emden09

nie angepasst

Fasten 2/ 40

with one comment

gestern (Fasten 1/40) abend

… mit leichtem Völlegefühl im Bauch nach Hause gefahren. Komisch, ich hab über den Tag ja nur wenig gegessen gehabt.

Abendessen am 1. Tag

Zum Abendessen wollte ich mir frisches Gemüse im Backofen braten – wie wir es oft machen. Wir hatten heute sogar den Ehrgeiz das ganze al dente zu kriegen. War am Ende nichtmal schwierig. Paprika, Zuchini, Auberginen, und Pilze sind nach 25 Minuten Ober-/Unterhitze bei 180 Grad gar aber bissfest. Leider sind auch die Knoblauchzehen, die wir lieber weich mögen dann noch bissfest. Denen muss man also mehr Zeit lassen.

Dann entdeckte ich weitere

Fallstricke

Während das Gemüse im Ofen war dachte ich, ich könne mir eine leichte Gemüsebrühe aus einem Instant-Suppenwürfel machen. Aber Achtung: verpackt! Und was sehen meine trüben Augen. Sowohl in den Brühwürfeln für Gemüsesuppe als auch in denen für Rinderbrühe und Hühnerbrühe ist Malzzucker. Ein hilfloser Tweet darob meinerseits wurde von netten Twitter-Followern @frazer2 mit Hinweisen auf die Verwendung von Zucker als „Natürlicher Geschmacksverstärker und Säureregulator“und von @dankeschoen  als „Füllmittel. Konservierungsmittel. Billig“ beantwortet. Was soll’s wieder neue Einblicke in die Arbeitsweise der Zucker- und Lebensmittelmafia gewonnen. Ich habe noch selbst aus frischem Gemüse gekochte Gemüsebrühe eingefroren im Keller. Ja, das sind auch Kohlenhydrate drin, z.B. aus den Möhren wie eine – von mir Gott sei Dank bereits geblockte – Twitterin der Liebsten @mdarkbyte unbedingt ins Ohr drücken musste.

Aber nochmal, es geht hier nicht um Low Carb oder Kohlenhydratfreie Kost. Es geht darum industriell verarbeitete Kohlenhydrate wegzulassen. 40 Tage. Dann sehen wir weiter.

Als nächstes dachte ich, man könne ja zum Gemüse gut ein paar Nürnberger Würstchen braten, die wir noch im Kühlschrank hatten. Aber Pustekuchen. Blick auf die Verpackung (sic!) Zucker drin – in Bratwürstchen! Hielt ich den Zucker Film bisher für ein bisschen reißerisch und übertrieben, komme ich immer mehr zu der Überzeugung: „Man kann diesen Film nur für reißerisch und übertrieben halten, wenn man nicht mal selbst versucht hat auf Produkte mit industriell verarbeiteten Kohlehydraten zu verzichten“.

Ich aß dann zum gebackenen Gemüse 2 Scheiben Serrano Schinken. Ein Dankenswerter Hinweis der Lieben Freundin @FelisSaeva führte auch hier zuerst zu einem Blick auf die Verpackung. Felis isst seit mehr als 2 Jahren Paleo (also eine kost, die weit strengeren Regeln folgt als mein Fasten“gelübde“). Sie wieß mich in einigen Tweets darauf hin, dass die meisten (verpackten) Schinken wie auch Salami Zucker enthalten. Wo uns der überall untergejubelt wird ist wirklich bemerkenswert.

Ein weiterer Tipp der lieben @Felis brachte mich wieder zu verpacktem. Felis Tipp war, wenn naschen, dann Nüsse, weil Fett ohne Kohlenhydrate „nix macht“. Dann fassen wir doch mal so ne Packung Erdnüsse an und schauen auf die Inhalte: >14% Kohlenhydrate darin > 5g Zucker. Zucker als Geschmacksverstärker bei Erdnüssen? Darauf muss die Suchtmittelindustrie wohl in einer lauen Sommernacht gekommen sein.

Zum Nachtisch gab’s für den süßen Zahn eine Banane.

Zusatzmotivation

Die Liebste @mdarkbyte hat mir dann noch eine schöne Zusatzmotivation spendiert. Sie blätterte auf ihrem Mac in alten Fotos und zeigte mir eins aus dem Mai 2013, das sie während einer Bootsfahrt auf dem Lago Maggiore von mir geschossen hatte. Ich *sah* deutlich, dass ich damals ein paar Pfund weniger drauf hatte. Vielleicht wäre mir also ein Abspeckefekt durch das Fasten gar nicht so unwillkommen 😉

Die Nacht

Die Nacht war ein wenig unruhig. Vielleicht dem Vollmond geschuldet. Vielleicht dem Fastenbeginn? Sei’s drum, ich werde das beobachten. Ist ja eine Art „kalter Entzug“. Felis allerdings warnt in Sachen Entzug aus eigener Erfahrung auf Facebook eher vor der 2. Woche. Da sind wir ja noch lange nicht! Au weia.

 


 

Tag 2 / 40

Frühstück

Heute früh warfen mich die etwa zwanzig Minuten zu früh erscheinenden Handwerker aus dem Bett. So hatte ich nicht groß Zeit nachzuspüren, wie’s mir denn körperlich so geht. Dramatische Veränderungen aber scheinen sich nicht ergeben zu haben. Ich war einigermaßen pünktlich bei der Arbeit und hab am Schreibtisch eine Banane gegessen und eine Tasse Tee getrunken.

Diskussionen

Interessant sind auch die Gespräche und Diskussionen, die sich rund um das Thema industriell verarbeitete Lebensmittel ergeben. Manche stellen Fragen, wollen Links. Wenn ich dann den Link auf den Zucker-Film (der dauert über 1 Stunde) und mein Faste-Blog schicke kommt – wahrscheinlich ob des reißerischen Titels nach 2 Minuten eine Reihe äußerst ablehnender und aggressiv wirkender Antworten, von Menschen , die mir bisher sehr vernünftig erschienen. Viele wollen sich mit dem Thema offenbar nicht auseinandersetzen. lesen weder den Blog Artikel noch schauen sie den Film, verlangen dann aber mit mir über Dinge diskutieren zu dürfen die mit meinem Fasten nur sehr entfernt zu tun haben. Beispielsweise von ihnen als „komisch“ aufgefasste Ernährungstipps ihrer Ärzte.

Liebe Leute, auch wenn gerade die das hier vermutlich nicht lesen werden, hier nochmal eine Klarstellung. Ich bin kein Ernährungsberater! Ich bin nicht religiös. Auch wenn ich gestern schreib >3l Flüssigkeit am Tag seien „Religion“. Ich nutze die traditionelle Fastenzeit (ein bisschen vorgezogen) für eine persönliche „Challenge“ wenn Ihr es so nennen wollt. Ich will für mich wissen, ob ein Leben ohne Zucker und industriell verarbeitete Kohlenhydrate a) möglich und b) er-/lebenswert ist. Bei „Möglich“ geht es eher darum, ob ich den Entzug wohl durchhalten werde. Bei möglich geht es auch darum herauszufinden, ob ich meine „normalen“ Einkaufsgewohnheiten beibehalten kann oder zu beliebigen Verrenkungen greifen müsste, um die Fastenzeit durchzuhalten. Ich bin dafür nicht zu all zu vielen Verrenkungen bereit. Bei „er-/lebenswert“ geht es mir darum, wie es mir ohne diese von Kindheit an gewöhnten Geschmacksträger und Geschmacksstoffe ergeht, ob ich meine Mahlzeiten genießen und abwechslungsreich genug gestalten kann. Und natürlich auch darum, was mein Körper sonst also außerhalb der Mahlzeiten mit mir macht. Zum Beispiel wie sich die umgestellte Ernährung auf mein Leistungs- und Regenerationsvermögen beim Sport auswirkt. Wie ich Konditionell besonders Kardiologische und Respiratorische Ausdauerprobleme betreffend drauf sein werde.

Cheaten

Unser lieber Freund @dbaezol aus Leipzig will mir Maultaschen zum cheaten schicken – hätten die Mönche früher auch so gemacht. Er ist passionierter Koch (in meinen Augen leider nicht beruflich). Er vermeidet nach eigener Aussage industriell hergestellte Lebensmittel. Zucker allerdings kauft er auch nicht in der Apotheke 😉 Ich will bewusst nicht cheaten. Ich will mir vor allem bewusst werden, wo überall die Lebensmittelindustrie das Zeugs versteckt, das die Lebensmittel vielleicht auf den ersten Blick schmackhafter ganz sicher aber billiger produzierbar macht.

Mittagessen

Zum Mittagessen gab eine ganze Ananas. Ja, ich weiß in dieser Jahreszeit – oder wie immer man es sieht immer: „ökologisch bedenklich“, weil eingeflogen usw. usf. Bitte keine Diskussion dazu. Ich werde sie nicht führen, denn das ist nicht Thema dieses Blogartikels, sondern nur ein Detail am Rande.

Blutdruck

Ich habe mir überlegt, dass ich nach der akuten Entzugsphase also ca. ab Tag 15/40 – falls es den dann geben sollte, mehrfach täglich meinen Blutdruck messen werde. Der liegt sonst üblicherweise so bei 130/85 rum. Bin gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Zwischenmahlzeit

Zum Knabbern gibt’s heute Nachmittag ein paar frische Möhrchen. Sehr lecker.

 

 

 

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Written by emden09

28.01.2016 um 18:01

Eine Antwort

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  1. Ich wünsch Dir für diese Challenge alles Gute und vor allem ein gutes Gelingen.
    Ich finde es vor allem sehr richtig das Ganze von ideologisch/religiös überfrachteten Vorstellungen frei zu lassen. Dann kann man(n) sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und ich denke das eigene Unwohlsein bzw. zu erwartende Wohlgefühl ist ein guter Gradmesser der Frustrationstoleranz, die wir (ich schliesse mich da als Übergewichtiger selbstverständlich mit ein) bereit sind bei unserem „Gewichtsschwankungen“ nach oben wie nach unten zu „ertragen“.

    Ich habe seit Weihnachten, als ich bei einem Allzeithoch angekommen war, zwischenzeitlich auch schon wieder 6 kg abgenommen und habe als Ziel bis zum Frühjahr nochmals soviel Gewichtsverlust anvisiert. Bislang klappt es ganz gut mit der Zügelung des Appetits auf die vielen unnötigen Essreize die tagtäglich auf mich(uns) eindreschen….

    Bin richtig gespannt auf Deine Fortsetzungen…

    Gefällt mir

    andthoro

    28.01.2016 at 19:05


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