Intelligenz unter der US-Amerikanischen „Keep-Your-Lane“- Doktrin trainiert, wird halt nicht genug Daten über mögliche Spurwechsel in einem System mit Rechtsfahrgebot sammeln.

30ger Zonen, Spielstraßen, Autobahnen mit Kurven? Man mag es den Kaliforniern nachsehen und glauben, dass sie (Teil)Autonomes Fahren bei US-Amerikanischen Straßenverhältnissen besser draufhaben und es sich bei dem von mir erlebten lediglich um ein Problem mangelnder Internationalisierung handelt, was der Tesla hier vorführt. Der Abstandassistent jedenfalls fällt weit hinter das zurück was der BMW E60 aus dem Jahr 2005 locker beherrschte.

Tesla: 14 Jahre Rückstand bei der Geschwindigkeitsregelung? Und dafür 3.100 Euro Aufpreis? Das darf eigentlich in einer Branche, die so rasante Fortschritte macht, wie die Computerindustrie in dieser Zeit, nicht sein. Der Lenkassistent den Tesla hier anbietet hingegen ist (bis auf die zügigen Kurvenfahrten) schlechter als alles, was ich in Leih- und Mietwagen in den letzten 5 Jahren erleben durfte. Darunter waren Mercedes, BMW, Audi, Volvo, Ford und Jaguar.

Zusammenfassend darf man sagen: Wenn das was Tesla (aber auch BMW 2018) aktuell am Markt verfügbar abliefern, der aktuelle Stand des autonomen Fahrens ist und vor allem, wenn das was sich da seit 2005 getan hat, die aktuelle Geschwindigkeit des Fortschritts beim autonomen Fahren ist, dann müssen sich die Brummifahrer die heute 20 (sorry 21) sind, bis zur Rente nicht allzu viele Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

Bei einem IT-ler macht sich angesichts des Display des Tesla Verzweiflung breit.

Tatsächlich zeigt das Auto den meisten Verkehr in der Umgebung weitgehen korrekt an. LKW, Lieferwagen, PKW. Motorräder, Radfahrer und Fußgänger werden korrekt erkannt. Dabei springen jedoch stillstehende Fahrzeuge und Fußgänger an der Ampel oft vor und zurück, während auf mehrspurigen Straßen in gerader Linie rechts oder links vorbeiziehende Fahrzeuge oft Haken schlagen, mit denen, wenn sie ein Häschen in der freien Wildbahn zuwege brächte, wohl jeder noch so gute Jäger seine liebe Müh und Not hätte. Fußgänger hingegen überqueren die Fahrbahn meist quer zur Fahrtrichtung mit dem Gesicht zum Fahrer.

Und ELON: Der Geister Motorradfahrer ohne Kopf direkt in meinem Kofferraum gestern bei der Ausfahrt aus der Tiefgarage hat mich zu Tode erschreckt.

D.h. in meiner Interpretation die Systeme Sammeln offenbar Massen an Sensordaten, sind aber nicht in der Lage, diese sinnvoll auszuwerten. Noch weniger scheinen sie in der Lage, sinnlose Ergebnisse ihrer Berechnungen zu verwerfen (Haken schlagende Fahrzeuge bei 130 km/h ???) oder sie wenigstens nicht in sinnlose – für die Insassen und den Fahrer äußerst unbequeme (Brems- und Lenk-) Aktionen zu überführen. Könnte man die Sensoren im aktuellen Tesla Model3 mit der Software des BMW von 2005 kombinieren, ich würde über das UP-Date (vorwärts in die Vergangenheit) nicht lange nachdenken.

Und ein Head-Up-Display als Zubehör, Bitte gebt mir mein Head-Up-Display wieder! Von mir aus als kostenpflichtiges Zubehör!!!

Written by emden09

03.04.2019 at 11:05

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Fluchtursachen bekämpfen – am eigenen Leib!

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Menschen, die in Deutschland oder allgemein in der EU leben glauben also, sie selbst hätten nicht massiv profitiert, als die Fluchtursachen in Asien, Afrika und Südamerika geschaffen wurden.

 

Wenn Sie es ernst meinen mit dem Denken, darf ich Sie bitten, schauen Sie sich um.

 

Welches der Geräte, die Sie benutzen, um diese Nachricht zu lesen, ist Ihr Eigentum oder wird Ihnen unentgeltlich zur Verfügung gestellt? Wissen Sie oder können Sie sich vorstellen, wie viele der Arbeiter*innen, welche die Rohstoffe für diese Geräte fördern, diese Geräte zusammenbauen, testen, verpacken und bis zu Ihnen befördern wenigstens den in Deutschland üblichen Mindestlohn erhalten? Der letzte, Ihr Paketbote – in der Mehrzahl der Fälle vermutlich auch nicht. Ja, das gilt auch, wenn Sie das Gerät in einem Ladengeschäft erworben haben.

 

Schauen Sie an sich herab. Welches der Kleidungsstücke die Sie tragen wurde inkl. der Fasern in Deutschland – oder einem anderen Land produziert von Menschen, die wenigstens den Deutschen Mindestlohn erhalten, nach hiesigen Sozial- und Sicherheitsstandards arbeiten oder wohnen?

 

Was haben Sie heute gefrühstückt? Was hatten Sie gestern zum Abendessen? Sind Sie sicher, dass keine Ihrer Mahlzeiten Menschen in den o.g. Kontinenten ausbeutet oder aus Deutschland stammende Nahrungsmittel (z.B. Milchprodukte) hier nur deshalb so billig sein können, weil wir die landwirtschaftliche Rohstoffproduktion (z.B. Milchwirtschaft) in den Ländern, aus denen Menschen fliehen ruinieren? Woher kommt das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“?

 

Warum funktioniert die Infrastruktur, Busse, Bahnen, Rettungs- und Pflegedienste um Sie herum? Ja, weil wir deren Aufbau „mit unseren Steuergeldern finanziert“ haben. Aber warum haben unsere Steuergelder ausgereicht, um all das zu finanzieren? Richtig, weil unsere Bundeswehr oder Armeen anderer Ländern zu unserem Nutzen in den Herkunftsländern der Geflüchteten seit Jahren Kriege führen oder Stellvertreterkriege unterstützen, damit Rohstoffe (z.B. Erdöl, Lithium) für diese Art von Wohlstand billig produziert werden. Keine*r der Arbeiter*innen, die diese Rohstoffe fördern, veredeln und bis zu uns befördern, arbeiten für den Deutschen Mindestlohn unter den in Deutschland üblichen vergleichsweise sicheren Arbeitsbedingungen und mit der hier üblichen sozialen Absicherung.

 

Wenn Sie glauben, Sie hätten es verdient, all diese Menschen auszubeuten oder durch Unternehmer für sich ausbeuten zu lassen, weil Sie hier in Deutschland geboren sind, ist dieser Artikel nicht für Sie geschrieben. In dem Fall sind Sie einer der rechten Vollidioten, die einfach weitergehen sollten und auf meinen Blog nichts zu suchen haben. Aber auch in diesem Fall gehören Sie natürlich zu den Ausbeutern, den Profiteuren und Förderern der Fluchtursachen und müssen sich eingestehen, dass Ihr relativer Reichtum, ihre relative Sicherheit, im Vergleich zur Armut der Menschen in den Herkunftsländern der Geflüchteten nur existiert, weil Sie die Fluchtursachen mitverursachen.

Written by emden09

13.07.2018 at 08:55

Hirn ist eine Heimat

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Die Kultur eines Landes das zwei Weltkriege angezettelt, den Holocaust mit breiter Mehrheit getragen hat und in dem bis heute Waffenexporte in Kriegsgebiete zur legalen und legitimen wirtschaftlichen Tätigkeit gehören, ist nicht seit Jahrhunderten von Jesus Christus geprägt.

Nun mag es sein, dass die Dobrindts, Seehofers und FAZs dieser Welt mit „Christentum“ etwas anderes meinen als die überlieferten Lehren des Jesus von Nazareth genannt Christus. Dann sollen Sie es uns bitte erklären, welche Form von Christentum sie meinen.

Dieses Deutschland hat einen Artikel 4 in seiner Verfassung den ich hier für alle des Googelns unfähigen Leser mal vollständig zitiere.

  1. Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
  2. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
  3. Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Das heißt zu diesem land GEHÖRT jeder Glaube, den irgendjemand ausüben will! Dazu gehört qua Verfassung auch der ISLAM! Ich selbst bin Ateist auch das ist ein Glaube und auch dieser gehört damit zu DEUTSCHLAND.

Ja, tatsächlich die Ausübung der Glaubensfreiheit ist auch in Deutschland eingeschränkt und zwar durch höherwertige Rechtsgüter, wie die Artikel 1 bis 3 des Grundgesetzes sie vorgeben. D.h. wenn man über eine einzige mögliche Einschränkung des Islam in Deutschland sprechen will, muss man sich gleichzeitig mit den Juden anlegen. Denn das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird durch die Beschneidung von männlichen Nachkommen im Kindesalter eingeschränkt. Diese Diskussion aber möchte, aus durchsichtigen Gründen keiner der o.g. Populisten führen.

Der Staat – also speziell auch ein Minister – ist (spätestens) durch Spruch des Bundesverfassungsgerichtes zur strikten Neutralität in Fragen der Religion und Religionsausübung verpflichtet. Wer das als Innenminister nicht kann, wie Herr Seehofer, sollte vom Amt zurücktreten.

Politische Korrektheit mag keine Heimat sein, aber Hirn – Herr Dobrindt – könnte eine Heimat sein für geistig heimatlose Gesellen wie Sie.

 

Written by emden09

26.03.2018 at 18:20

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Sommerzeit?

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Da fordert also eine kleine unqualifizierte Populistenpartei vom rechten Rand (aka FDP), Deutschland solle auf eigene Faust im Alleingang und entgegen sämtlicher EU-Richtlinien die Zeitumstellung im Sommer abschaffen.

 

Nun will ich gar nicht über Sinn und Unsinn der Sommer- bzw. Winterzeit diskutieren. Eine einheitliche Regelung in ganz Europa hingegen ist sinnvoll. Nicht zuletzt die Richtlinie des europäischen Parlamentes 2000/84/EG vom 19.1.2001 stellt dies wiederholt fest.

 

Wenn nun das Land mit den (gefühlt) meisten Binnengrenzen innerhalb der EU von dieser EU-Richtlinie abweichen würde, würde der maximale Schaden, den diese EU-Richtlinie verhindern soll sofort eintreten. Entsprechend haben im Bundestag außer den Populisten alle Parteien diese unsinnige Initiative geschlossen abgelehnt.

 

Stattdessen ist es sinnvoll, dieses Thema auf europäischer Ebene, wo es seit der Einführung der MEZ seit 125 Jahren hingehört gemeinsam zu diskutieren und zu regeln.

 

Dass es weder im Sinne der Sicherheit des Verkehrs (auf Straße, Bahn und in der Luft) noch im Sinne der Betriebssicherheit von IT-Systemen sein kann, wenn ein einzelnes Land hiervon abweicht dürfte jedem denkenden Menschen binnen kurzer Zeit klar werden. Wie gesagt, in die Einführung der MEZ – also einer einheitlichen Zeitzone abhängig vom Längengrad (15) hatten sämtliche denkenden menschen in Europa schon vor 125 ein Einsehen. Damals wurden grenzüberschreitende Eisenbahnverbindungen noch von wenigen menschen benutzt, der KfZ-Schwerlastverkehr spielte für die Industrie noch fast keine Rolle und IT-Systeme im heutigen Sinne gab es noch gar nicht. Dennoch kapierten die Menschen, dass unterschiedliche Zeitzonen innerhalb eines Längengrades sich auf ihre Leben ausschließlich hinderlich auswirken.

 

Heute, wo die Grenzen zwischen den Ländern in Europa – zum Segen aller – weitgehend offen sind ist entsprechend eine einheitliche europäische Regelung ausschließlich sinnvoll. Im Land mit den meisten Binnengrenzen innerhalb der EU ist eine andere als eine einheitliche Lösung überhaupt nicht denkbar Dennoch fordert ausgerechnet eine Partei, deren Klientel vor allem von dieser einheitlichen Zeitzone profitiert eine Abschaffung dieser Einheitlichkeit für jeweils ein halbes Jahr. Dass weder die Klientel der FDP noch sonst ein denkender Mensch wollen kann, dass Deutschland eine andere Zeitzone hat als seine Nachbarn ist also klar.

 

Was also will die FDP mit ihrer Gesetzesinitiative ausgerechnet im März? Genau: es geht um Populismus! Die Umstellung auf Sommerzeit ist für jeden Menschen unbequem. Ihre Nützlichkeit ist zu recht umstritten. Speziell zum Zeitpunkt der Umstellung darüber abstimmen zu lassen, bringt also viel öffentliche Aufmerksamkeit. Offenbar eint es die Populisten im Bundestag diese Aufmerksamkeit mit einer ansonsten völlig unsinnigen Initiative für sich gewinnen zu wollen.

 

Die FDP zeigt hier, dass sie eben gerade nicht gegen die Verschwendung von Steuergeldern ist. Für eine Initiative, die ausschließlich populistische, aber keine sinnvollen Gründe haben kann, im Bundestag Geld für eine Abstimmung und alle damit verbundenen aufwändigen Verwaltungsprozesse rauszuwerfen dürfte genau die Art Steuerverschwendung sein, welche die FDP gut heißt. Geld rausschmeißen für nix. Dafür steht also die FDP zusammen mit AfD und der Linke (die diesem Schwachsinn auch noch zustimmte).

 

Gut dass diese Initiative im Bundestag mit breiter Mehrheit abgelehnt wurde. Zum ersten Mal freue ich mich, dass wir wieder eine GroKo haben und das obwohl ich ansonsten in das NoGroKo-Lager gehöre. Nun kann im Sinne der Sache (einer einheitlichen mitteleuropäischen Zeitzone) in dem Rahmen der dafür geeignet ist (EU) in der gebotenen Ruhe und Sachlichkeit weiterdiskutiert werden. Und das ist gut so!

Written by emden09

26.03.2018 at 11:48

Veröffentlicht in Allgemein

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