emden09

nie angepasst

#deleteFacebook ist #deleteHirn (#DestroyTracking wäre mit Hirn!)

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Also, ihr seid so richtige echte Aktivisten, denn ihr habt Euren Facebook-Account sofort gelöscht: „deleteFacebook“! Jetzt sind Eure Daten wirklich sicher! Ihr habt so richtig was für den Datenschutz getan und es Facebook zusätzlich noch so richtig gezeigt? „Vergiß es“ würde Bernd das Brot dazu wohl sagen.

Facebook haben die Verluste an der Börse Millionenmal mehr geschmerzt als all Eure Abmeldungen zusammen. Warum? Weil die Börse keine Abstimmung über ethisches Grundsätze und ethisches Verhalten ist. An der Börse wird spekuliert, wie erfolgreich ein Unternehmen sein kann. Wenn also unethisches Verhalten des Unternehmens plötzlich ruchbar wird, ist bei einer Datenkrake wie Facebook der Gewinn in Gefahr. Denn Gewinn macht Facebook nicht mit den Nutzern. Gewinn macht Facebook mit Tracking.

Tracking?

So leid es mir tut Euch das sagen zu müssen: Facebook trackt Euch auch, wenn ihr abgemeldet seid und Euer Account gelöscht ist oder ihr nie einen Facebook Account hattet. Hier im Tracking von Facebook und zig anderen weltweit operierenden Firmen entshen die wirklich wertvollen Daten. #deleteFacebook ist für diese Leute eine willkommene Nebelkerze, hinter der sie ihre Geschäfte weiter in Ruhe betreiben können, weil das eigentliche problem „Tracking“ aus dem Fokus gerät.

Es interessiert auch keine Sau, ob ihr gerade ein Foto aus den Dolomiten postet. Das ist bestenfalls für die auf Facebook selbst geschaltete Werbung interessant -kann man ein bisschen mehr Geld mit verdienen als mit nichtpersonalilsierter Werbung: that’s it.. Bezahlt aber werden Tracking-Firmen wie Facebook, Google uvam. hauptsächlich von Firmen die wissen wollen:

  • Wo geht ihr hin, wenn ihr deren Webseite verlasst?
  • Welche Webseiten besucht Ihr gleichzeitig ggf. in anderen Tabs?
  • Wie häufig besucht Ihr bestimmte Webseiten?
  • Welche Suchbegriffe gebt Ihr bei Google ein?
  • Wer A mag, mag außerdem eher B,C,D, oder E?
  • Wer A nicht mag, mag was von C, D, E oder F auch nicht?
  • usw.usf.

Was viele aus dem Snowden-Skandal nicht gelernt haben: Die Metadaten sind interessant (interessanter als alles andere) und dabei größtenteils nicht der Einzelne sondern die Summe der Teile. Zu wissen, dass 50% der Leute, die mit der AfD sympathisieren gerne Nutella essen ist wichtiger als dass Oma Müller aus Rostock gerade von der Seite der AfD direkt zu Nutella weitergesurft ist. Wenn dann morgen in der Bild steht: „Wegen Flüchtlingen, Schokolade jetzt doppel so teuer“, dann wisst Ihr was Tracking macht. Dann wisst Ihr, wie Facebook-Kunden ticken und wofür diese Leute Facebook jede Menge gutes Geld bezahlen. Dann wisst Ihr warum Börsianer aktuell Facebook-Aktien verkaufen.

Könnte sein, dass bestimmte Auftraggeber von Facebook und anderen Tracking-Diensten die Öffentlichkeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser? Genau das ist der Punkt. Für die Facebook-Kunden ist es nicht wichtig ob Facebook sich ethisch verhält, sondern dass nicht rauskommt, dass Facebook sich unenthisch verhält. Wenn es nämlich rauskommt, könnten diese Facebook-Kunden ggf. plötzlich selbst als „unethisch“ im Fadenkreuz der Öffentlichkeit stehen.

D.h. dass die Trump-Wahlkampagne wegen des unethischen Verhaltens eines Facebook Kunden (Cambridge Analytica aka SCL-Group) im Fadenkreuz der Öffentlichkeit steht, schreckt andere Kunden dieser Unternehmen ab, nicht dass Facebook sich unethisch verhalten hat als es SCL die Daten weitergab.

Ein vergleichsweise „seriöser“ Anbieter wie heiseonline trackt Euch im Auftrag von bis zu 32 Firmen gleichzeitig. Die machen das nicht einmal selbst. Die haben schlicht Platz auf ihrer Website an eine Werbefirma verkauft. Die schaltet dort automatisiert Werbung und die Werbung jubelt Euch Tracker unter.

Aktiv werden statt Aktionismus (auch wer auf Facebook bleibt kann etwas gegen App-Tracking tun.)

Was also können wir machen statt mit dem Facebook-Account auch unser Hirn zu löschen? Wir können vier Tools (Browser-Plugins) gleichzeitig einsetzen:

Das macht uns zwar nicht 100% sicher vor Tracking aber es macht Tracking um viele Größenordnungen weniger interessant.

 

Wenn morgen rauskommt, dass weltweit 50% der Internetnutzer diese Tools einsetzen, sinken nicht nur die Aktien von Facebook um mehrere zig Milliarden. Versprochen! Das wäre dann  DESTROY TRACKING statt DeleteFacebook.

Ja, diese AdOns sind nicht bequem. Viele Webseiten werden gar nicht mehr oder nur noch verstümmelt angezeigt (speziell ohne Javascript). Schaltet Javascript, wenn Ihr diese Websites benutzen wollt „benutsam“ wieder zu und vor allem nur „temporär“. Spiegel Online z.B könnt ihr auch lesen, wenn ihr gar kein Javascipt freigebt und gleichzeitig Adblock-Plus aktiv habt.

Guter Journalismus braucht Werbung?

Und lasst Euch jetzt nicht von den Journalismus-„Experten“ erzählen, dass guter Journalismus nur funktioniert, wenn ihr Werbung akzeptiert. Wenn Ihr Werbung online akzeptiert werdet ihr getrackt. Mit Traking durch Werbung verdienen schlechte Verleger, die nicht in der Lage sind, sich angemessene Geschäftsmodelle für die Online-Welt zu überlegen und zu entwickeln (Stichworte z.B. Micropayment) Geld und bezahlen damit Journalismus, der in ihrem Sinne berichtet. Da mag sogar das eine oder andere Stück brauchbarer oder gute Journalismus drunter sein. Der Link „guter Journalismus braucht Werbung“ jedenfalls ist genau der, von dem Cambridge Analytica, SCL Group, Google uvam. hoffen, dass ihr auf ihn hereinfallt.

Browsereinstellungen

Dann sind da noch die Cookies. Schon Oma und Opa haben uns erzählt, wir sollen von Fremden keine Kekse annehmen. Das selbe Verhalten sollten wir jetzt im Web an den Tag legen. Cookies ganz vermeiden geht für uns als User vermutlich nicht. Viele Webshops funktionieren nicht, wenn wir ihre Cookies nicht akzeptieren. Aber, wir können die Einstellungen im Browser so ändern, dass Cookies jedes Mal gelöscht werden, wenn wir den Browser verlassen (Im Firefox z.B. befinden sich die entsprechenden Einstellungen unter „Extras-Einstellungen-Datenschutz und Sicherheit-Chronik“. Da einfach mal auf „nach Benutzerdefinierten Einstellungen…“ klicken und schon seht Ihr die Möglichkeit sowohl Cookies zu löschen, als auch die Chronik zu löschen, wenn Firefox geschlossen wird.

„Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ wäre der nächste Punkt im Datenschutzmenü vom Firefox, mit dem wir der Tracking-Mafia das Fürchten lehren können. Der „Schutz vor Aktivitätenverfolgung sollte auf „IMMER“ stehen. Die „Blockierliste Ändern“ Einstellung sollte „Disconnect me – Strenger Schutz“ sein. „Webseiten eine ‚Do Not Track‘-Information senden“ sollte auf „Immer“ eingestellt sein.

Und mehr

Auch auf Mobilgeräten gibt es viele Einstellungen, die Euch erlauben Eure Daten privat zu halten. Informiert Euch!

E-Mail. Jede nicht „Ende zu Ende“ verschlüsselte Mail wird spätestens von Mailserver-zu Mailserver im Klartext übertragen. Mindestens die Metadaten (wer kommuniziert mit wem) sind selbst bei verschlüsselten mails noch mitzulesen.

Benutzt starke Verschlüsselung!

  • Posteo macht Euch verschlüsselten Mailverkehr vergleichsweise einfach.
  • Signal und Telegram ermöglichen Euch Verschlüsselung über das E-Mail-Protokoll hinaus

Fazit

Wenn Ihr Euren Facebook-Account löscht, mag das ein Signal sein. Aber wofür? Facebook sammelt und verkauft Eure Daten weiterhin (und zwar den wirklich wertvollen Teil – siehe das oben stehende fiktive Beispiel „AfD und Nutella“) und macht genau so viel Geschäft an Euch wie zuvor. Wenn Ihr stattdessen massenhaft das Tracking im Web verweigert, Werbung blockt und starke Verschlüsselung nutzt, dann schreckt ihr damit genau die Leute auf, die Facebookgate ausgelöst haben.

Von mir aus löscht Eueren Facebook-Account, aber löscht nicht gleichzeitig Euer Hirn:

(Nicht nur) Facebook verdient mit Leuten die ihre Accounts löschen und dennoch Tracking nicht verweigern genauso viel Geld wie zuvor.


PS: auch dieser Artikel „überwacht“ Sie!

Von mir nicht beeinflussbar, spielt WordPress Ihnen Werbung ein. Diese enthält Tracker (ich weiß nichtmal welchen Typs noch von wem – sonst würde ich es genauer benennen.)Dazu kann das bei jedem von Ihnen liebe LeserInnen unterschiedlich sein, je nachdem, welche Werbung ihnen gerade von wem angezeigt wird, enthält diese unterschiedliche Tracker unterschiedlicher Auftraggeber. Ja, es kann sogar sein, dass eine (oberflächlich) gleich aussehende Werbung, wenn sie über unterschiedliche Kampagnenkanäle (Werbeanbieter) eingespielt wird unterschiedliche Trakcer beinhaltet. Mal mehr, mal weniger. Mal den einen nicht, dafür den anderen.

Darüber hinaus benutzt WordPress google-analytics, um Ihr Surverhalten auszuwerten.

Die Buttons von Facebook und Twitter können beliebig mit Trackern belegt werden – von WordPress!

Und das „schönste“ ich als Betreiber dieses Blogs erfahre weder, welche Daten gesammelt wurden, noch wer diese erhalten hat. Das mitzuteien würde ganz alleine den Werbefirmen obliegen, die für WordPress Werbung auf diesem Blog „einspielen“. Da aber weder Sie noch ich zu den Kunden dieser Firmen zählen und auch WordPress nicht deren Kunde, sondern deren Lieferant ist, dürfen Sie davon ausgehen, dass die Mehrzahl der Daten nicht einmal WordPress selbst zur Verfügung stehen.

So funktioniert nun einmal Social Media – jeder bezahlt mit seinen Daten (und Metadaten!) dafür, dass ihm Dienste kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hier also bezahlen Sie mit Ihren Daten und Metadaten die Dienstleistung von WordPress, eine Softwareplattform zu entwickeln und auf ihren Servern zu betreiben.

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