emden09

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„Obacht, Hype!“ – Wenn Sensationen Fakten verdrängen

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Deine Darstellung ist sehr interessant. Die kritische Betrachtungsweise freut mich. Ein sehr guter und empfehlenswerter Artikel.

Am Ende aber bleibt mir eine Frage. Wir schließen aus heute analysierter DNA auf das Geschlecht einer Person?

Wenn ich die von Dir gezeigte Abbildung richtig deute, wurden in dem BJ 581 Grab auch Knochen der bestatteten Person gefunden. Waren die dabei gefundenen Beckenknochen so uneindeutig, dass sie vor dem DNA-Test als „männlich“ durchgehen konnten?

Worauf ich hinaus will: Wieso gehen wir heute so selbstverständlich davon aus, dass Personen mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen (bei gleichzeitig eindeutiger DNA!) in früherer Zeit (Wikinger) seltener waren als heute?

Oder anders herum gefragt: Gerade wenn typisch „weibliche Grabbeigaben“ (Fibeln etc.) fehlen und die Knochen zunächst als männlich klassifiziert wurden liegt für mich die Frage nah, ob es sich nicht um eine Person mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen gehandelt haben könnte. Und: ja, die Beantwortung diese Frage führt nur zu weiteren Spekulationen. Die Möglichkeit der Existenz solcher Personen allerdings von vornherein auszuschließen, macht eine kritische archäologische Auseinandersetzung nicht einfacher.

Hoplit

Wissenschaftliche Entdeckungen schaffen es leider sehr selten in die Schlagzeilen, besonders wenn man sie mit den Verbalflatulenzen eines amerikanischen Präsidenten vergleicht. Umso erfreulicher ist es dann, wenn einmal eben eine solche Entdeckung in die Schlagzeilen kommt, im Speziellen wenn diese Entdeckung aus dem Bereich der Archäologie stammt.

Problematisch wird es aber, wenn aus der wissenschaftlichen Entdeckung ein Hype wird, und dabei einige wichtige Details ausgelassen werden.

Von Wikinger-Kriegerinnen und nordischen Muslimen

Zwei interessante Entdeckungen aus Schweden im Kontext der Wikinger sind echte Paradebeispiele dafür, was passiert, wenn sich eine „Entdeckung“ zum Hype entwickelt, und sämtliche Skepsis sowohl von Seiten der Medien als auch von Seiten der Leser mal schnell über Bord geworfen wird, was man auch bei manchen Reenactors beobachten kann.

Das erste Beispiel fand beim Focus unter der eigentlich schon recht eigenartig formulierten Schlagzeile „Schwedische Forscher sicher: Einer der größten Wikingerkrieger war eine Frau“ Beachtung. Es geht…

Ursprünglichen Post anzeigen 2.472 weitere Wörter

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Written by emden09

19.10.2017 um 11:02

Veröffentlicht in Allgemein

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