emden09

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Hilfe

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Ich sehe einen Menschen (den ich mag) mit einem sehr lästigen Problem.

Ich kenne eine recht einfache Lösung für das Problem.

Bisher sagte mir meine Empathie: Es ist richtig, dass ich dem Menschen meine Hilfe bei der Lösung des Problem anbiete.

Heute weiß ich. Ich verändere das Leben, den Lebensweg des Menschen, wenn er meine Hilfe annimmt. Schlimmer: der Mensch wird glauben, ich trüge eine Verantwortung für diese Änderung. Selbst wenn die Änderung, auch aus Sicht des Menschen, dem ich geholfen habe in dem Augenblick ausschließlich positiv ist, trage ich in seinen Augen die Verantwortung für den gesamten zukünftigen veränderten (Lebens)weg.

Kommen nun auf dem weiteren (veränderten) Lebensweg des Menschen Probleme auf ihn zu, glaubt er (zu Recht), er hätte diese Probleme ohne meine Lösung gar nicht bekommen. Klar, er hätte andere Probleme gehabt. Aber das Urteil ob diese aus Sicht des Menschen schlimmer gewesen wären, als die, die ich ihm mit meiner Lösung eingebrockt habe, liegt in seiner Hand nicht in meiner.

Im Endeffekt habe ich durch meine Hilfe also nicht nur Verantwortung für das andere Leben, den anderen Lebensweg, ich muss mir auch gefallen lassen, dass der andere nachträglich meine empathisch angebotene Hilfe so behandelt, als sei sie ihm damals unwillkommen gewesen (hätte er oder ich gewusst was dann auf ihn zukommen könnte).

Fazit: Ich biete in Zukunft keine Hilfe mehr an. Bestenfalls Hilfe zur Selbsthilfe. Alles andere wird sein, ich kümmere mich ausschließlich um mich. Da ist genug zu tun.

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Written by emden09

05.09.2017 at 16:42

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Urheberrecht und Creative Commons

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Am 8.8.2017 möchte uns ein Herr Sascha Rheker auf seinem Blog weismachen, dass Nutzer einer Creative Commons-Lizenz auf ihr Urheberrecht verzichten und daher jeden Gebrauch/Missbrauch ihrer Werke dulden müssen.

Das ist natürlich Unsinn. Die Motivation von Herrn Rheker solche falschen Behauptungen (Fake News) in die Welt zu setzen ist auch durchsichtig. Herr Rheker ist Berufsfotograf. Für Berufsfotografen ist es natürlich ärgerlich, wenn von Motiven, von denen Sie gerne Bilder verkaufen würden (Stockfotos) all zu viele Fotos unter freien lizenzen wie z.B. CC im Umlauf sind. das dürfte auch der Grund sein, warum Herr Rheker meinen diesbezüglichen Kommentar auf seinem Blog nicht freigibt und entsprechend eine widersprechende Meinung unterdrücken will. Es ist eben auch der Grund warum ich diesen eigenen Blogartikel als Kommentaer zu seinem Unfug verfasse.

Die Argumentation von Herrn Rheker und anderen, auf die er sich bezieht ist schlicht inhaltlich falsch. Wer ein Werk unter einer „Creative Commons“ Lizenz freigibt verzichtet damit gerade nicht auf sein Urheberrecht. Auf ein Urheberrecht kann man nämlich gar nicht nicht verzichten. Man hat es lebenslänglich. Man kann schlimmstenfalls darauf Verzichten, aus seinem Urheberrecht andere Rechte (z.B. auf Bezahlung der Nutzung eines Werkes) abzuleiten.

Darüber hinaus macht die Argumentation von Hern Rhekers Artikel auch keinen Sinn. Er behauptet, ein Bild unter Creative Commons Lizenz könne von jedem, zu jedem Zweck benutzt werden und der Urheber habe dabei kein Mitspracherecht. Das ist falsch. Allerdings ein netter Versuch von Herrn Rheker im Sinne seines Berufsstandes durch Fakenews Verunsicherung bei unbedarften Hobbyfotografen zu streuen.

Nehmen wir z.B. die von mir regelmäßig verwendete CC BY-NC-SA 4.0, so kann ich diese Nutzung dieser Lizenz, wie auch die Gewährung der Lizenz an sich, jederzeit gegenüber jedermann widerrufen. Wie übrigens jeder Urheber unter Berufung auf sein Urheberrecht Nutzungslizenzen jederzeit gegenüber jedermann widerrufen kann.

Das scheint nicht so einfach. Denn problematisch wird das Widerrufen von Lizenzen natürlich für Urheber, die Lizenzen gegen Geld gewähren. Die müssen nämlich ggf. für die ursprüngliche Lizenz-Gewährung erhaltene Geldbeträge ganz oder teilweise zurückerstatten wenn sie Lizenzrechte nachträglich widerrufen oder einschränken. Ja, sie müssen ggf. sogar Schadensersatz leisten.

Genau das aber kann beim Widerrufen der o.g CC-Lizenz nicht passieren, da diese ja ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke gewährt wird. Also kann beim Nutzer des Werkes unter der Lizenz auch kein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Würde der Nutzer des Werkes nämlich behaupten ihm sei durch Widerruf der CC BY-NC-SA 4. Lizenz ein wirtschaftlicher Schaden entstanden, würde das im Umkehrschluss bedeuten, dass er zuvor das Werk unter der Lizenz wirtschaftlich (also kommerziell) nutzte. Damit hätte der Nutzer des Werkes ohnehin gegen die Lizenzbestimmungen verstoßen und wäre seinerseits schadensersatzpflichtig ohne jedoch durch den Schadenersatz ein zukünftiges Nutzungsrecht im Sinne einer Lizenz zu erlangen.

Weitergehend kann ich eine Lizenz nicht nur nachträglich widerrufen. Ich kann die Lizenz sogar gegenüber einzelnen für eine bestimmte Nutzung widerrufen. Nehmen wir an, ich hätte tatsächlich, wie im Fall, den Herr Rheker schildert, ein Bild von Dirk Bach unter der o.g. Lizenz auf Wiki-Commons veröffentlicht und ein Verein homophober Rechtsradikalinskis würde dieses Bild benutzen, um Stimmung gegen Homosexuelle Menschen zu machen. das würde mir natürlich nicht gefallen, Entsprechend könnte ich, durch einfachen Brief an diesen Verein (Einwurfeinschreiben ist besser, dann lässt sich der Zugang beweisen) mit sofortiger Wirkung einzig und alleine diesem Verein gegenüber die Nutzung meines Werkes durch diesen Verein untersagen. Das Werk könnte dann dennoch weiterhin unter der selben Lizenz Wiki-Commons und anderen Nutzern im Web zur Verfügung stehen. Ich bin nämlich als Urheber durchaus berechtigt, die ursprünglich gewährte Lizenz (auch eine CC) gegenüber einzelnen Nutzern oder auch nur bezogen auf einen einzelnen Verwendungszweck zu widerrufen ohne sie dadurch gleichzeitig für andere Nutzer zu widerrufen.

Ich verstehe ja gut, dass Berufsfotografen gerade auch wenn sie Stockfotografie betreiben ärgerlich sind, wenn zu viele kostenlose Werke im Umlauf sind, die sie daran hindern Lizenzen für ihre Werke (an nichtkommerzielle Nutzer – z.B. Sportvereine etc.) zu verkaufen. Dass diese Berufsfotografen gerne zu „Angstmache“ und Fake News greifen, um mit ihrer in diesem Fall unsinnigen Position Menschen mit weniger Rechtskenntnissen zu verunsichern, halte ich für verständlich im Rahmen dessen, wie heutzutage Propaganda halt so gemacht wird.

Jeder der obenstehende Rechtsposition argumentativ angreifen möchte, möge sich die Worte sparen und stattdessen einfach eines meiner Werke in einem Kontext wie im Rheker-Artikel beschrieben, veröffentlichen. Meine Rechtsposition ist (bevor ich erstmals die CC BY-NC-SA 4.0 – damals noch in Version 2.0 nutzte) mit einem erfahrenen Medienrechtler abgestimmt. Er und ich warten nur darauf, dass irgendein Naziverein (aka AfD) auf das Zurückziehen einer Lizenz durch mich zickig reagiert und die Nutzung meines Werkes nicht unverzüglich beendet. Abmahnung, Schadenersatz und Rechtsvertretungskosten für die Herrschaften werden die unmittelbare und rechtlich einschlägige Folge sein.

Schlussendlich noch folgende Schlussfolgerung: Wenn die Nutzung von Werken unter CC BY-NC-SA 4.0  durch den Urheber – wie oben ausführlich erläutert – jederzeit widerrufen werden kann, dann besteht darin ggf. für möglich Nutzer der Werke das einzige wirkliche Gegenargument gegen die Nutzung solcher Werke. Das gilt besonders für das mit der Lizenz gewährte Recht, eigene Werke auf Basis des lizenzierten Werkes zu schaffen und sie unter der selben Lizenz zu veröffentlichen. Wird für ein solches eigenes Werk (z.B. Fotographisches Composing aka Fotomontage) nämlich die Lizenz für die Nutzung eines Bestandteils (z.B. Textur) nachträglich entzogen, muss dieser Bestandteil unverzüglich aus dem eigenen Werk entfernt werden. Soweit die Lizenz für die Textur also nicht käuflich erworben wurde, sondern lediglich unter CC BY-NC-SA 4.0 erteilt wurde, besteht für das abgeleitete Werk also tatsächlich einer Gefahr, nicht aber für den, der das ursprünglich unter CC BY-NC-SA 4.0 veröffentlichte Werk schuf und lizenzierte.

 

Written by emden09

11.08.2017 at 09:59

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Müllsoftware Verified by VISA

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Heute wollte ich eine Durchfahrt durch den Eurotunnel buchen. Soweit so gut. Als es zum Bezahlvorgang kam wollte ich meine VISA-Karte (eine von drei Zahlungsmöglichkeiten) nutzen. Warum auch immer die Stadtsparkasse Düseldorf hat uns als ihre Kunden schon vor Monaten gezwungen die Karten für das Verfahren “Verified by VISA“ anzumelden.

Natürlich hab ich die zugehörige OTP-App auf meinem Handy. Als die „verified by VISA“-Seite also ein Einmalpasswort verlangt, lasse ich dieses generieren und gebe es ein. Die Seite lehnt das PWD ab. Ich gebe es erneut ein. Die Seite lehnt es erneut ab. Mit einer Kollegin als Zeugin gebe ich es erneut (vier Augen Prinzip – richtig eingegeben, wir sind uns sicher!) ein. Das System lehnt das OTP erneut ab und sperrt die Karte für das Verfahren „Verified by VISA“.

Es folgt ein Anruf bei der Hotline.

Die durchaus bemühte und freundliche Mitarbeiterin erklärt den Fehler: „Sie dürfen nicht das erste Passwort eingeben, das die App generiert sondern erst das zweite“.

Frage: Wo steht das?“.

Wieder die freundliche Stimme am Telefon: “Das steht nirgend, das weiß ich nur aus eigener Erfahrung“.

Erneute Frage: „Gut und wie entsperre ich jetzt meine Karte für das Verfahren?“.
„Da müssen Sie eine erneute Registrierung auf dem Postweg anfordern“ (dauert bis zu drei Tage).

Frage: „Ich bin IT-Experte, nicht Oma Krause von umme Ecke. Ich weiß wie man Software benutzt. Ich programmiere und teste täglich selbst Software. Wie kann man ein solches System auf die Menschheit loslassen?“

Antwort: “Das System ist halt neu und wir arbeiten ja auch dran und ich kann da ja auch nichts dafür.“

Meine Antwort: „Danke. Auf Wiederhören.

Nein, man kann den Scheiß nicht stornieren, wenn man als Kunde der Stadtsparkasse Düsseldorf auf Kartenzahlungen angewiesen ist.

Resume: Ein einfacher Fehler im Happy-Path, den jeder geistig halbwegs gesunde Programmierer beim ersten ausprobieren seines Codes (von systematisch „testen“ muss ich da gar nicht sprechen) findet. Dieser befindet sich in einer Software, welche die Sicherheit von VISA-Kartenzahlungen verbessern soll. Merkt irgendjemand außer mir die Ironie dieses offenbar völlig ungetesteten Systems?

„Müllsoftware verified by Visa“  ist mein Fazit.

Written by emden09

31.07.2017 at 18:25

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Homophobie? Homophobie!

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Da sind dann, auch in meiner Umgebung Menschen, die zunächst mal behaupten, sie hätten ja gar nichts gegen LGBT (such Dir was aus). Aber, …

 

Ja, Ihr Lieben und weniger Lieben, genau das ist Ausdruck von Homophobie.

 

„Aber … im Moment werden ja nur noch Gesetze für LGBT gemacht“, ist eine der gängigen Stammtischparolen. Tatsächlich? Hat die CDU/CSU es mit ihrer Dauerverweigerungshaltung zur gleichberechtigten Ehe für Alle geschafft, bei Euch diesen Eindruck zu erwecken? Wie auch immer, er ist FALSCH.

 

Es wurden Jahrhundertelang Gesetze gemacht um LGBT zu diskriminieren, zu jagen, zu foltern und zu töten! Ja, es wäre nur ein Federstrich notwendig, um die einfach mal so eben alle zu beseitigen. Es besteht in Deutschland sogar die gesetzliche Notwendigkeit ALLE LGBT diskriminierenden Gesetze aufzuheben:

 

Einfach mal die Artikel 2, 3 und 4 des Grundgesetzes zusammen mit den zugehörigen Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes (z.B. vom 7.7.2009 ) zu dem Thema in Ruhe auf sich wirken lassen liebe CDU/CSU.

 

Jesus steht NICHT im Grundgesetz!

Christentum steht NICHT im Grundgesetz.

Weder Jesus noch Christentum sind die Grundlage des Zusammenlebens in dieser Gesellschaft!

Das DISKRIMINIERUNGSVERBOT steht im Grundgesetz und ist GRUNDLAGE des ZUSAMMENLEBENS in dieser Gesellschaft!

 

Oder wie es das Bundesverfassungsgericht vor nunmehr bald 8 Jahren schrieb:

 

Der allgemeine Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) gebietet, alle Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln […] Ungleichbehandlung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft ist verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt.

 

Heute am 18.5. ist internationaler Tag GEGEN HOMOPHOBIE.

 

Wär es das nicht trotz des dümmlichen Wahlkampfgetöses von Schäuble doch vielleicht ein guter Tag, einfach mal zu sagen: wir beseitigen heute noch ALLE gesetzlichen und sonstigen rechtlichen Regelungen, die LGBT diskriminieren und beenden damit diese Jahrzehntelange, von ach so liberal denkenden Christen mit fast missionarischem Eifer betriebene Diskussion für immer?

 

Nein, auch das Argument „das ist widernatürlich“ ist schon länger widerlegt, als die meisten, die es vorbringen existieren.

 

Unsere gesamte Existenz heute ist in stärkerem Maße widernatürlich, als es LGBT jemals sein könnten. Was außerdem widernatürlich (und dennoch menschlich und human) ist, sind die Herzschrittmacher, künstlichen Knie, Schultern und Hüften, versteiften Wirbelsäulen und Rollstühle (Herr Schäuble) all der Menschen, die solch dümmliche Argumente gegen LGBT vorbringen.

 

Und wenn Christen und solche die sich gerne so nennen ein neues missionarisches Betätigungsfeld suchen, Herr Schäuble: ZINSEN sind wirklich wider den Christlichen Glauben! Mindestens dort wo es um Notkredite geht.

 

 

Written by emden09

18.05.2017 at 10:13

Die Deutsche Multi-Kultur

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Evtl. sollte ich den ganzen Unfug, den der Bundesinnenminister seine Ministerialen hier zusammenschmieren ließ komplett ignorieren. Schließlich wurde als Medium zur Veröffentlichung die Bild-Zeitung gewählt, über die schon Max Goldt sagte: „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“ Dass also bereits Max Goldt erkannte, dass die Positionen unserer Bundesinnenministerialen gesellschaftlich absolut inakzeptabel sind, sollte eigentlich als Fazit genügen.

 

Dennoch denke ich man kann das auch differenzierter betrachten und Punkt für Punkt darlegen, warum die Positionen des Herrn Der Misere in unserem Bundesinnenministerium selbst dann gesellschaftlich völlig inakzeptabel wären, wenn sie nicht in der Bild-Zeitung veröffentlicht worden wären.

 

Der hirnrissige Gedanke Leitkultur

 

Während des sogen. Jugoslawien-Krieges konnte allen Deutschen die es wollten, sehr schnell bewusst werden, welchen Wert der deutsche Föderalismus für den Frieden in unserem Land hat. Im selben Maß, in dem sich Serben, Bosnier, Slowenen, Kosovaren, Montenegriener und Kroaten in jenem Krieg bekriegten, führten noch bis vor wenigen Jahrzehnten Bayern, Preussen, Badener und andere Deutsche „Volksstämme“ gegeneinander Krieg. Seit 1949 sind diese erstmals friedlich, freiwillig und ohne Obrigkeitsstaatlichen Druck zur Bundesrepublik Deutschland zusammengeschlossen.

 

Der wichtigste Teil dieses Deutschen Föderalismus ist: völlige Selbständigkeit der Bundesländer in kulturellen Fragen (GG Art. 23.6). Dies schließt nicht aus, dass sich in Bayern die Niederbayern, Oberbayern, Schwaben und Franken weiterhin in einer gewissen kulturellen Rivalität gegenüberstehen. Das gleiche dürfte für alle Bundesländer gelten. Ob es Kölner und Düsseldorfer (als innerrheinländischen Konflikt) oder dann Westfalen und Lipper in Rivalität zu den Rheinlanden in Nordrheinwestfalen oder Schwaben und Badener in Baden-Württemberg betrifft.

 

Diese kulturelle Rivalität innerhalb der Länder ist aber offensichtlich nicht so groß, dass sie in den letzten bald 70 Jahren nicht innerhalb der Zuständigkeit der Bundesländer zu klären gewesen wäre. Wir dürfen hier also von einem gewissen ausgewogenen Gleichgewicht der kulturellen Interessen aller Menschen in der Bundesrepublik Deutschland ausgehen.

 

Dennoch vereint diese BRD mehr als 16 Landes-Kulturen zu einem Bundesstaat, ist also schon aufgrund der Kulturhoheit der Länder ein Multikultureller Staat. Ob dieser nun durch eine Japanische Gemeinschaft in Düsseldorf, eine starke Ttürkisch-stämmige Gemeinschaft in Teilen von Berlin und Köln oder eine eher Italienisch-stämmige Gemeinschaft in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg um wenige zusätzliche kulturelle Aspekte bereichert werden, halte ich dabei für vernachlässigenswert. Wesentlich ist die Feststellung: Die „Deutsche Kultur“ gibt es nicht! Es gibt bestenfalls eine „Deutsche Multikultur“, bestehend aus mehr als 16 Landeskulturen – wenn man genau hinschaut sicher aus mehr als 50 Regionalkulturen. Wie kann ein Mensch, der klaren Verstandes ist, aus diesen mehr als 50 Kulturen eine (seine) herausgreifen, um sie zur Leitkultur zu erklären?

 

Diskriminierungsverbot

 

Während die vom BMI zitierte „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ noch als Teil der Präambel des Grundgesetzes genannt wird, muss doch festgestellt werden, dass die Worte „Christ“ oder „christlich“ in diesem Grundgesetz keine Rolle spielen. Also spielte offenbar die Art der Religion für die Einigung aller Deutschen auf dieses Grundgesetz, als Grundlage des (kulturellen) Zusammenlebens keinerlei Rolle. Gleichzeitig spielt aber die Freiheit nicht nur des Glaubens eine wesentliche Rolle in diesem Grundgesetz: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (GG Art 3.3) Ja, weiterhin halten wir „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses … [für unverletzlich]“ (GG Art 4.1)

 

Gleichzeitig erlauben wir uns in diesem Land per Gesetz Menschen zu diskriminieren, die Behindert sind.Wir sondern Sie aus. Weisen sie zwangsweise in Heime ein. Ganz zu schweigen von einer Inklusion Behinderter in unseren Schulen. Diese ist nicht einmal soweit gediehen, dass die Mehrzahl der allgemeinbildenden Schulen bereit oder in der Lage wäre, mit den vorhandenen Personal- und Sachmitteln Behinderte und Nichtbehinderte Gleichermaßen zu beschulen. Im Gegenteil werden bereits Menschen mit ADHS heute leichthin für „unbeschulbar“ erklärt und von allgemeinbildenden Schulen verwiesen. Von Menschen mit weitergehenden körperlichen oder geistigen Behinderungen müssen wir also ganz schweigen. Wir verhöhnen hier den letzten Satz des Art 3.3 unseres Grundgesetzes.

 

Wenn wir, wie mehrheitlich die CDU/CSU weiterhin LGBT wegen Ihres Weltanschauliches Bekenntnisses die Ehe, heterosexuellen Menschen andererseits die Eingetragene Lebenspartnerschaft verweigern, verhöhnen wir auch Art 4.1 unseres Grundgesetzes. Berufen wir uns dabei wie zuletzt der Bundesfinanzminister auf den christlichen Glauben, verhöhnen wir wohl auch dessen Namensgeber Jesus Christus aufs Äußerste.

 

Deutsche Sprache Und Patriotismus

 

Das Grundgesetz vermeidet aus gutem Grund Worte wie Vaterland, Patria, Patriot oder Patriotismus. Wie also können diese Begriffe im Bewusstsein eines Bundesinnenministers, der sich auf das Grundgesetz beruft, irgendeine Rolle spielen. Ebenso wundert man sich über den Bezug zur Amtssprache Deutsch. Auch die Sprache Deutsch wird vom Grundgesetz nirgends erwähnt. Es dürfte sehr fraglich sein, ob die Festlegung der Amtssprache Deutsch mit dem Diskriminierungsverbot anderer Sprachen, welches im o.g. Art 3.3 des Grundgesetzes sehr wohl erwähnt wird, vereinbar ist: ob nicht gar die Festlegung der Amtssprache „Deutsch“ Menschen Deutscher Sprache gemäß Art. 3.3 verfassungswidrig bevorzugt, gleichzeitig Menschen anderer Sprachen entsprechend verfassungswidrig benachteiligt. Gerade ein Bundesinnenminister sollte, besonders im Wahlkampf hier die benötigte Sensibilität an den Tag legen. Dass er dies nicht tut, zeigt nur, dass es mit seiner eigenen Verfassungstreue so weit nicht her sein kann.

 

Hand geben, Gesicht zeigen

 

Laut Aussage des Bundesinnenministers gehört es zur Deutschen Kultur, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Welch hanebüchener Unsinn, den die Ministerialbeamten Ihrem Minister da in sein Pamphlet geschrieben haben. Was ist mit jenen Medizinern, die nicht erst seit der folgend zitierten Feststellung der WHO von vor 10 JAHREN, eine „No-Hands“-Politik betreiben? Sind die keine Deutschen. Haben die keine Kultur? Oder evtl. eine Kultur, die der unseres Bundesinnenministers weit überlegen ist: „Nach einer 2007 publizierten Übersichtsstudie scheint das Händeschütteln […] der wichtigste Übertragungsweg für Infektionen […] zu sein.[3] Das Infektionsrisiko wird durch den Umstand erhöht, dass Menschen, ohne sich dessen bewusst zu sein, sehr häufig mit den Händen Mund, Nase und/oder Augen berühren. Auf diese Weise können Krankheitserreger von einer Person auf die andere übertragen werden.“ ( CDC (Centers for Disease Control and Prevention) und WHO 2007). Nein, das Händeschütteln gehört wohl nur zur Randkultur jener, die sich über Infektionskrankheiten und deren häufigste Übertragungswege keine Gedanken machen.

 

„Bei Demonstrationen haben wir ein Vermummungsverbot“, schreibt der Minister weiter. Dass dieses Vermummungsverbnot nur für die Teilnehmer der Demonstration (also die BürgerInnen, die ihr Grundrecht wahrnehmen) gilt, nicht aber für jene BeamtInnen, die Demonstrationen zum Teil auf Befehl zu unterdrücken haben. Diese „glänzen“ neben schwerer Passiv- und Aktivbewaffnung eben auch durch Vermummung und sind z.B. bei der Begehung von Straftaten (während der Einschränkung von Grundrechten) unkenntlich. Das vergisst der Minister vorsichtshalber zu erwähnen. Dass er selbst es war, der sich gegen eine Kennzeichnung von PolizeibeamtInnen z.B. bei Demonstrationen ausgesprochen hat, lässt der Herr gleich ganz unter den Tisch fallen. Ja, wir sind eine offene Gesellschaft. Ja, wir zeigen unser Gesicht. Es sei denn wir sind PolizistInnen, die eine Demonstration unterdrücken sollen oder sitzen im Beichtstuhl oder sind Freier in der Peepshow oder PolitikerInnen hinter den schwarzen Scheiben unserer Dienstlimousine. Dann zeigen wir unser Gesicht wohl nicht so gerne. Dann sind wir offenbar gerne Burka – wie der Minister die Vollverschleierung in Verkennung bekannter Tatsachen einfach mal populistisch nennt. Dennoch ist die Nichtbestrafung von Beichtgeheimnissen und Freiern offenbar ein so wichtiger Bestandteil der Deutschen Kultur, dass diese Gesetzesrang genießen.

 

 

Die Allgemeinbildung

 

Dass der Minister bei seinem Plädoyer für Allgemeinbildung sicher nicht für die ganze Gesellschaft spricht, dürfte spätestens dann klar werden, wenn man die Differenzierung der Sekundarstufen I und II anschaut. Dort finden sich neben Allgemeinbildenden Modellen wie Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen (wie sie in NRW heißen) und allgemeinbildende Gymnasien, weiterhin auch technische Gymnasien, Musische Gymnasien, Sportgymnasien, Berufskollegs und nicht zuletzt rein Prüfungserfolgsorientierte Abendkurse. Auch die Fachhoschule oder die Universität (mindestens bis zum Bachelor) legt auf Allgemeinbildung nur noch wenig wert. Beide dienen nahezu ausschließlich der vorberuflichen Spezialisierung der Bildung. Eine vom Minister als Kulturbestandteil postulierte Allgemeinbildung ist zu ihrem Besuch keine Voraussetzung.

 

Die Leistungsgesellschaft

 

Zum Stolz auf unsere Leistungsgesellschaft, die den Minister wohl ob eigener Mangelleistung in den letzten Jahrzehnten, allzu sehr erfasst hat, zitiere ich nur mal aus TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland 2012: „2011 wurden bundesweit 59,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Das ist ein Anstieg um mehr als 80 Prozent in den letzten 15 Jahren.“

 

  • Bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen von Burnout betroffen
  • Fast zehn Millionen Tage waren Erwerbstätige wegen Burnout-Symptomen in 2010 krankgeschrieben. Das heißt: Rund 40.000 Arbeitskräfte fehlten über das ganze Jahr im Büro oder an der Werkbank, weil sie sich ausgebrannt fühlten.
  • Ein Burnout verursacht nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Schnitt 30,4 Krankheitstage pro Jahr.
  • 20% aller Erwerbstätigen erleben Burnout-ähnliche Phasen = jeder 5.
  • Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt.
  • Jeder dritte Berufstätige arbeitet am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt.
  • Fachleute beziffern den Produktionsausfallkosten und verlorene Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro.
  • 41 Prozent aller Neuzugänge zur Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit waren auf psychische Störungen zurückzuführen.
  • Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen. Das Durchschnittsalter lag bei 48,3 Jahren.“

 

Auf diese Art Leistungsgesellschaft sind wir also stolz Herr Minister? Diese Art Leistungsgesellschaft können wir uns „leisten“? Sorry, aber ich glaube Sie haben den Knall nicht gehört. Ist das schon Arroganz der Macht oder endgültige Ohnmacht der Arroganz, was Sie da an den Tag legen?

 

 

Israel und der Nationalsozialismus

 

 

Wenn der Herr Minister das Wort Nationalsozialismus vermeidet und stattdessen von den „tiefsten Tiefen unserer Geschichte“ faselt, weiß ich nicht recht was das soll. Können wir nicht klar sagen, dass die Herrschaft Nationalsozialistischer Patrioten dem Deutschen Nationalismus und dem Deutschen Patriotismus für immer die Fratze des Biedermann heruntergerissen hat und ihn als das Monster entlarvte, als das die Welt ihn bis heute begreift?  Können wir wirklich nicht klar formulieren, dass die 12 Jahre Nationalsozialistischer Deutscher Schreckensherrschaft über große Teile Europas und Afrikas eben zu dem gehören, was einen Deutschen Patriotismus und Nationalismus auf alle Zeit desavouiert und für denkende Menschen unmöglich macht?

 

Und zuletzt: es war natürlich der Holocaust, der die Gründung des Staates Israel mehr oder weniger unausweichlich machte. Aber begründet das wirklich ausschließlich ein besonderes Verhältnis Deutschlands zum Staat Israel? Was ist mit den Menschen, die in Folge des Deutschen Holocaust an den Juden Europaa aus dem heutigen Israel vertrieben wurden? Was ist mit der Deutschen Verantwortung für einen Staat Palästina? Was ist mit der UN-Resolution 70/15 zur Zweistaatenlösung? Ist es nicht diese zu der Deutschland eine mindestens so besondere Beziehung haben sollte, wie zum Staat Israel? Kann es wirklich sein, dass ein Minister nur zu eindimensionalen Gedanken fähig ist und ausschließlich in der Lage ist solche eindimensionalen Gedanken zu äußern?

 

 

Bach und Goethe

 

Wollen wir wirklich den Thomaskantor des 18. und den Dichterfürsten des 19. Jahrhunderts 200 bis 300 Jahre später herausgreifen, wenn wir auf Deutschland als Kulturnation blicken? Was ist mit Albert Einstein, Hans Bethe und Otto Hahn, die der Welt die Atombombe brachten? Waren die keine Deutschen? Thyssen, Krupp, den Waffenproduzenten Carl Walther, Heckler & Koch, Sig Sauer, Airbus, EADS, Rheinmetall, Jenoptik und Kraus-Maffei  Wegmann, um nur ein paar der Unternehmen zu nennen, die Deutschland im Jahr 2016 bei den Kriegswaffenexporten auf Platz 3 weltweit gehievt haben? Sind diese Unternehmen, die der Welt mit ausdrücklicher Zustimmung der Bundesregierung den Krieg bringen, nein sogar den Krieg erst ermöglichen, nicht auch Teil der Deutschen Kultur? Was ist mit Volkswagen und Daimler, die sich weiterhin vehement weigern, ihr Know How im Bereich ultradreckiger Diesel-Verbrennungsmotoren aufzugeben zu Gunsten eines Know How-Vorsprungs im Bereich Elektromobilität? Und: hat Deutschland wirklich nur klassische Musik und Dichtung hervorgebracht? Oder gibt es weltweit bekannt auch Deutsche Musiker, Dichter und Denker, die der Herr Minister nicht so kennen mag, wie z.B. Stockhausen, Edgar Froese, Florian Schneider, Kurt Tucholsky, Hannah Ahrendt, Habermas, Meinhof, Horkheimer und Adorno. Ja, die entsprechen alle nicht der konservativen Denkrichtung des Herrn Minister und seiner Beamten, deren Musik- und Denk-Kulturelle Allgemeinbildung offenbar im 17./18. Jahrhundert stecken geblieben ist.

 

 

Religion als Kitt der Gesellschaft?

 

 

Tatsächlich versteigt sich der Minister dazu, die christliche Religion als Kitt unserer Gesellschaft zu bezeichnen. Tatsächlich hat Deutschland ungefähr genauso viele Menschen  (30%) die sich keiner Religion zuordnen, wie Menschen, die der katholischen (34%) oder protestantischen Glaubensrichtung (29%) zugeordnet werden. Dabei dürfen allerdings die zig Millionen „Buch-Christen“, die bestenfalls noch Ostern, Weihnachten und zur Kommunion/Konfirmation die Kirchen besuchen, nicht vernachlässigt werden. Bereits 2010 kam die katholische Kirche auf gerade mal 12,6% aktive Christen (Kirchgänger). 12,6% (aktive Christen) von 30% (Katholiken an der Gesamtbevölkerung), das sind gerade mal noch 3 Millionen aktive Katholiken von über 80 Millionen Menschen im Land. Für das Jahr 2015/2016 hat man auf diese Statistik auf katholischer Seite lieber ganz verzichtet.

Unterstellt man, dass die Zahlen bei den Protestanten, die auf eine Veröffentlichung aktueller Zahlen ebenfalls gerne verzichten, nicht wesentlich höher liegen dürften, dann kommen wir auf aktuell 6 Millionen aktive Christen in Deutschland oder um es anders zu sagen: weniger als 8% der Bevölkerung. Die restlichen 50 Millionen Buch-Christen haben doch, wenn wir es realistisch betrachten, außer der Kirchensteuer mit dem Christentum nichts mehr am Hut. Die 7,5% Restchristen in der Bevölkerung sollen also wirklich der „Kitt der Gesellschaft“ sein? Sehr geehrtes Bundesinnenministerium: Setzen. Sechs! Neu nachdenken und evtl. eine andere Begründung liefern. Und als Tipp soviel: Der Artikel 137 des GG liefert eine Menge Text zum Thema Religion, Freiheit, und Ferne der Religion zum Staat, den weder Katholiken noch Protestanten bis heute adaptiert haben, geschweige denn das Bundesinnenministerium.

 

Dass im Artikel 138.1 des GG noch erwähnt wird „Die Grundsätze dafür stellt DAS REICH auf“, dürfte zeigen aus welch dunkler Zeit dieser Teil des Grundgesetzes stammt und welchen Geistes er entspringt. Selbst die „Väter des Grundgesetzes“ und alle Verfassungsrechtler bis heute, hatten an dieser Stelle wohl keinen Grund, auch nur einen Gedanken an etwas anderes als „Copy & Paste“ zu verschwenden. Copy & Paste ist also der Kitt unserer Gesellschaft? Ich hoffe nicht!

 

Und mit dem Vorrang des Rechts vor religiösen Regeln ist es dann in der BRD auch nicht so weit her. Wenn hochsubventionierte kirchliche Arbeitgeber, die bis über 90 Prozent Ihrer Personalkosten vom Staat erstattet bekommen (wie z.B. Kindergärten) eine katholische Kindergärtnerin entlassen dürfen, weil sie sich scheiden ließ, aus der Kirche austrat oder in einer LGBT-Beziehung lebt. Dort haben die religiösen Regeln weiterhin Vorrang vor dem Recht. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn die exorbitanten Gehälter katholischer Bischöfe vom Staat bezahlt werden. Dass gerade der Bundesinnenminister diese rechtlichen Sonderregeln für die katholische Religion nonchalant unter den Tisch kehren möchte, leistet seiner Glaubwürdigkeit nicht gerade Vorschub.

 

 

Ehre und Gewalt

 

 

„Wir verknüpfen Vorstellungen von Ehre nicht mit Gewalt“, faselt der Minister in den Worten seiner Beamten. Dennoch habe ich nie von einem Deutschen Fußballspieler gehört der für seine zarten Schüßchen geehrt wurde. Den „Bomber Gerd Müller“ hingegen kennen und Ehren wir alle. Das gleiche gilt für Vorbilder in allen sportlichen Disziplinen: im Boxen, im Radfahren (Altigs gewaltiger Antritt), um wenige Beispiele zu nennen. Sehr geehrter Minister, wir verknüpfen unsere Vorstellungen von Ehre sehr wohl mit Gewalt. Sämtliche Vorbilder, die wir unserer Jugend präsentieren sind solche, die durch Kraft, Mut und gewaltige Anstrengungen zu Ruhm und Ehre gelangt sind. Weder Sie, noch die Riege der CDU/CSU-Politiker vor Ihnen, frönen dem Gewaltlosen Widerstand Gandhis. Sie setzen Ihre politischen Ziele rücksichtlos mit dem Gewaltmonopol des Staates durch und fördern Krieg in aller Welt durch den Export Deutscher Waffen. Die Rücksichtslosigkeit sowohl der Raser, als auch der Dauerlangsamfahrer auf Deutschen Straßen nimmt immer stärker zu, die Politik schaut tatenlos zu. Die „Zivilgesellschaft“ in der immer weniger, immer stärker überforderte Richter und Staatsanwälte mit schalen Kompromissen (Vergleiche und Deals) eher Unsicherheit über das Recht, denn Vorstellungen von Ehre verbreiten, ist doch nur ein hauchdünner Firnis auf dieser weitestgehend gewaltbereiten, gewaltverherrlichenden Gesellschaft.

 

Ausgegrenzt als Deutscher unter Deutschen

 

Ich, als von Deutschen Eltern und Deutschen Großeltern abstammender, in Deutschland geborener Deutscher Herr Minister, fühle mich durch all die Leitkulturellen in Karnevals- und Schützenvereinen tatsächlich ausgegrenzt. Durch Menschen, die in diesem Vereinen ihrem Drogenkonsum und Alkoholismus ein zu Hause geben. Ihre Realitätsflucht in (sogen.) legale (weil süchtig machende) Drogen wie Alkohol und Zigaretten suchen. Offizielle Zahlen ihrer Ministerkollegin aus dem Bundesgesundheitsministerium belegen: ca 121.000 Drogentote Raucher pro Jahr, ca 70.000 Drogentote Alkoholiker pro Jahr, bei einer weit höheren Dunkelziffer, das ist die Leitkultur der Schützen- und Karnevalsvereine, das ist die Leitkultur der deutscehen Stammtische! Herr Minister, Karnevals- und Schützenvereine sind keine Leitkultur, das ist der Ungeist gesellschaftlich geförderten Drogenmissbrauches, den dieses Land überwinden sollte. Schnellstmöglich. Das sind darüber hinaus die Löcher, aus denen Patrioten, Nationalisten und schließlich Stammtischnazis aus Pegida und AfD weiterhin gekrochen kommen.

Eine Leitkultur lädt nicht ein! Sie fühlt sich überlegen. Sie fühlt sich Bevorrechtigt. Beides entgegen dem Grundgesetz! Eine Leitkultur ist deshalb vom Grundgesetz nicht vorgesehen, weil die Väter des Grundgesetzes und wir alle (außer Ihnen Herr Minister und Ihre für sie schreibenden Beamten) eine offene Gesellschaft wollen. Deshalb sind im Grundgesetz alle Kulturen gleichberechtigt ermächtigt einzuladen und keine Kultur ist berechtigt Integration zu fordern.

 

Fazit

 

Fassen wir zusammen. Das Grundgesetz bevorzugt weder die Deutsche Sprache, noch eine bestimmte (regionale) oder (Leit-) Kultur, es bevorzugt weder Schützenvereine noch Karnevalsvereine noch eine bestimmte Religion. Ein Minister, der fordert, dass eine bestimmte Religion, eine bestimmte Sprache oder eine bestimmte Kultur als Leitkultur anderen die Hand zur Integration reichen dürfe, während er das selbe anderen Kulturen verweigern möchte bzw. diese in der Integrationspflicht sieht, steht entsprechend nicht nur außerhalb des Grundgesetzes. Ein solcher Minister und Beamte, die ihm solch unsinnige Texte schreiben, machen sich gemein, mit als Patrioten verbrämten Nationalisten und Nationalsozialisten im ganzen Land und fischen am ganz rechten Rand des politischen Spektrums nach Stimmen, die sicherlich weder Demokratie noch die kulturelle Vielfalt des Grundgesetzes wollen. Die Einfalt des Herrn Ministers ist ein willkommenes Einfallstor für solche Einfallspinsel. Dass ausgerechnet die den Innenministerien unterstellten „Verfassungsschutzbehörden“ maßgeblich für den Rechtsterrorismus u.a. des NSU verantwortlich zu sein scheinen, wundert nach einem solchen Text niemanden mehr. Rechtsterrorismus als Leitkultur eben.

Eure Nippelzensur kotzt mich an

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Wer kennt Sie nicht, die Fotografien auf Facebook, bei denen die zuvor bewusst aufgenommenen Brustwarzen weiblicher Models in irgendeiner Weise unkenntlich gemacht wurden (Sternchen, Balken usw. usf.).

Vorweg soviel: Natürlich ist es lächerlich, dass unmenschliche Hetzer wie AfD, Pegida und Trump auf Facebook ausreichend Raum bekommen, aber unschuldige Brustwarzen zensiert werden müssen. Aber wir wissen das alles, BEVOR wir diese Plattform nutzen!

Ich finde es entsprechend noch lächerlicher diese Bilder auf Facebook zu posten und mit entsprechenden Zensurmerkmalen (Sternchen, Balken etc.) vorzuzensieren! Ja, Sex sells! Und ich bin bestimmt der letzte, der mit irgendwelchem puritanischen Scheißdreck um die Ecke kommt. Ich sehe gerne, gute Aktfotos, auch und gerade auf Facebook. Aber, liebe FotografInnen, wenn Ihr ein Model vor der Kamera habt, das sich für Euch nackt ausgezogen hat, bedenkt doch Folgendes: Dieses Model hat sicher eine absolut glaubwürdige Pose auf Lager, bei der ausgerechnet die Brustwarzen nicht erkennbar sind. Die paar künstlerisch wertvollen close-up-Bodypartaufnahmen von ausschließlich Brustwarzen mal ausgenommen . Kriegt Ihr es wirklich nicht hin, für „Sex sells“ die Aufnahme aus dem Shooting zu nehmen (oder während des Shooting extra anzufertigen!), in der keine Brustwarze sichtbar ist, wenn Ihr denn das Shooting auf Facebook publishen wollt? Sorry, aber mich kotzen Eure Sternchen und Balken-Fotos gerade dermaßen an.

Zumal dann ja oft noch die Überlegung dazu kommen könnte, ob das was man nicht sieht evtl. der erotischen Spannung der Aufnahme zuträglicher ist, als die pure Nacktheit. Ein Sternchen, nach Möglichkeit auch noch in weiß bei Lowkeys, oder in schwarz vor hellem Hintergrun – nach dem Motto: „seht her, ich habe einen Nippel fotografiert“ hingegen, turnt mich ausschließlich ab und die manieristische Attitüde dahinter kotzt mich an.

Und nein, ich widerstehe der Versuchung hier einzelne an den Pranger zu stellen. Schaut in FB-Gruppen wie Akt, Boudoir, Lingerie und macht Euch selbst ein Bild.

Written by emden09

24.02.2017 at 12:50

Veröffentlicht in Allgemein, Fotografie, Internet

Das macht Sinn!

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Nein, die Formulierung „das macht Sinn“ ist an sich natürlich völlig sinnlos. Selbst das englische „make sense“ („Sinn ergeben“) aus dem diese Formulierung wohl wörtlich ins Deutsche übertragen wurde ist für sich genommen nicht besser. Wir könnten jetzt also fluchen: ich hasse diese fucking Anglizismen. Ha, ha!

 Doch andererseits ist die Formulierung „das macht Sinn“ inzwischen „eingebürgert“. Jeder weiß, dass sie ein Idiom, ja fast schon ein Synonym ist, für die grammatikalisch richtige Formulierung „das halte ich für sinnvoll“. Natürlich können wir uns jetzt an den verstaubten Duden, seine überbezahlte Redaktion und unser Schulwissen von vor vierzig Jahren klammern und in holdem Altersstarrsinn behaupten: „nein, diese Formulierung ist für mich sinnlos“.

 Wir können uns aber auch einfach daran gewöhnen, dass eine lebendige Sprache, lebt und sich wie jeder lebende Organismus verändert. Dass eine solche lebendige Sprache unter Umständen neu Idiome ausbildet, die uns genauso gut gefallen, wie ein Pickel am Gesäß, ist sicher richtig. Am Ende aber bleibt eben dieses „Gefallen an etwas finden“ Geschmackssache. Für jeden verständliche Idiome also als „falsch“ abzulehnen, weil sie nicht dem persönlichen Geschmack entsprechen, ist irgendwie hochnäsig, überheblich und manieristisch – macht also keinen Sinn 😉

Written by emden09

07.02.2017 at 09:20

Veröffentlicht in Allgemein

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