emden09

nie angepasst

GDL – hoch die internationale Solidarität!!!

with 2 comments

So, nun reicht‘s mir auch mal. Ein Arbeitnehmer der Gewerkschaften basht muss sich ab jetzt von mir unumwunden für verblödet erklären lassen. Was glaubt Ihr eigentlich wo wir ohne Gewerkschaften wären? Wo wir vor allem wären ohne kampfbereite Gewerkschaften? Sämtliche soziale Errungenschaften in diesem Land sind ausschließlich darauf zurückzuführen, dass Arbeitnehmer sich zusammengeschlossen und kampfbereit gezeigt haben.

Arbeitnehmer haben mit Gewerkschaften grundsätzlich und ohne Diskussion solidarisch zu sein – mit allen Gewerkschaften, die sich im Arbeitskampf befinden mindestens!

Dieses dümmliche: „Wegen der Gewerkschaft komme ich nicht zur Arbeit“, könnt Ihr Euch abschminken. Nicht die Gewerkschaft ist Euch eine Dienstleistung schuldig und nicht die in der Gewerkschaft organisierten Arbeitnehmer, sondern die Bahn als Unternehmen. Die Bahn kann diese Leistung nicht erbringen, weil sie bzw. ein großkotziges und mit Prestigeprojekten wie Stuttgart21 abgelenktes Management, ihre Arbeitnehmer durch unsoziales Verhalten bis zum Streik provoziert hat, statt rechtzeitig zu verhandeln. Punkt.

Dieses blöde: „Wenn die mehr Geld bekommen, muss ich mehr für die Fahrkarte zahlen“ ist auch nicht durchdachter Unsinn. Der Club of Rome hat schon 1980 gezeigt, dass Straßenverkehr um den Faktor fünf bis zehn stärker subventioniert wird als der Schienenverkehr. Durch die Maßnahmen der Regierung Kohl beim massenhaften Verlagern von Güterverkehr von der Schiene auf die Straße, zu Gunsten der (fleißig an die CDU spendenden) Transportunternehmer, ist dieses Verhältnis weiter zu Lasten der Bahn gestiegen. Das Konjunkturpaket II hat sein Übriges getan. D.h. heute dürfen wir davon ausgehen, dass der Schienenverkehr um ca 1/10-tel weniger subventioniert wird als der Straßenverkehr (pro gefahrenem Kilometer versteht sich). Anders ausgedrückt:

  1. Würde das Gehalt der Lokführer 100% des Fahrpreises verursachen (tut es nicht) und
  2. Würden die Lokführer eine Gehaltserhöhung um 100% also das Doppelte wie bisher erhalten (kriegen sie leider nicht!) wäre
  3. Der Staat Bundesrepublik Deutschland in der Lage die Preise für den Bahnkilometer immer noch um 80% (4/5-tel) zu senken, wenn er bereit wäre, die Bahn im selben Maß zu subventionieren, wie den Straßenverkehr.

Wenn also Eure Tickets teurer werden, dann ist das eine politischen Entscheidung und ausschließlich eine politische Entscheidung, die nichts aber auch gar nichts mit dem Gehalt der Lokomotivführer zu tun hat.

Wenn Euch jetzt heute noch ein deutsches Gericht erklärt, dass der Streik der Lokführer „verhältnismäßig und gerechtfertigt“ ist, dann kapiert es hoffentlich der und die Letzte. Die unSoziale Partei Deutschlends und die unChristliche unDemokratische Union missbrauchen gerade ihre Macht über die Massenmedien, um Euch mit massenhaft gefakten Argumenten gegen andere Arbeitnehmer aufzuhetzen. Arbeitnehmer dürfen sich in diesem Land nicht gegeneinander aufhetzten lassen.

Es ist schlimm genug, dass wir der Regierung erlauben Gesetze zu beugen, damit der eigene Geheimdienst und fremde Staaten uns bespitzeln dürfen. Es ist schlimm genug, dass wir nicht massenhaft gegen den Merkelschen Unrechtstaat Bundesrepublik Deutschland aufstehen. Wenn wir jetzt noch anfangen uns als Arbeitnehmer von BLÖDzeitung & Co. gegeneinander aufhetzen zu lassen, können wir gleich in die Leibeigenschaft zurückkehren.

Ich bin dafür, dass ab sofort unsere „Diese paar tausend Irren“ (Politiker und sämtliche Zeitungsredakteure, -Schreiberlinge und Fernsehmoderatoren) nicht für 50 Stunden sondern für 50 Tage in einen Streik treten – besser ausgesperrt werden. Wir werden dann sehen, dass wir 50 Tage ohne Volksverblödung der Hoheitspresse und 50 Tage ohne die Panikmache unserer Seelenverkäufer (Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger, Volksvertreter verkaufen das Volk) leben können, ohne dass irgendwem von uns irgendetwas fehlt. Aber 50 Stunden ohne Lokomotivführer sind offenbar eine Zumutung. Wer sitzt da eigentlich am falschen Hebel?

Hätte man den Lokführern diese Macht nicht geben wollen, hätte man sie wie früher verbeamten sollen. Kurzsichtige politische Überlegungen und kurzfristige betriebswirtschaftliche Erwägungen unfähiger Bahnvorstände haben die Organisation der Bahn so verändert, dass die Lokführer Macht haben. Kleine Arbeitnehmer haben Macht und nutzen sie. Das ist kein Skandal! Das ist was ein freiheitlicher Rechtsstaat erreichen will.

Und noch eine Kleinigkeit zum Nachdenken. Lokführer bewegen ihr Verkehrsmittel mit mehr Personen und relativ zum ihnen zur Verfügung stehenden Verkehrsraum weitaus höherer Geschwindigkeit als Piloten ihre Flugzeuge. Dennoch erhalten Lokführer einen Bruchteil des Gehaltes eines Verkehrsflugzeugpiloten. Die haben in meinen Augen alles Recht der Welt zu streiken.

BTW: Ich bin kein Arbeitnehmer sondern Arbeitgeber und auch meinem Unternehmen (30 Mitarbeiter) entstehen Schäden durch das dumme und uneinsichtige Verhalten des Managements der DB AG. Aber mich deshalb von Arbeitnehmern im Arbeitskampf zu entsolidarisieren würde mir nicht im Traum einfallen.

Advertisements

Written by emden09

07.11.2014 um 16:33

Veröffentlicht in Allgemein

2 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Hat dies auf WSB rebloggt und kommentierte:
    Fuckyeah! So und nicht anders. Danke!

    Gefällt mir

    Westsideblogger

    07.11.2014 at 16:39

  2. Es gibt nichts hinzuzufügen.

    Gefällt mir

    hensys2014

    08.11.2014 at 22:22


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: