emden09

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Archive for Februar 2017

Eure Nippelzensur kotzt mich an

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Wer kennt Sie nicht, die Fotografien auf Facebook, bei denen die zuvor bewusst aufgenommenen Brustwarzen weiblicher Models in irgendeiner Weise unkenntlich gemacht wurden (Sternchen, Balken usw. usf.).

Vorweg soviel: Natürlich ist es lächerlich, dass unmenschliche Hetzer wie AfD, Pegida und Trump auf Facebook ausreichend Raum bekommen, aber unschuldige Brustwarzen zensiert werden müssen. Aber wir wissen das alles, BEVOR wir diese Plattform nutzen!

Ich finde es entsprechend noch lächerlicher diese Bilder auf Facebook zu posten und mit entsprechenden Zensurmerkmalen (Sternchen, Balken etc.) vorzuzensieren! Ja, Sex sells! Und ich bin bestimmt der letzte, der mit irgendwelchem puritanischen Scheißdreck um die Ecke kommt. Ich sehe gerne, gute Aktfotos, auch und gerade auf Facebook. Aber, liebe FotografInnen, wenn Ihr ein Model vor der Kamera habt, das sich für Euch nackt ausgezogen hat, bedenkt doch Folgendes: Dieses Model hat sicher eine absolut glaubwürdige Pose auf Lager, bei der ausgerechnet die Brustwarzen nicht erkennbar sind. Die paar künstlerisch wertvollen close-up-Bodypartaufnahmen von ausschließlich Brustwarzen mal ausgenommen . Kriegt Ihr es wirklich nicht hin, für „Sex sells“ die Aufnahme aus dem Shooting zu nehmen (oder während des Shooting extra anzufertigen!), in der keine Brustwarze sichtbar ist, wenn Ihr denn das Shooting auf Facebook publishen wollt? Sorry, aber mich kotzen Eure Sternchen und Balken-Fotos gerade dermaßen an.

Zumal dann ja oft noch die Überlegung dazu kommen könnte, ob das was man nicht sieht evtl. der erotischen Spannung der Aufnahme zuträglicher ist, als die pure Nacktheit. Ein Sternchen, nach Möglichkeit auch noch in weiß bei Lowkeys, oder in schwarz vor hellem Hintergrun – nach dem Motto: „seht her, ich habe einen Nippel fotografiert“ hingegen, turnt mich ausschließlich ab und die manieristische Attitüde dahinter kotzt mich an.

Und nein, ich widerstehe der Versuchung hier einzelne an den Pranger zu stellen. Schaut in FB-Gruppen wie Akt, Boudoir, Lingerie und macht Euch selbst ein Bild.

Written by emden09

24.02.2017 at 12:50

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Das macht Sinn!

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Nein, die Formulierung „das macht Sinn“ ist an sich natürlich völlig sinnlos. Selbst das englische „make sense“ („Sinn ergeben“) aus dem diese Formulierung wohl wörtlich ins Deutsche übertragen wurde ist für sich genommen nicht besser. Wir könnten jetzt also fluchen: ich hasse diese fucking Anglizismen. Ha, ha!

 Doch andererseits ist die Formulierung „das macht Sinn“ inzwischen „eingebürgert“. Jeder weiß, dass sie ein Idiom, ja fast schon ein Synonym ist, für die grammatikalisch richtige Formulierung „das halte ich für sinnvoll“. Natürlich können wir uns jetzt an den verstaubten Duden, seine überbezahlte Redaktion und unser Schulwissen von vor vierzig Jahren klammern und in holdem Altersstarrsinn behaupten: „nein, diese Formulierung ist für mich sinnlos“.

 Wir können uns aber auch einfach daran gewöhnen, dass eine lebendige Sprache, lebt und sich wie jeder lebende Organismus verändert. Dass eine solche lebendige Sprache unter Umständen neu Idiome ausbildet, die uns genauso gut gefallen, wie ein Pickel am Gesäß, ist sicher richtig. Am Ende aber bleibt eben dieses „Gefallen an etwas finden“ Geschmackssache. Für jeden verständliche Idiome also als „falsch“ abzulehnen, weil sie nicht dem persönlichen Geschmack entsprechen, ist irgendwie hochnäsig, überheblich und manieristisch – macht also keinen Sinn 😉

Written by emden09

07.02.2017 at 09:20

Veröffentlicht in Allgemein

Streetfotografie – Eine Ernüchterung

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Wir waren gestern in der Ausstellungseröffnung im NRW Forum „Lindbergh / Winogrand: Women on Street“.

 

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Ich war am Ende sehr enttäuscht – oder sagen wir lieber ernüchtert.

Ja, es war voll und es war meine erste Vernissage in diesem „Forum“.

Positiv: Wir kamen um 18:30 am Forum an und konnten deshalb schon mit dem ersten Schwung Leute rein.

Die ausgestellten Werke von Lindbergh waren dann die erste Ernüchterung. Er hatte sich scheinbar einfach ein Model genommen und seine Modefotografie auf die Straße verlegt. Die Dame durfte sich im Laufe des Shooting 2-5 mal umziehen. Aber die „Street“ war ausschließlich Staffage und das Model wirkte in den meisten Fotografien wie ein Fremdkörper. Man hätte sie in die meisten Fotos sogar mit Photoshop reinmontieren können, so wenig Interaktion  von Ihr mit der „Street“ aber auch so wenig Reaktion der „Street“ auf sie war zu sehen. Das Titelbild dieses Beitrages mag  da exemplarisch sein. Dass Lindbergh dann ab und zu die Kamera schief gehalten hat empfand ich schon fast als eine manieristische Frechheit. Sei’s drum, er ist ein großer Fotograf und wenn er sowas darf, dürfen wir das in Zukunft auch. Wir nenne es dann halt „lindbergh“-Style. Warum mir die ganze Zeit zum bekannten Partysong die Textzeile „Das sind keine 35 mm, nie im Leben lieber Peter“ durch den Kopf ging weiß ich selbst nicht so genau.

Winograd gefiel mir deutlich besser. Aber da sind wir dann wieder bei meiner „üblichen“ Kritik am Forum, das ich despektierlich gerne auch als „Club der toten Dichter“ bezeichne. Ich war wg. Lindbergh gekommen, weil er eben noch als „contemporary“ gelten kann.

Die eigentliche Enttäuschung des Abends aber war das Publikum. Als es so weit war, dass der Kurator und später auch Lindbergh selbst das Wort ergriffen, demonstrierte die schicki micki gekleidete Bussi-Tussi-Meute Desinteresse vom Feinsten. Statt mal eben das dumme Plappermaul zu halten, sich nicht mehr über den Geschmack der gereichten alkoholischen Kaltgetränke oder Tante Helgas Hämorrhoiden zu unterhalten, wurde einfach munter über sämtliche Belanglosigkeiten des Lebens – nicht etwa mit gesenkter Stimme sondern in voller Lautstärke weitergeplappert.

Sehen diese Leute sich im normalen Leben nicht? Haben sie keine Accounts auf sozialen Medien, wo sie ihren Klatsch-und-Tratsch-Müll austauschen können? Sorry, wenn ich zu einer Vernissage gehe und der „Künstler“ das Wort ergreift, würde ich gerne hören, was er zu sagen hat. Aber so viel „Kultur“ oder sollte man sagen „Kultiviertheit“ hat bei dem Pack im Forum offensichtlich noch nicht Einzug gehalten. Unnötig zu erwähnen, dass sie Lindbergh als er sein Statement beendet hatte, artig Beifall spendeten – besonders laut jene, die zuvor nicht zugehört sondern mundert weitergeplaudert hatten.

Written by emden09

03.02.2017 at 15:04

Veröffentlicht in Allgemein, Fotografie, Internet

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