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Archive for August 2015

Sollte man „besorgte Bürger“ konsequent als Nazis bezeichnen? – Eine Gegenrede: man muss!

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Quelle: Sollte man „besorgte Bürger“ konsequent als Nazis bezeichnen?

Nachdem der Autor selbst bewiesen hat, dass man durch konsequente Bezeichnung als „Nazis“ die Gruppe der Rassisten insgesamt um 15% reduzieren kann, nenne ich gerne noch einen anderen Grund.

 

Wie sind denn die Nazis in diesem Land überhaupt wieder entstanden und erstarkt? Lies Geschichtsbücher. Dann weißt Du, dass man in den Nürnberger Prozessen und bei der Entnazifizierung Deutschlands fast alle seinerzeitigen zig Millionen Deutschen Nazis entlastet hat. Es war am Ende gar nicht so schlimm, Nazi gewesen zu sein. Das schlimmste was man den meisten angehängt hat was das Etikett „Mitläufer“. Gleichzeitig baute die Adenauer-Republik die Illusion auf, man könne ein Land nur mit und durch ehemalige Nazis wiederaufbauen. Der BND, der Verfassungsschutz (NRW als Blaupause für alle anderen Verfassungsschutz-Organisationen in Deutschland), die Polizei sind so entstanden und mit Hilfe von aus heutiger Sicht schwer belasteten SS, GeStaPo und Nazi-Parteigrößen aufgebaut worden.

 

Diese Leute waren Jahrzehntelang auch für die Rekrutierung und Ausbildung des Nachwuchses in diesen Organisationen tätig. Das „Versagen“ der Behörden oder wie es ein luxemburgischer Polizeiführer die Tage ausdrückte „die mangelnde Motivation“ deutscher Polizisten, Verfassungsschützer, Staatsanwälte und Geheimdienstler bei der Verfolgung der NSU und bei der sich augenblicklich organisierenden NSU 2.0 ist m.E. ausschließlich darauf zurückzuführen. Darauf eben, dass man seinerzeit direkt nach dem WKII, als die Erinnerungen noch frisch waren schon wieder begann, Nazis in Täter 1. Und 2. Klasse zu unterscheiden. Und den Tätern 2. Klasse erlaubte Staatsschutz-Organisationen aufzubauen von denen heutige Kommentatoren noch meinen „dass Teile der Behörden gewalttätige, organisierte, terroristisch agierende Nazis nicht als Problem betrachten. Sich in den Apparaten vielleicht sogar heimliche wie unheimliche Sympathien entwickelt haben.

 

Ich denke dieser Fehler darf kein zweites Mal passieren.

 

Zumal ja selbst Dein Rechenmodell nur deshalb funktioniert, weil die Bezeichnung als „Nazi“ nicht zu gesellschaftlichen Konsequenzen führt. Noch in den 80ger Jahren musste ein Beamter (z.B. Lehrer) der sich gegen die Bezeichnung als „Sozialist“ oder gar als „Sympathisant“ (der RAF) nicht energisch zur Wehr setzte, mit Berufsverbot rechnen. Würden wir Nazis heute ähnlich sanktionieren und wenigstens im öffentlichen Dienst endlich aufräumen mit der Nazi-Brut, würden sich wohl einige lange überlegen, ob sie sich „besorgten“ Bürgern anschließen oder vielleicht doch vorher nochmal ein paar Informationen darüber einholen, was ihnen ihr Hirn zu sagen hat.

 

Darüber hinaus ist Dein Rechenmodell (15/20/15) nun auch wirklich sehr willkürlich theoretisch und ohne jeden sozialwissenschaftlichen Sachverstand – oder gar Forschungsergebnisse zusammengestellt. Ich will mal eine andere Schätzgrundlage versuchen: Da schlimmstenfalls 9% aller Wähler (in geheimer Wahl!) bereit waren offen Nationalsozialistisch (NPD) zu wählen (LTW Sachsen), darf doch sehr bezweifelt werden, ob bei konsequenter Anwendung des Begriffs „Nazis“ durch Behörden, Presse und Öffentlichkeit tatsächlich nur 30% (also 15) der „besorgten Bürger“ sich aus dem Nazi-Kreis verabschieden  40 Prozent stabil und weitere 30 % Radikalisiert würden. Legt man oben stehende 9% als Maßstab an und nimmt nicht einmal an, dass weniger als die geheimen 9% der „besorgten Bürger“ (offen) bei „pro Nazi“ bleiben, dann bleiben von 100 Rassiten nach Aussortierung der „besorgten Bürger“ noch 54,5 (55) Nazis übrig. Dieses Rechenmodell hielte ich für wesentlich realistischer.

 

Wir müssen endlich an den Punkt kommen, wo Sanktionen gegen Rassismus nicht nur im Gesetz stehen, sondern von der Gesellschaft und den Behörden konsequent umgesetzt und verfolgt werden. Es muss eine Gefahr für die eigene Existenz sein Rassist (aka Nazi) zu sein. Dann kriegen wir eine Lösung. Aber nicht durch Differenzierung und Verharmlosung, der Begriffe, welche schon bei der letzten Entnazifizierung erfolglos oder schlimmer kontraproduktiv war.

 

Wir stehen vor einer Situation in der eine terroristische Bedrohung durch Nazis sehr real ist – es werden in wenigen Tagen mehr Brände gelegt als die RAF und ihre Sympathisanten in der Folge von 1968 je gelegt hat. Diese Gefahr gilt es mit radikalen Mitteln zu bekämpfen. Und das erste dieser Mittel müssen klare Worte und Begriffe und nicht unnötig verharmlosende Differenzierungen sein.

Written by emden09

27.08.2015 at 15:19

Wirtschaftswunder Zuwanderung

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Hier nur ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Thema:

Ein Dorf in Italien wird von Zuwanderern vorm sicheren Tod bewahrt. Eben weil man dort im Gegensatz zu Deutschland oder mindestens zum deutschen Osten kapiert hat Fremdenfreundlichkeit zahlt sich aus. und zwar in bar. Für mich ist es auch kein Wunder, dass ein Springer-Blatt (Welt) lediglich über den Niedergang der Dörfer im Deutschen Osten lamentiert.

Asyl: ein neues Konjunkturprogramm

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Erfurts Bürgermeister ist Mitglied der SPD. Das heißt nicht, dass er mehr Verstand hat als ein durchschnittlicher Nazi. Dass er weniger hat, demonstriert er heute früh. „Kindern von Asylsuchenden soll das Recht eine Schule zu besuchen verwehrt bleiben, bis ihr Aufenthaltsstatus endgültig geklärt ist“ fordert er. Darüber hinaus betont er „Das Asylrecht ist kein Zuwanderungsrecht“.

 

Würde er das umgekehrt fordern: „Das Asylrecht muss ein Zuwanderungsrecht werden“ und „wir brauchen mehr Lehrer und Geld für Schulen, um auch die Flüchtlingskinder unterrichten zu können“, dann, ja dann hätte er Verstand.

 

Die Misere, es sind nicht genug Schulen und Lehrer da, um Flüchtlingskinder zu unterrichten, beweist doch nur eins: Zuwanderung schafft Arbeit! Zuwanderung könnte ein Konjunkturprogramm für ganz Deutschland werden. Daher sollte man fordern: „Das Asylrecht muss ein Zuwanderungsrecht werden“!

 

Der nächste Fehler den solche Politiker machen ist doch: „Flüchtlinge und Zuwanderer dürfen hier nicht arbeiten bis ihr Aufenthaltsstatus geklärt ist“. Gleichzeitig schimpfen sie „unser Rentensystem ist in Gefahr, weil die Gesellschaft überaltert“. Ja merkt denn niemand den Widerspruch? Übers Meer kommen keine alten Leutchen, die Rentenkassen belasten. Das war anders als seinerzeit die Mauer fiel und die DDR der BRD beitrat. Da hatten wir plötzlich ein Loch in der Rentenkasse, weil aus der DDR natürlich genauso viele Alte wie Junge der BRD beitraten.

 

Flucht aber ist im Wesentlichen was für Junge, Starke, für Kämpfernaturen, die optimistisch in die Zukunft blicken, den Schrecken hinter sich lassen wollen und glauben etwas bewegen zu können in ihrem Leben. Lasst sie hier etwas bewegen. Gebt ihnen Arbeit. Lasst sie in die Rentenkasse, die Sozialkasse einzahlen und schon ist das Problem, das Kohl aus Machtpolitischem Kalkül der Rentenkasse aufbürdete gelöst.

 

Das was diese Zuwanderer diese Flüchtlinge vom Beitritt der DDR zur BRD unterscheidet ist: da kommen keine Rentner. Da kommen, wenn wir es richtig machen und die Menschen für ihren Lebensunterhalt arbeiten lassen, Nettozahler für die Sozialkassen. Nein, die müssen zunächst nicht einmal Deutsch können, um hier Arbeit zu finden. Es werden sich genug Arbeitgeber finden, die in der Lage sind auf Englisch oder Arabisch mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren.

 

Forscher der in Sachen Ausländerfreundlichkeit unverdächtigen ultrakonservativen Bertelsmann-Stiftung haben ausgerechnet, dass heute schon pro Zuwanderer ein sattes Plus von 3.300 Euro jährlich in den Sozialkassen entsteht. Wir könnten also unsere Sozialkassen mit Hilfe der Flüchtlinge sanieren.

 

Nein, das sind keine „edlen“ „Rettermotive“. Das ist aber wurscht! Was uns hilft und gleichzeitig den Flüchtlingen hilft ist gut. Denn Arbeit schafft Arbeit. Flüchtlinge die hier Geld verdienen, werden es auch wieder ausgeben. Sie werden eine Wohnung für sich und die Familie mieten. Wenn sie gut verdienen werden sie Häuser kaufen oder gar bauen. Sie werden von dem Geld, das sie verdienen Nahrungsmittel, Kosmetikartikel und all das andere kaufen, was so zum täglichen Bedarf gehört. Sie werden, um zur Arbeit zu kommen Infrastruktur (Busse, Bahnen, Straßen) benutzen und bezahlen. Sie werden Dienstleistungen (Ärzte, Therapeuten, Steuerberater) in Anspruch nehmen und bezahlen.

 

Ja, ja ich weiß, das gängige Vorurteil lautet: „die sparen alles uns schicken das Geld in die Heimat, die geben hier gar nix aus“. Genau diesen Traum hatten viele Zuwanderer der 50er, 60ger und 70ger Jahre. Es war der Traum, der als erstes platzte. Denn nachdem das Leben hier bezahlt war, blieb nur noch wenig übrig, das sie „nach Hause“ schicken konnten. Das Leben hier bestand aber damals und besteht noch heute aus all dem oben beschriebenen: Arbeit, Steuern, Sozialabgaben, Miete, Konsum von Gütern und Dienstleistungen kurz ein riesiges Konjunkturprogramm.

 

Die Deutschen damals nannten es „Wirtschaftswunder“. Es war nie ein Wunder! Es war aktive Einwanderungspolitik! Und nach wenigen Jahren schon war für die meisten Zuwanderer „hier“ „zu Hause“ geworden. Dabei spielt es m.E. keine Rolle ob sie sich in die hiesige Kultur integrierten oder ihre eigene Kultur mitbrachten.

 

Der Japanische Supermarkt in Düsseldorf zahlt im selben Maß Steuern (MwSt, Lohnsteuer, Gewerbesteuer) und Miete ja sogar Zoll für die eingeführten Waren, wie die türkische Teestube in Neuss auf der Furth, das italienische Eiscafe und der Dönerladen ein paar hundert Meter weiter. Das wird auf Dauer für Syrische, Albanische und Serbische Geschäftsleute im selben Maß gelten.

 

D.h. wenn wir aus dem Asylrecht ein Zuwanderungsrecht machen, haben wir es verstanden. Das ist ein Konjunkturprogramm für Deutschland wie es lange keines gegeben hat. Wer wie Erfurts Bürgermeister dieses Konjunkturprogramm schon abwürgt, wenn es eigentlich die ersten Arbeitsplätze beim Bau von Schulen und Kindergärten und zusätzlich Arbeitsplätze für Lehrer schaffen könnte, der ist m.E. einfach nur unterirdisch dumm.

 

Die einzig intelligente Kritik: „Wir bluten diese Länder aus, wenn wir hemmungslos Einwanderung erlauben“, ist aktuell auch unwesentlich. Diese Länder bluten im Augenblick eh aus, auch wenn wir, wie Erfurts Bürgermeister, die Flüchtlinge hier wie Dreck behandeln. Denn dort werden sie noch schlimmer behandelt – sonst würden sie nicht fliehen. Also können wir die Menschen, die aus ihrer heimat flohen stattdessen auch einfach gut behandeln und den Migrationsdruck zu unserem und gleichzeitig ihrem Vorteil nutzen.

 

Dass wir den Migrationsdruck mit Teilen unserer verfehlten Außenpolitik mit verursacht haben, bedeutet ja nicht, dass wir uns jetzt, wo er besteht, in der Innen- und Zuwanderungspolitik noch dümmer verhalten müssen als damals.

Asylmissbrauch? Euer Deutsch sein kotzt mich an.

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Ich bin nicht so richtig Deutsch. Meine Familie kommt aus der Westpfalz – seit Generationen und in Teilen aus der Vorderpfalz.

Dort in der Pfalz fühlt man sich heute so richtig urdeutsch. Müsste man sich nicht doch eher Ur-Französisch fühlen? Die Grenze jedenfalls schwappte Jahrhunderte hin und her und her und hin. Mal gehörten die Vorfahren zu Frankreich und mal zu Deutschland (Halt zum „heiligen römischen Reich deutscher Nation“ natürlich auch noch – also Italiener? LOL.).

Zwischenzeitlich wurden die Pfälzer auch von Bayern-Königen regiert, denn auch Bayerisch war die Pfalz mal. Selbst Pfälzer Separatisten gab es mal. Also so richtig Deutsch, wird sich ein Pfälzer, wie ich ihn verstehe wohl nie fühlen können – nicht einmal wenn er keinen einzigen Brocken Französisch spricht und nur eine einzige Schulstunde Französisch in seinem Leben mitgemacht hat (Insider!).

Einer meiner Großväter flüchtete. Er flüchte Anfang des letzten Jahrhunderts aus der Vorderpfalz nach Bayern. Er freute sich, später heimkehren zu können. Warum er flüchtete kann mir vermutlich niemand mehr erzählen – es heißt, er sei aus politischen Gründen geflohen und er „habe halt was falsches gesagt“. In der Fremde machte er eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer und fuhr seither für viele Jahre Postomnibus.  War er also doch ein „Wirtschaftsflüchtling“, der Ausbildung wegen und gar nicht aus „politischen Gründen“ geflohen? Als Busfahrer lernte er meine Großmutter kennen und ohne seine Flucht und seine Ausbildung gäbe es meinen Zweig der Familie und mich also wohl nicht – jedenfalls nicht so, wie ich heute bin.

Der andere Großvater floh auch. Mit einem gefälschten Ausweis, der ihn als Sanitäter auswies. Sanitäter war er ganz sicher nicht. Aber er entkam so (ganz „legal“) als Deutscher Lanzer aus einem russischen Kriegs-Gefangenenlager. Sie gaben ihm noch einen Eselskarren, einen Passierschein und ein paar Verwundete mit auf seinen Weg nach Westen. In den Augen heutiger Gesetzeshüter war er also so etwas wie ein Fluchthelfer und gleichzeitig ein Flüchtling mit falschen Papieren.

Kein Wunder, dass ich so wurde wie ich bin. Ich bin Fluchthelfer und Asylbefürworter. Ich bin gegen Asylmissbrauch!

Der einzige „Asylmissbrauch“, den ich aktuell erkennen kann, geht allerdings von denen aus, die dieses Wort ständig im Munde führen. Von denen, die das grundgesetzliche garantierte Asylrecht missbrauchen, um ihr, in unterschiedlichen Brauntönen changierendes politisches Süppchen auf der Not von Flüchtlingen zu kochen. Diese Menschen und Politiker missbrauchen das Asylrecht. Sie missbrauchen Ihre Vorurteile als Rechtfertigung für eine politische Ansicht, die zwischen 1933 und 1945 zwölf Jahre Zeit hatte, zu beweisen, dass sie falsch ist. Ich sage nicht „Meinung“. Fremdenfeindlichkeit ist keine Meinung! Fremdenfeindlich sein ist Arschloch sein! Sonst nichts!

Die Deutschen aber, die heute in Deutschland das Asylrecht für ihre politischen Zwecke missbrauchen, haben ein ganz anderes Ziel. Sie wollen, dass die Menschen „diskutieren“. Nicht um wirkliche Probleme diskutieren. Nicht um den immer weiter ausufernden Überwachungsstaat. Behördenverselbständigung (zuletzt z.B. Verfassungsschutz) und Behördenwillkür. Nicht um die Verfassungsmäßigkeit von Sanktionen gegen Bezieher von Leistungen nach Hartz4. Bild, Seehofer, Afd, Lucke und wie sie alle heißen tun so, als ob einen Zahl von weit weniger als einem Asylbewerber (1%) auf einhundert Einwohner ein Problem („Asylantenschwemme“ – Danke für den Hinweis an @susen_ ) darstellten. Sie hetzten Menschen im Land auf. Wer mit den „Pegida“- und den „Asylkritik“-Nazis gegen Schwächere (Asylbewerber) auf die Straße geht, ist abgelenkt. Die demonstriren gegen ein Nichts und kommen gar nicht drauf, welche Spielchen die Mächtigen, die Anzeigenkunden der Presse aus der Wirtschaft, Teile dieser Presse und Politiker mit ihnen spielen. Sie merken nicht, welche Gesetze und Verträge (z.B. TTIP) diese Politiker und Wirtschaftsbosse heimlich in Hinterzimmern zum Schaden der Bürger verabschieden. Ja, die Machthaber haben es mit der Scheindebatte um die Flüchtlinge geschafft, Teile der Bevölkerung gegen die Schwächsten der Schwachen (gegen Asylbewerber) aufzuhetzen. Sie haben diese leicht ablenkbaren Menschen damit von den wirklichen Verursachern, echter Probleme: sich selbst, den Mächtigen (!) abgelenkt. Die jedenfalls müssen keine Proteste befürchten. Wenn am Ende mal ein Politikerauto brennt, dann das eines Oppositionspolitikers. <zyn>Da war doch die RAF aus einem ganz anderen Holz geschnitzt </zyn>.

Und ja, es ist auch Asylmissbrauch, zu behaupten, es ginge einem in Deutschland schlecht, man habe nichts zu essen, weil die Flüchtlinge zuerst zu essen bekämen. Das ist nicht nur gelogen. Nein, interessanter Weise stellen oft Leute diese Behauptung auf („posten“ und „liken“ diese – gestern erst wieder auf Facebook), die schon auf den ersten Blick ein erhebliches Problem mit zuviel (!) Essen, zuviel Trinken und Übergewicht haben. Ja sie behaupten, ihre Kinder bekämen zu wenig zu essen, obwohl auch diese oft aussehen, als ob sie das Problem mit der Fettsucht von den Eltern geerbt hätten.

Und dann gibt es da noch die richtigen Vollidioten. Gestern laß ich, man könne ja auch mal „Schulen und Kindergärten renovieren, statt Asylbewerberunterkünfte zu bauen“. Ja, wie blöd ist das denn? Wenn Euch die Asylbewerber-Unterkünfte so attraktiv erscheinen, warum verlegt Ihr dann nicht Eure angeblich so maroden Schulen und Kindergärten in diese Abbruchhäuser, Container- und Zeltstädte und lasst den Asylbewerbern die dann leerstehenden Kindergärten und Schulen als feste Behausung?

Diese ganze, vermeintlich „Asylkritische“ Naziargumentation, die sich aus Neid, Unlust oder Unfähigkeit selbst etwas zu unternehmen und Rechtfertigung für das eigene Versagen speist, sich verharmlosend „Asylkritik“ nennt, weckt in mir nur einen Wunsch: Diesen Menschen möge es eines Tages wie Schuppen von den Augen fallen, sie mögen eines Tages die Dummheit ihrer eigenen Argumente von heute verstehen und sich dafür schämen!

Die Pointe Eurer Argumente ist nämlich wie der Bumerang von Joachim Ringelnatz (eigentl. Hans Bötticher)

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
war ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf den Bumerang.

PS: Die Enkel jener „Deutschen“, die einst aus dem heutigen Polen flohen. Die Enkel jener Jugoslawen, die seinerzeit als Gastarbeiter dem wirtschaftlichen Elend Ihres Landes entflohen. Die also, die mit Ihren Facebook-Posts und Facebook-Likes des oben zitiertem Schwachsinns, gestern, dieses Wutposting heute auslösten, dürfen sich gerne angesprochen fühlen. Leute: Eure Art Deutsch zu sein kotzt mich an! Ihr seid wie ne Schwiele am Arsch! Ihr merkt es nicht einmal! Ich bin froh, um jeden Flüchtling, egal woher, auf welchem Weg und egal aus welchem Grund er kam, dass er mich mit Euch in diesem Land nicht alleine lässt.

PPS: Ich kenne unter Euch und Euren Geschwistern mehr Drogendealer (und nein, ich meine keine Bierhändler) und Drogenabhängige, die sich um Job und Gesundheit gesoffen und gekifft haben, als ich solche unter Flüchtlingen kenne.

PPPS: Für all die Unterbelichteten, die sich nicht trauen hier einen Kommentar zu hinterlassen und andernorts „aus Gründen“ längst geblockt sind: ich hasse keine Deutschen. Ich liebe (oder mag zumindest 😉 97% aller Deutschen! Nur die 3% Nazis, die hasse ich! Aus tiefstem Herzen. Man könnte auch sagen: „Ich habe nichts gegen Nazis. Leider! An dem Mittel wird ja noch geforscht.“ (in Anlehnung an V. Pispers)

Volksverarschung by Vorruhestand

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Was für ein entwürdigendes Schauspiel muss sich dieses Land in den letzten Tage wieder einmal gefallen lassen?

Da schlägt ein Bundesanwalt, der wg. Ermitlungen gg. Pressvertreter unter Beschuss geraten ist, um sich. Unter  anderem wirft er dem ihm vorgesetzten Minister einen „Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz“ vor. Das obwohl Herr Range genau weiß, dass keine Staatsanwaltschaft Teil der Justiz ist. Staatsanwälte mögen „Organe der Rechtspflege“ sein. Unabhängig als „Justiz“ sind in diesem Land aber ausschließlich eine: RICHTER.

Staatsanwälte wie Herr Range hingegen sind weisungsgebunden. Man mag dies bedauern, wenn man sieht, dass gegen den BND, der Industriespionage der NSA in Deutschland mindestens begünstigte, kein Staatsanwalt ermittelt (Auch nicht der so eifrig um „Unabhängigkeit“ bemühte Herr Range). Man mag dies bedauern, wenn man sieht, dass gg. Herrn Mappus, der von Wasserwerferangriffen der Polizei auf Kinder mindestens gewusst, wenn nicht dies selbst befohlen hat, kein Staatsanwalt ermittelt. Man mag dies bedauern, wenn man mitbekommt, wie Forschungseinrichtungen z.B. das DLR Forschungsgelder für „Sicherheitsaufgaben“ abzweigen, ohne dass ein Staatsanwalt ermittelt.

Trotz all diesen Bedauerns weiß keiner genauer als Herr Range, dass die Bundesanwaltschaft per Gesetz so gewollt 

1. zu keinem Zeitpunkt ein Teil der Justiz und

2. immer weißungsgebunden und damit notwendiger Weise

3. nie unabhängig war.

Warum also quasselt ein „Einser summa cum laude“-Jurist (ohne dieses Prädikat dürfte man kaum Bundesanwalt werden) so einen fachlichen Dünnpfiff in aufgestellte Mikrofone. Einen Unsinn, den ein Erstsemester Jura erkennt, nicht aber ein Tagesschau Moderator oder Kommentator. Sonst hätten diese auf den offensichtlichen Widerspruch zwischen den großen Worten des Herrn Bundesanwalt und der Realität hinweisen müssen.

Das Schema ist offensichtlich und ganz einfach.

1. Herr Range wusste schon zum Zeitpunkt seiner Worte, dass er das auserkorener Bauernopfer war.

2. Herr Range wollte den Minister (Maas) und seinen Nachfolger bei evtl. weiteren Ermittlungen gg. die Presse (Netzpolitik.org) aus der Schusslinie nehmen

3. Herr Range wollte dem Minister deshalb einen in seiner Person („mangelndes Vertrauensverhältnis“) statt in der Sache liegenden Grund geben, ihn zu verabschieden,

4. Da sich die angebliche „Unabhängigkeit der Justiz“ dem geneigten Bildleser (und mithin GroKo-Wähler) am leichtesten als „Donnerwetter“-Argument verkaufen lassen, wird dieser Unsinn warm aufgebrüht.


Na dann „Gute Nacht Deutschland“.

Die Tatsache, dass gg. Herrn Range und Herrn Maaas wg. der Verabredung zur Verschwendung von Steuergeldern (Range geht ja bei vollen Bezügen in den vorzeitigen Ruhestand) widerum kein Staatsanwalt ermitten wird, mag man bedauern. Aber diese sind halt weisungsgebunden.

Written by emden09

04.08.2015 at 21:06

Veröffentlicht in Allgemein

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